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Nachrichten Wirtschaft Regional Einige Einzelhändler bringen Kunden Einkäufe auf Wunsch nach Hause
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15:22 25.10.2019
Einen regionalen Lieferservice bietet der Rewe-Markt Preisner in Hardegsen seit Oktober an. Quelle: r
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Göttingen

Wer keine schweren Einkaufstaschen oder Getränkekisten schleppen will, kann sich seine Einkäufe auch nach Hause liefern lassen. Einige Einzelhändler der Region bieten diesen Service an.

Seit Oktober bietet der Rewe-Markt in Hardegsen eine solche Dienstleistung im Stadtgebiet und den umliegenden Dörfern an, berichtet Inhaber Guido Preisner. Kindergärten, Schulen und vereinzelt auch Stammkunden hat er bereits seit Jahren beliefert. Nun macht er die Dienstleistung allen Kunden zugänglich. „Wir testen das ein paar Monate lang“, sagt der Einzelhändler.

Preisner gehört zu den Testmärkten, die seit Anfang 2019 einen regionalen Lieferservice aufbauen. „Lebensmittel online bestellen können unsere Kunden seit 2011“, betont Daniela Beckmann, Pressesprecherin Rewe-Region Nord. In mehr als 75 Städten erfolgt die Auslieferung in Rewe-eigenen Fahrzeugen. Beim regionalen Lieferservice bestimmen die Marktleiter, ob es bei ihnen einen Mindestbestellwert gibt und wie hoch der liegt. Sie legen zudem fest, ob sie Liefergebühren erheben.

Nachfragespitzen bei schlechtem Wetter

„Wir liefern bereits seit mehr als fünf Jahren von montags bis donnerstags Kundenbestellungen mit einem eigenen Fahrzeug und eigenen Mitarbeitern aus“, berichtet Silke Rüdell, die Leiterin des Rosdorfer Rewe-Markts. Bestellungen können online oder telefonisch aufgegeben werden. Gehen sie bis 11 Uhr ein, gibt es die Waren noch am gleichen Tag. Das Angebot nutzen vor allem Senioren. Firmen lassen sich Getränke bringen. Die Zahl der Kunden beläuft sich auf durchschnittlich zwei bis drei pro Tag. Spitzen gibt es bei schlechtem Wetter. An heißen Sommertagen lassen sich Kunden Getränke kistenweise bringen.

„Die Nachfrage nach einer Auslieferung nach Hause ist groß“, berichtet Markus Beyno von der Tegut-Filiale im Göttinger Einkaufszentrums Carré. Das hat auch mit der unbefriedigenden Parkplatzsituation des Markts zu tun. Das benachbarte Parkhaus wird von Tegut-Kunden nicht so gut angenommen. In der Vergangenheit nutzten zum Wochenende hin bis zu 30 Kunden täglich den Lieferservice. Vor anderthalb Jahren ist der Supermarktkette dann allerdings in Göttingen der externe Dienstleister abgesprungen. „Von 50 angeschriebenen Firmen ist niemand an dem Auftrag interessiert gewesen“, bedauert der Einzelhändler und sagt: „Über Angebote würden wir uns freuen.“

Die anderen drei Göttinger Tegut-Filialen, bei denen es große Parkplätze vor der Tür gibt, bieten keinen Lieferservice an. Eine Ausnahme machte vor ein paar Jahren die Filiale in Weende, als der Carré-Markt aufgrund von Sanierungsarbeiten geschlossen war. Damals nutzten drei Bürger pro Woche das Angebot.

Bezahlt wird an der Haustür oder auf Rechnung

„Im Schnitt nehmen jeweils fünf bis 15 unserer Kunden diese Dienstleistung in Anspruch, die wir donnerstags, freitags und sonnabends anbieten“, berichtet Sascha Gellersen vom gleichnamigen Edeka-Markt am Düstere Eichenweg 21 in Göttingen. „Ältere Herrschaften geben ihre Bestellungen in der Regel telefonisch durch, Firmen und Altenheime faxen oder mailen sie uns“, sagt Gellersen. Ein Fahrer übernimmt die Auslieferung. Bezahlt wird an der Haustür oder zum Monatsende auf Rechnung. Der Aufpreis für die Auslieferung beträgt fünf Euro. Den Service gab es bereits 2001, als Familie Gellersen den Markt übernommen hat.

„Wir haben selten mal Anfragen von älteren Kunden, ob wir ihnen die Ware nach Hause bringen können“, sagt Manuel Elsner, der stellvertretende Leiter des Rosdorfer Edeka-Markts. Sie würden den Service daher nicht anbieten. Dabei spielten auch Kostenüberlegungen eine Rolle. Sie müssten Personal und ein Fahrzeug einsetzen.

Lotta Carotta liefert Bio-Produkte ins Haus

Bioprodukte zu den Kunden nach Hause liefert die Rittmarshäuser Firma Lotta Karotta seit 1999. „Bewohner aus dem Ort haben Ende der 90er-Jahre bei unserer Gärtnerei Rote Rübe, Schwarzer Rettich angefragt, ob wir ihnen nicht wöchentlich eine Kiste Gemüse vor die Tür stellen könnten“, erinnert sich Katrin Schlick an die Anfänge des Unternehmens. Sie führt es gemeinsam mit ihrem Mann, Andreas Backfisch.

Heute hat der Lieferservice 1800 Bioartikel im Sortiment, die Kunden über einen Onlineshop ordern können. Frisches Gemüse und Obst macht 70 Prozent der wöchentlich gut 800 Lieferungen an Privathaushalte aus. Die Hälfte der Fahrten geht nach Göttingen. Zudem versorgen die Rittmarshäuser 50 Schulen mit Lebensmitteln. Es gibt feste Touren. „Durchschnittlich fahren wir pro Kunden nicht mehr als drei Kilometer“, betont Schlick. Senioren, Berufstätige und Studierende nehmen die Dienstleistung in Anspruch, aber auch Personen im ländlichen Raum, die zum nächsten Bioladen weit fahren müssten.

Von Michael Caspar

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