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Regional Energiewald wächst Initiatoren über den Kopf
Nachrichten Wirtschaft Regional Energiewald wächst Initiatoren über den Kopf
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06:17 20.09.2012
Von Hanne-Dore Schumacher
Mit Pappelwuchs zufrieden: Bastian Wald, Volker Fröchtenicht, Hans-G. von Engelbrechten, Michael Leenen, Dirk Augustin (v.l.).
Mit Pappelwuchs zufrieden: Bastian Wald, Volker Fröchtenicht, Hans-G. von Engelbrechten, Michael Leenen, Dirk Augustin (v.l.). Quelle: soz
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Deppoldshausen

Neugierig waren sie, was aus den Stecklingen innerhalb von fünf Monaten geworden ist, und die fünf Männer staunten nicht schlecht. Längst über den Kopf von Volker Fröchtenicht sind die Pappelpflanzen gewachsen, höher als zwei Meter die Stattlichsten unter ihnen. Fröchtenicht, Leiter der Firma Bioenergiezentrum Leinetal (BEL), ist begeistert. Für ihn bedeutet der gelunge Start des Anbaus von Kurzumtriebs-Plantagenhölzern, kurz KUP, dass die Rohstofflieferung für seine Pelletproduktion (60 000 Tonnen pro Jahr) gesichert ist.

Auch Dirk Augustin, Leiter der Versuchswirtschaften der Universität, ist zufrieden. Er hat den Grund und Boden für den Versuch zur Verfügung gestellt, steiniger Acker der Klosterkammer, auf dem sonst außer Unkraut nichts wächst. Tonig und flachgrundig sind die vier Hektar, liegen obendrein im Wasserschutzgebiet. Die Pappel kann das alles gut ertragen, ist anspruchslos und muss nur im Jahr der Bepflanzung ein bisschen gepeppelt werden.

Der gelungene Versuch in Deppoldshausen macht auch der EC-Bioenergie GmbH, der Muttergesellschaft von BEL, Mut. 30 bis 40 Hektar pro Jahr wollen die Heidelberger im Raum Göttingen mit KUP bepflanzen, lautet die Zielvorgabe. Dazu brauchen sie Land im Umkreis von 20 Kilometern rund um das Hardegser Werk, erklären Bastian Wald und Michael Leenen bei der Plantagenbesichtigung in Deppoldshausen. 

KUP sei als Ackerkultur anerkannt, betont Hans-Georg von Engelbrechten, Inhaber der Agrarline GmbH. Der Stendaler hat die Bepflanzung übernommen und gilt als Spezialist für Kurzumtriebs-Plantagenhölzer. Steinige, unwirtschaftliche, aus der Produktion genommene Ackerflächen böten sich für KUP an, sagt er. Eine Laufzeit von 21 Jahren ist geplant. Wenn sie sechs bis neun Meter Höhe erreicht haben, werden die Pappeln geerntet.