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Regional EU fördert Potenzialanalyse des Güterverkehrszentrums Göttingen
Nachrichten Wirtschaft Regional EU fördert Potenzialanalyse des Güterverkehrszentrums Göttingen
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12:18 13.01.2020
Eine mit EU-Mitteln geförderte Potenzialanalyse soll die Auslastung der Kapazitäten des Güterverkehrszentrums Göttingen zukünftig erhöhen. Quelle: GWG
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Göttingen

Mögliche, also zukünftige Güterverkehre für die Schiene soll „in einem ersten Schritt“ das Logistik- und Mobilitäts-Cluster Göttingen-Südniedersachsen (LMC) ermitteln, so die Pressestelle der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG). Das LMC habe als Antragsteller und in Kooperation mit der DB Netz AG Regionalbereich Nord und der WBT Weets Bahn Transport GmbH EU-Fördermittel über die NBank beantragt. „Nur eine attraktive Marktpositionierung des Verkehrsträgers Schiene und somit gute betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen für alle bahnaffinen Nutzer“ könnten das „Verlagerungspotenzial von der Straße auf die Schiene aktivieren“, heißt es in der Mitteilung.

„Dank der zugesagten ,EFRE’-Mittel können wir nun die wichtige Potenzialanalyse des GVZ beauftragen, welche uns weitere konkrete Anhaltspunkte geben kann, um den schienengebundenen Frachtverkehr in Südniedersachsen zu stärken und einen wertvollen Beitrag zur CO2-Reduzierung zu leisten“, betont LMC-Clustermanagerin Christine Kroß. Das LMC sei „unter dem Dach der GWG der zentrale Ansprechpartner“ für den Bereich Logistik und Mobilität am Standort und in der Region, so die GWG. „EFRE“ ist die Abkürzung für Europäischer Fonds für regionale Entwicklung.

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Ziel: Transport-Verlagerung von der Straße auf die Schiene

Der Verkehrsträger Schiene kämpfe um die nationale Wettbewerbsfähigkeit, so ein Sprecher der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen. Experten und politische Akteure seien sich einig, dass der Verlagerung von Gütertransporten von der Straße auf die Schiene mit Blick auf die Einhaltung der gesetzten Klimaziele und somit als Beitrag zur CO2-Reduzierung „höchste Bedeutung“ zukomme.

Der Mobilitätsträger Schiene stehe jedoch „in großer Konkurrenz“ zur Straße. „Für den logistikaffinen Kunden ist heute nach wie vor wichtig, mit welcher Qualität aber vor allem in welcher zeitlichen Verfügbarkeit die Logistikdienstleistungen angeboten werden. Die Entscheidung, über welchen Verkehrsträger die Güter transportiert werden, gewinnt aktuell zumeist die Straße. Insbesondere der Lkw ist dabei das bevorzugte Transportmittel“, so die GWG.

Bündelung oder Vernetzung der bahnaffinen Akteure angestrebt

Das Grundproblem seien die „vielfach unzureichenden Gütermengen der einzelnen Akteure, um einen Bahntransport zu ermöglichen“. Hier lägen die ersten Hindernisse für einen Verkehrsträgerwechsel für den Nutzer. Eine effektive Steigerung der vorhandenen Transportketten könne daher vor allem durch Bündelung oder Vernetzung der bahnaffinen Akteure herbeigeführt werden. „Darüber hinaus können kunden- und bedarfsorientierte Angebote seitens der Dienstleister zu einem möglichen Wechsel der Verkehrsträger motivieren.“

Aktuell seien es etwa zehn Stammkunden, die regelmäßig am GVZ Göttingen Ladeeinheiten umschlagen würden. Diese Nutzung bringe eine „durchschnittliche Auslastung von rund 50 Prozent im Eingang beziehungsweise Ausgang“. Insbesondere Güter aus der Aluminium- und Automotivbranche sowie Werkstoffe und Systemlösungen der Zement-, Kalk- und Keramikindustrie werden umgeschlagen, so die GWG. Außerdem diene das GVZ Göttingen als Container-Umschlagplatz für den Weitertransport zu den Seehäfen. „Eine deutliche Auslastungssteigerung auf die doppelte Umschlagmenge wäre wünschenswert“, heißt es in der Mitteilung.

Von Stefan Kirchhoff