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16:31 20.06.2018
Plasma-Entladung auf einer Fingerspitze. Plasma wird in der Medizin eingesetzt: Schwer heilende Wunden lassen sich wieder schließen und Hautkrankheiten lindern.  Quelle: r
Herzberg

Die HAWK ist eine Hochschule mit drei StandortenGöttingen, Hildesheim und Holzminden – und sechs Fakultäten: In Göttingen „Naturwissenschaften und Technik“ und „Ressourcenmanagement“, in Hildesheim „Bauen und Erhalten“, „Gestaltung“ und „Soziale Arbeit und Gesundheit“ sowie in Holzminden „Management, Soziale Arbeit, Bauen“. Dort sind rund 200 Professoren tätig, etwa 500 weitere Beschäftigte. 6200 Studierende sind an der HAWK eingeschrieben, 80 Prozent von ihnen stammen aus dem Raum Südniedersachsen und Nordhessen, so Schieche. Ziel sei es, die jungen Leute in der Region zu halten.

Erstjob in der Region

Als Talentschmiede und Kooperationspartner für Unternehmen, wurde die HAWK in der Ankündigung der Veranstaltung bezeichnet. Schieche verdeutlichte das beim Unternehmerfrühstück: Unterstützt wird die Hochschule durch einen Förderverein, in dem sich hochrangige Unternehmen aus dem Einzugsgebiet engagieren. Ein Effekt dieses Engagements: Nahezu alle Absolventen mit passablen Noten erhalten einen Erstjob in der Region. Viele der Unternehmen bieten auch ein Duales Studium an.

500 Deutschlandstipendium

Schieche verwies in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeit eines Deutschlandstipendiums: Die Stipendien, die jeweils zur Hälfte von privaten Mittelgeber und aus Mitteln des Bundes finanziert werden, stellen eine wesentliche finanzielle Erleichterung für die Geförderten dar. Darüber hinaus können Förderer die Stipendiaten kennenlernen. In der Vergangenheit haben sich hieraus bereits sehr gute Kontakte entwickelt. Zahlreiche Förderer bieten den Studierenden Praktika und Abschlussarbeiten oder persönliche Unterstützung in Form eines Mentorings an. In den sechs Jahren seit der Einführung an der HAWK konnten insgesamt 500 Studierende ein Deutschlandstipendium erhalten.

Millionenschwere Bundesförderung für Göttinger Plasma-Forscher

Einer der Forschungsschwerpunkte in Göttingen ist die Laser- und Plasmatechnologie, hier gehöre die HAWK zu den führenden Hochschulen Deutschlands und habe in einem Wettbewerb eine millionenschwere Förderung durch das Bundesforschungsministerium gewonnen. Vier Großprojekte werden in diesem Rahmen mit einem guten Dutzend Partnern aus der Wirtschaft bis 2020 umgesetzt.

Dr. Bernd Schieche, Clustermanager an der HAWK. Quelle: HAWK

Für den High-Tech-Standort Deutschland ist die Plasmatechnologie eine der zukunftsträchtigsten Schlüsseltechnologien. Dies spiegelt sich unter anderem in aktuellen Förderprogrammen wieder, in denen die Plasmatechnologie zum Forschungsschwerpunkt avanciert.

Maßgeschneiderte Oberflächen

Aufgrund ihres breiten Anwendungspotenzials in den Wachstumsbereichen Elektronik, Fahrzeugbau, Maschinen- und Werkzeugbau, Energietechnik, Optikindustrie, Textil-, Umwelt-, Bio- und Medizintechnik, können durch die Kombination der Plasma- und Lasertechnologie nachhaltige Innovationslösungen durch die maßgeschneiderte Behandlung und Beschichtung von Oberflächen geschaffen werden.

Wolfgang Viöl stellt Plasma-Forschung an der HAWK vor.

Schieche gab kurz einige Einblicke in die Plasma-Forschung und deren praktische Anwendung. Plasma sei der „vierte Aggregatzustand“, wie er beispielsweise in unserer Sonne oder in Blitzen vorherrscht. Bei der Plasmaforschung gehe es darum, künstliches Plasma zu zünden – das sei eine Art „gezähmter Blitz“, so Schieche. Dabei wird Gas unter Spannung gesetzt und so leitfähig gemacht.

Behandlung von Diabetes

Durch die so erzeugten Plasma-Blitze können Oberflächen gezielt verändert werden. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig und reichen von der Medizin, etwa der Behandlung von Wunden, bis zur Oberflächenbehandlung von Bauteilen, etwa im Automobilbau. Plasmablitze lassen durch Elektrostimulation Wunden schneller heilen, auch der kleine Anteil von UV-Strahlung sei medizinisch wirksam und der atomare Sauerstoff hat eine entkeimende Wirkung. Zum Einsatz komme dieses Verfahren etwa in der Behandlung von Diabetespatienten mit Heilungsproblemen.

Ohne teure Vakuumanlagen

In der industriellen Anwendung können Partikel in das Plasma eingespeist werden und damit Pulverbeschichtungen aufgebracht werden, und zwar ohne teure Vakuumanlagen. Kunststoffe und selbst Papier können leitfähig gemacht werden, in dem hauchdünne Leiterbahnen aufgetragen werden.

Das nächste Unternehmerfrühstück ist für den 4. September geplant.

Von Martin Baumgartner

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