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Regional Firma Kingsbury startet Gleitlager-Produktion in Göttingen
Nachrichten Wirtschaft Regional Firma Kingsbury startet Gleitlager-Produktion in Göttingen
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19:40 18.09.2014
Vorstände und Eigentümer von Kingsbury: Das amerikanische Familienunternehmen will in Göttingen expandieren.
Vorstände und Eigentümer von Kingsbury: Das amerikanische Familienunternehmen will in Göttingen expandieren. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Zur offiziellen Eröffnung kamen diese Woche der Vorstandsvorsitzende William „Bill“ Strecker mit seinen Vorstandskollegen und den sieben Eigentümern des 1912 gegründeten Familienunternehmens. „Wir wollen schon seit 20 Jahren eine Niederlassung in Europa gründen“, berichtet Strecker.

Für ein kleines Unternehmen wie das seine, das in den USA an mehreren Standorten 300 Mitarbeiter beschäftige, sei das aber nicht einfach. Konkret wurden die Planungen 2011, als die Amerikaner Medhioub einstellten. Der Diplom-Maschinenbauingenieur hatte zuvor in Göttingen beim Wettbewerber Sartorius, später bei John Crane, gearbeitet.

„Doch der Markt für Gleitlager wird wachsen“

Zunächst entstand ein Vertriebsbüro. Die Exportquote des amerikanischen Unternehmens liegt bei 50 Prozent. Im Mai lief dann die Produktion in der ehemaligen Adams-Halle an. 3 Mio. Euro investierte Kingsbury in die Ausstattung der 1800 Quadratmeter großen Immobilien. Noch wird nur ein Teil der Halle genutzt. Einige Büros stehen leer. „Doch der Markt für Gleitlager wird wachsen“, ist Strecker überzeugt.

Und: „Wir wollen lange bleiben.“ In Asien werde kräftig in den Ausbau der Energieerzeugung investiert. Die Kingsbury-Gleitlager kommen in Gas- und Dampfturbinen zum Einsatz, aber auch in Kompressoren, Pumpen und Getrieben. Ein Ölfilm sorgt dafür, dass die Teile verschleißarm oder gar verschleißfrei arbeiten, erläutert der Firmenchef.

In Zukunft will Kingsbury vor allem Facharbeiter im Bereich der Metallverarbeitung einstellen. „Davon gibt es in der Region viele“, gibt sich Medhioub zuversichtlich. Produziert wird in Göttingen derzeit zu 70 Prozent für deutsche Kunden wie MAN oder Siemens, die dann die fertigen Produkte ihrerseits exportieren.

Von Michael Caspar