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00:31 05.03.2018
Eigenkapital, Bankkredite, Fördermittel oder Risikokapital. Bei der Finanzierung der eigenen Gründung , gibt es ebensoviele Chancen wie Probleme. Quelle: iStockphoto
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Göttingen

„Im IT-Bereich sind Gründungen noch vergleichsweise günstig, wenn die Gründer wenig mehr als ein Notebook benötigen“, berichtet Bernd Schieche, Innovationsmanager beim Göttinger Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik. Oft reichten bereits zwei Jahresgehälter von zusammen 50000 bis 100000 Euro, um „richtig etwas zu bewegen“.

„Mit einem Kapitalbedarf von mindestens einigen 100000 Euro ist bei Hightech-Gründungen zu rechnen“, weiß Schieche. „Wir helfen Start-ups, die Kosten niedrig zu halten, in dem wir im GöTec auf den Zietenterrassen und im Science Park in Grone günstig Labor- und Arbeitsräume zur Verfügung stellen“, sagt dazu Ursula Haufe, die Göttingens städtische Wirtschaftsförderung GWG leitet.

„Die Königsklasse der Finanzierungen bilden Life-Science-Gründungen, wo Produkte Zulassungsbeschränkungen unterliegen“, berichtet Innovationsmanager Schieche. Um präklinische und klinische Studien zu stemmen, seien oft zweistellige Millionen-Euro-Beträge fällig. Solche Summen ließen sich nur in mehreren Finanzierungsrunden beschaffen.

„Die Bewilligung von Bankkrediten scheitert oft aufgrund fehlender Sicherheiten“, hat Detlev Barth, der Leiter der Wirtschaftsförderung des Landkreises, der WRG, beobachtet. Chancen hätten am ehesten noch die „spätberufenen Gründer“, die mit Mitte 50 bereits über Vermögen verfügten. Bei jungen Menschen bürge manchmal die Verwandtschaft mit Häusern. Je unsicherer ein Vorhaben den Bankern erscheine, um so mehr Zinsen verlangten sie.

„Banken tun sich schwer, Gründungen zu finanzieren“, bestätigt Axel Cyron, der gemeinsam mit dem Leinefelder Zahnarzt Bernd Rupprecht ein innovatives Zahnimplantat auf den Markt bringen will. Auch eine Crowdfunding-Kampagne, bei der sie über eine Internetplattform viele kleine Geldanleger überzeugen wollten, habe nicht den Durchbruch gebracht, stellt Cyron ernüchtert fest.

„Hilfreich sind Förderprogramme“, sagt Kautz der den seit 2018 in Göttingen bestehenden Accelerator, das Life-Science-Gründerzentrum, des Südniedersachsen-Innovationscampus leitet. Seine Einrichtung, die unter anderem von den Sparkassen der Region getragen werde, unterstütze Gründer in den ersten sechs Monaten. Bereits seit 2014 gebe es in Göttingen den Photonik-Inkubator, in dem Gründerteams Forschungsergebnisse der Bereiche Photonik, Optische Technologien und Plasma zu marktfähigen Produkten entwickelten. Stipendien für Gründer aus der Universität biete das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit dem Programm Exist.

„Viele Gründer werben Risikokapital ein und gewähren im Gegenzug Anteile an ihrer Firma“, sagt Kautz vom Accelerator. So gebe es den Hightech-Gründerfond, der 2005 vom Bundeswirtschaftsministerium und 18 Konzernen aufgelegt worden sei. 600000 bis zwei Mio. Euro erhielten Gründer.

„Banken betreiben Fonds mit Risikokapital“, weiß Kautz. Daneben beteiligten sich Firmen sich an interessanten Gründungsprojekten, etwa der Göttinger Laborausstatter Sartorius oder das Duderstädter Unternehmen Ottobock. „Es gibt schließlich die Business Angel, Unternehmer, die sich aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen haben und sich an jungen Firmen beteiligen“, sagt Innovationsmanager Schieche. Teilweise täten sie sich auch zu mehreren zusammen. Solche Geschäftsleute könnten Gründern oft viele praktische Tipps geben.

„Der Nachteil von Beteiligungen ist, dass Gründer ihr Unternehmen nicht mehr alleine besitzen“, gibt Schieche zu bedenken. Die Kapitalgeber bestimmten mit und würden es am Ende vielleicht ganz übernehmen.

Von Michael Caspar

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