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Regional Unternehmensnetzwerk für Energieeffizienz im Raum Göttingen zieht Bilanz
Nachrichten Wirtschaft Regional Unternehmensnetzwerk für Energieeffizienz im Raum Göttingen zieht Bilanz
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12:28 13.09.2019
Auf dem Gelände der Firma Lotta Karotta trafen sich die Mitglieder des Netzwerkes zu einer Abschlussveranstaltung. Quelle: R.
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Gleichen-Rittmarshausen

Das vor drei Jahren unter Federführung der Energieagentur Region Göttingen gegründete Unternehmensnetzwerk Energieeffizienz ist am Donnerstag während einer Abschlussveranstaltung ausgewertet worden. 14 Unternehmen gehören zu diesem Netzwerk. Mit der Ausnahme des Deutschen Theater Göttingen kommen sie alle aus dem KMU-Bereich (kleine und mittlere Unternehmen). Die große Zielsetzung war und ist es, so sparsam wie möglich mit Wärme und Strom umzugehen und neue Technologien zu nutzen.

Unterstützung für KMU wichtig

Als die Energieagentur im Jahr 2015 zu einer Infoveranstaltung eingeladen hatte, waren etwa 40 Vertreter von Firmen gekommen. „Das Interesse war groß“, sagt Doreen Fragel, Geschäftsführerin der Energieagentur. Sie zollt allen Respekt, die sich entschieden haben, das Netzwerk zu gründen. Kleine Firmen hätten schließlich erst einmal ganz andere Hürden zu meistern, als sich um eine bessere Energieeffizienz zu kümmern. Das schätzt auch Christel Wemheuer so ein. Die Erste Kreisrätin sprach ein Grußwort. Deshalb sei es gut, wenn KMU Unterstützung in dieser Hinsicht erhalten. Große Betriebe hätten für diese Aufgabe eine eigene Abteilung.

Eine Ladesäule am Letzten Heller

Caroline Werner von der Energieagentur Region Göttingen stellte die Firmen des Netzwerkes und ihre Ziele sowie Ergebnisse vor. Quelle: Meinhard

In den nun abgelaufenen drei Jahren seit dem Projektstart im Oktober 2016 haben sich die Firmenvertreter viermal jährlich getroffen. Sie haben Themen wie Photovoltaik, Heizungserneuerung, E-Mobilität und anderes mehr besprochen und zum Teil realisiert. Die Fleischwaren Wulff GmbH hatte sich die Aufgabe gestellt, den Abkühlprozess der Kochschränke abzukürzen. Die Firma Presse Grosso Mitte, deren Mitarbeiter Arztpraxen mit Zeitschriften beliefern, probierte E-Transporter aus. Das Gasthaus Letzter Heller bei Hann. Münden ließ eine Ladesäule für E-Autos installieren und die Firma Holzland Hasselbach tauschte konventionelle Beleuchtung durch LED-Technik aus, um nur einige Beispiele zu nennen.

„Wir wollten nur Gemüse anbauen“

Gastgeber des Abschlusstreffens waren die Inhaber des Bio-Lieferservice „Lotta Karotta“, Katrin Schlick und Andreas Backfisch. Auch ihr Unternehmen in Rittmarshausen ist Teil des Netzwerkes. Gerade für Lotta Karotta hat sich seit 2016 viel verändert. Die damals noch angemieteten Räumlichkeiten sind inzwischen Eigentum. Rund 750000 Euro sind in Ausbau und Energieeffizienz investiert worden, dazu gehört die Anschaffung einer Pelletsheizung mit Wärmerückgewinnung. „Wir wollten ursprünglich nur Gemüse anbauen und verkaufen“, blickte Katrin Schlick auf die Zeit vor 20 Jahren zurück. Dann kam alles ein bisschen anders: Heute stehen bei Lotta Karotta 24 Frauen und Männer in Lohn und Brot, sie verpacken und beliefern 850 Privathaushalte, 25 Firmen, zehn Kitas und 50 Schulen mit Lebensmitteln.

„30 Prozent an Stromeinsparung“

Geliefert wird bis Seesen, Nordhausen und Braunlage. Bei allem guten Willen stößt die Firma bei der E-Mobilität aber an ihre Grenzen. „Unsere Strecken sind dafür einfach zu groß“, wies Schlick auf das nach wie vor bestehende Reichweiten-Problem elektrisch angetriebener Autos hin. 15 regionale Zulieferer versorgen die Bioland-Gärtnerei mit Lebensmitteln, wie etwa Molkereiprodukten und Brot. Was hat das Mitwirken im Netzwerk für Lotta Karotta noch gebracht? „30 Prozent Stromeinsparung – bei 30 Prozent mehr Betriebsfläche“, nannte Andreas Backfisch ein Ergebnis.

200000 Euro Förderung pro Netzwerk

„Die Mitglieder des Netzwerkes haben sich als Gruppe zusammengefunden und gegenseitig befruchtet“, bilanzierte Doreen Fragel. Sie bedauerte, dass das Land eine Anschlussfinanzierung abgelehnt hat. „Es sind noch einige Ideen in der Pipeline. Da wird es weitergehen und wir wollen als Ansprechpartner weiter zur Verfügung stehen“, betonte sie. Mittlerweile sind zwei weitere Netzwerke gegründet worden, mit je 15 Mitgliedern. Pro Netzwerk stehen beziehungsweise standen 200000 Euro an Fördergeldern zur Verfügung, Fördermittelgeber sind Land und EU.

Daniel Farnung vom Landesumweltministerium sagte: „Weil es das erste Netzwerk ist und jetzt der Abschluss erfolgt, schauen wir in Hannover gespannt auf die Ergebnisse.“

Von Ulrich Meinhard

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