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Regional Südniedersachsenstiftung legt Ergebnisse der Südniedersachsenkonferenz vor
Nachrichten Wirtschaft Regional Südniedersachsenstiftung legt Ergebnisse der Südniedersachsenkonferenz vor
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18:49 12.08.2019
Auftaktveranstaltung für den regionalen Strategieprozess: Ende Mai fand die Südniedersachsenkonferenz statt. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Fünf Seiten ist das Ergebnispapier der Konferenz lang, die Ende Mai am Wilhelmsplatz in Göttingens Tagungs- und Veranstaltungshaus Alte Mensa stattfand. 180 Teilnehmer aus Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Verwaltung trugen Einschätzungen, Ideen und Wünsche zusammen. Einzelne Aspekte sollen in den kommenden Monaten gemeinsam mit Experten in Workshops vertieft werden. Auf dieser Grundlage erarbeitet dann die SüdniedersachsenStiftung – unterstützt vom Land Niedersachsen und dem Amt für Regionale Landesentwicklung Braunschweig – bis März 2020 die neue Regionalstrategie, das Südniedersachsenprogramm 2.0.

Fachkräftemarketing bündeln

Die Region verfügt über zahlreiche, hochwertige Bestandteile eines Fachkräftemarketings, diesen fehlt es jedoch an Durchschlagskraft und Reichweite, lautete die Einschätzung der entsprechenden Themeninsel bei der Konferenz. Die 61 Teilnehmenden, darunter 34 Wirtschaftsvertreter, empfahlen eine Zusammenführung der Bestandteile unter Einbezug sämtlicher regionaler Akteure. Diese sollen sich stärker vernetzen. Die gemeinsamen Marketingaktivitäten sind finanziell angemessen auszustatten.

Zentrale Anlaufstelle für Gründungsinteressierte

Eine bedarfsgerechte Abstimmung des Beratungs- und Mentoringangebots, beziehungsweise eine zentrale Anlaufstelle für Gründungsinteressierte, forderten die 32 Teilnehmenden, darunter 20 Wirtschaftsvertreter, der Themeninsel Gründung. Die Gruppe sieht ein großes Potenzial für innovative Ausgründungen. Allerdings besteht aus ihrer Sicht „erheblicher Nachholbedarf“ bei der Finanzierung und Förderung von Start-ups sowie bei der Sensibilisierung für das Thema sowohl in den Hochschulen als auch in den Unternehmen.

Neuausrichtung des Südniedersachsen-Programms

Das Südniedersachsen-Programm der Landesregierung hat für eine enge Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft, Verwaltungen und Politik gesorgt. Gemeinsam wurden richtungsweisende Projekte in Angriff genommen wie der 2016 gegründete Südniedersachsen-Innovationscampus, der Wissenschaft und Wirtschaft stärker vernetzt und die Gründungs- und Innovationsdynamik in der Region erhöht. Das von der SüdniedersachsenStiftung und der Universität Göttingen 2017 gestartete Welcome Centre hilft Wissenschaftlern und Fachkräften bei Fragen rund um Ankunft und Aufenthalt in der Region. Seit 2017 hat es mehr als 1000 Wissenschaftler und mehr als 160 Personen aus der Wirtschaft betreut. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) nennt das Centre, dessen bisher kostenloser Service seit Juni abgerechnet wird, „vorbildlich“. Weitere Projekte sind die regionale Fachkräftekonferenz oder die Initiative Top-Arbeitgeber Südniedersachsen (Topas). 100 Millionen Euro Fördergelder sind in den vergangenen Jahren nach Südniedersachsen geflossen. Nun gilt es die Regionalstrategie neu auszurichten. Das fördert Hannover mit 50000 Euro. Die SüdniedersachsenStiftung stellt weitere 30 000 Euro zur Verfügung. Eine Stärken- und Schwächen-Analyse hatte das Land bereits in Auftrag gegeben. Die Südniedersachsenkonferenz soll die Grundlage für die neue Regionalstrategie, das Südniedersachsenprogramm 2.0 schaffen.

Scheitern ist kein Makel

Innovation ist eine Gemeinschaftsaufgabe, meinen die 32 Teilnehmenden der entsprechenden Themeninsel, darunter 21 Wirtschaftsvertreter. Sie wollen durch mehr regionale Zusammenarbeit und die stärkere Nutzung vorhandener Netzwerke das Know-how bündeln und thematisch präzise, auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnittene Veranstaltungen anbieten. Innovationskultur ist nach Meinung der Gruppe zu leben, anstatt Angst vor Veränderungen zu haben. Scheitern sollte nicht als Makel begriffen, sondern als eine mögliche Folge akzeptiert werden. Eine innovative Region gewinnt leichter Fachkräfte.

Digitalisierung

Nicht ausreichend gewappnet für die Herausforderungen der Digitalisierung bewertete ein Großteil der 34 Teilnehmenden, darunter 19 Wirtschaftsvertreter, der Themeninsel Digitalisierung die eigene Institution. Abhilfe können ihrer Meinung nach ein auf Digitalisierungsprozesse ausgerichtetes Change- und Prozessmanagement, Fort- und Weiterbildungen sowie Pilotprojekte bieten. Intern sind Ziele und Vorteile der Digitalisierung klar zu benennen. Ressourcen und Informationen sollen zentral gebündelt werden.

„Agenda Südniedersachsen 2030“

Großen Raum nahmen bei der offenen Themeninsel die verstärkte institutionelle Zusammenarbeit der südniedersächsischen Gemeinden und Landkreise sowie interregionale Kooperationen auf Bundes-, EU-Ebene und Weltebene ein. Die zehn Teilnehmenden regten die Erarbeitung einer Entwicklungsphilosophie und -strategie an. Es fielen Schlagworte wie „Agenda Südniedersachsen 2030“ und „Regionalparlament“. Die Gruppe machte sich für eine effiziente Gestaltung des Öffentlichen Personennahverkehrs und eine verbesserte Anbindung der ländlichen Teilregionen an die Mittel- und Oberzentren stark.

Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Von Michael Caspar

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