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Regional Erfolgreicher Unternehmer mit 18 Jahren: Jakob Klement zeigt, wie es geht
Nachrichten Wirtschaft Regional Erfolgreicher Unternehmer mit 18 Jahren: Jakob Klement zeigt, wie es geht
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09:55 28.08.2019
Ist schon ein ganzes Stück weiter als Gleichaltrige: Jakob Klement startete ­bereits mit 16 Jahren als Unternehmer durch. Quelle: Foto: Riese
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Nörten-Hardenberg

Er ist 18 Jahre alt, hat gerade ein durchschnittliches Abitur gebaut (Note: 2,6) – und zählt doch schon zu den beeindruckendsten Persönlichkeiten der Start-up-Szene: Jakob Klement aus Hildesheim ist bereits seit zwei Jahren Unternehmer und unter anderem einer von drei Geschäftsführern der aufstrebenden und stark expandierenden Orangery GmbH, die sich als „Ökosystem für Start-ups, Freelancer und Unternehmen – fernab von überfüllten Metropolen“ definiert und in den kommenden fünf Jahren 50 Standorte aufbauen will, Ende 2020 übrigens auch in Göttingen. Für die Bild-Zeitung gehört Mitentscheider Klement heute zu den „erfolgreichsten Jungunternehmern in Europa“.

Bei einem längeren Auslandsaufenthalt in Indien hatte Klement gelernt, wie ein Unternehmer zu denken – und nach seiner Rückkehr legte er einfach los. Die vorgezogene Geschäftsfähigkeit musste er sogar vor Gericht einklagen. Das dauerte zwar, aber es gelang ihm.

Tipps und Infos auf Augenhöhe

Am Dienstag war Klement nun für einen kurzen Vortrag mit anschließender Fragerunde auf der Fachmesse „Vocatium“ in Nörten-Hardenberg zu Gast, bei der sich Schüler über Ausbildungsmöglichkeiten und Studiengänge informieren können. Knapp 25 von ihnen nutzten die Chance, sich von Klement inspirieren zu lassen. „Ich bin 18, also auch nicht älter als ihr“, baut er gleich zu Beginn Vertrauen auf. Klement redet nicht wie ein Firmenboss, aber er redet auch nicht wie ein „normaler“ 18-Jähriger. Während seines Vortrags erwähnt er Begriffe, die viele Gleichaltrige bisher nie oder bestenfalls nur mal zufällig gehört hatten: USP, C-Level-Management, Co-Working-Spaces.

Jakob Klement bei seinem Vortrag in der Keilerlounge des Hardenberg-Anwesens. Quelle: Markus Riese

Ideen umsetzen – auch gegen Widerstände

Aber er zeigt Geduld mit seinen Zuhörern – und Verständnis: „Ich war selbst in der Schule frustriert, weil sie mich nicht abgeholt hat“, so der Unternehmer. Wie es ist, etwas selbst zu entwickeln, eine eigene Idee umzusetzen – so etwas werde in der Schule nicht wirklich gefördert, meint er. Schule war für ihn deshalb auch irgendwann nur noch Nebensache, aber er macht auch deutlich: „Natürlich ist es keine Option, die Schule abzubrechen.“ Die Jugendlichen hören aufmerksam zu, und sie wirken fast erleichtert, als er sagt: „Man muss das, was ich gemacht habe, nicht mit 16 machen, das lag eher an meiner Sturheit.“

Mit erster Idee „grandios gescheitert“

Klement geht es eher darum, den Kids eine mögliche Richtung zu weisen: „Es ist wichtig, Ideen, die man hat, einfach mal umzusetzen, auch wenn die anderen sagen: Das funktioniert nicht.“ Scheitern sei dabei ausdrücklich erlaubt. Um das zu verdeutlichen, erzählt Klement von sich selbst: „Meine erste Idee war eine Plattform, auf der man digital um Verstorbene trauern konnte. Ich bin damit grandios gescheitert, aber ich habe sehr viel dabei gelernt.“ Sein nächstes Projekt sei bereits sehr viel erfolgreicher gewesen: „Ich kann euch nur raten, mal was zu probieren und auch mal nicht auf die anderen zu hören.“

Nicht immer viel Geld nötig

Ein hohes Investment sei dafür oft gar nicht unbedingt erforderlich: „Es geht eher darum, Ideen und Konzepte mit den Mitteln zu verwirklichen, die einem zur Verfügung stehen.“ Mit der Orangery GmbH will Klement aber auch Start-ups helfen, die auf Investoren angewiesen sind – Mentoren wie etwa der Hörgeräte-Unternehmer Martin Kind sollen dabei helfen.

Es geht um gute Ideen: Jakob Klement. Quelle: Markus Riese

Als Klement in die Runde fragt, welche Ideen die Schüler denn so hätten, antwortet erst einmal niemand – aber kaum zehn Minuten nach dem Vortrag kommen dann doch einige der Jugendlichen auf Klement zu, wollen gern mit ihm reden. Offenbar hat er Eindruck bei ihnen hinterlassen. Sein abschließender Tipp an den Nachwuchs: „Geht alle nach Hause und fangt an, zu gründen.“

Start-up-Szene wie in den großen Metropolen

„Wer sagt eigentlich, dass man als Start-up nur in einer der ,angesagten’ Städte wie Berlin, Tel Aviv oder New York eine Chance hat?“ Mit dieser Frage begrüßt die Hildesheimer Orangery GmbH Besucher auf ihrer Webseite. Das Ansatz des Unternehmens ist, das Konzept der großen Metropolen auf kleinere Städte herunterzubrechen – Gründergeist, Ideen und Innovationen gebe es schließlich überall. Entstanden ist die Idee, weil Firmengründer Dominik Groenen, der sich in der großstädtischen Start-up-Szene längst einen Namen gemacht hatte, aus privaten Gründen ins vergleichsweise beschauliche Hildesheim zog. Dort fand er keine Infrastruktur für Start-ups vor – also schaffte er sie selbst. Orangery will unter anderem mit Co-Working-Spaces und vorhandenen Netzwerken punkten – Kontakte zu Business Angels und anderen Geldgebern inklusive. Drei relativ autark arbeitende Geschäftsbereiche (Labs, Coworking und Corporate Innovation) sprechen dabei verschiedene Zielgruppen an. In Göttingen hat Orangery bereits vorgefühlt, steht nach eigenen Angaben schon mit örtlichen Hochschulen, Unternehmen und Wirtschaftsförderern in Kontakt. Ende 2020 soll in Südniedersachsen ein eigener Orangery-Standort entstehen.

Von Markus Riese

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