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18:43 19.02.2016
Von Hauke Rudolph
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Göttingen

Eine einheitliche Definition von „Industrie 4.0“ gibt es nicht. Der Begriff bezeichnet die digitale Vernetzung von Menschen, Maschinen, Produkten und Dienstleistungen, wobei die Bezeichnung 4.0 verwendet wird, weil es sich um die vierte digitale Revolution handeln soll.

Martin Kuhlmann vom Soziologischen Forschungsinstitut der Uni Göttingen sprach von einem „Handlungsbedarf“, der zwar je nach Branche unterschiedlich sei, aber dennoch so gut wie alle kleinen Betriebe und Mittelständler angehe. Zwar seien noch viele Unternehmer skeptisch, weil sie sich nicht vorstellen könnten, worum es eigentlich gehe und warum gerade ihr Betrieb betroffen sein sollte. Tatsache sei aber, dass „Industrie 4.0“ nicht nur für die Großen, sondern für alle Betriebe sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung darstelle. Als Beispiel nannte Kuhlmann einen kleinen Fahrradladen. Der könne auf seiner Homepage eine Funktion einrichten, die es Kunden erlaube, nachzusehen, ob ihr Fahrrad schon repariert sei. Das sei eine Chance, den Kundenservice zu verbessern, gleichzeitig jedoch auch ein Muss, wenn andere Fahrradläden die Funktion ebenfalls einrichten. Zu bedenken gab Michael Rehe vom neugründeten „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum“ in Hannover, dass nicht alles, was digital gemacht werden könne, auch wirtschaftlich Sinn ergebe. Die Betriebe in dieser Hinsicht bei ihren Entscheidungen zu beraten, sei eine wichtige Aufgabe. Die Firmenvertreter waren gleichermaßen skeptisch wie interessiert. „Das ist alles ziemlich abstrakt und wenig fassbar“, sagte Margret Freund-Breuer vom Kohlmann Medienkontor (Bad Lauterberg). „Wenn wir da nicht mitgehen, sind wir irgendwann weg“, meinte Axel Freerk von Carl-Zeiss.