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Regional Firmen nutzen verstärkt Saison-Kurzarbeitergeld
Nachrichten Wirtschaft Regional Firmen nutzen verstärkt Saison-Kurzarbeitergeld
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16:00 27.12.2017
Wenn Baustellen im Winter ruhen müssen, kann Saison-Kurzarbeitergeld eine Option sein (Symbolbild). Quelle: Pixabay
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Göttingen

„Ob das Saison-Kurzarbeitergeld in der Zeit zwischen dem 1. Dezember und dem 31. März in Anspruch genommen wird, hängt natürlich von den Witterungsbedingungen ab“, betont Malk. Insofern sei ein direkter Vergleich zwischen zwei Jahren schwierig. In der Langzeitbetrachtung zeige sich aber deutlich, dass das Instrument in Südniedersachsen an Bedeutung gewinne. Insbesondere Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus, aber auch des Bauhauptgewerbes und des Dachdeckerhandwerks hielten Beschäftigte im Winter mit Kurzarbeit im Arbeitsverhältnis. Wer sich wie früher bei Wintereinbruch von Mitarbeitern trenne, können sich nicht mehr sicher sein, dass sie ihm im Frühjahr wieder zur Verfügung stünden.

„Wenn wir Mitarbeitern kündigen, müssen sich diese auf offene Stellen bewerben – auch wenn wir sie im Frühjahr ganz sicher wieder einstellen würden“, berichtet Ulrike Bolle-Schick, die mit ihrem Mann in zweiter Generation die Göttinger Firma „Der schöne Garten“ führt. Das verlange die Arbeitsagentur. So müssten sie damit rechnen, Mitarbeiter etwa an kommunale Arbeitgeber zu verlieren. In ihrer Firma nutzten daher fünf Mitarbeiter das Saison-Kurzarbeitergeld. Auszubildende, für die das Angebot nicht gelte, würden dagegen durchgehend beschäftigt. Durch die Übernahme von Winterdiensten versuchten sie die schlechte Jahreszeit zu überbrücken. Mitarbeiter, die nicht in Kurzarbeit wären, nähmen Urlaub.

Ohne viel Papierkram sofort wieder zur Verfügung

Von „Engpässen“ bei Gesellen berichtet der Obermeister der Dachdecker-Innung Südniedersachsen, Frank Grewe. Die Zahl der Auszubildenden sinke. Gleichzeitig biete die Industrie Gesellen besser bezahlte Stellen an. Um Mitarbeiter zu halten, könnten sechs seiner Beschäftigten im Winter das Saison-Kurzarbeitergeld nutzen. „Sind doch Arbeiten zu erledigen, stehen die Kurzarbeiter dem Unternehmen – ohne viel Papierkram – sofort wieder zur Verfügung“, berichtet der Obermeister. Wären sie entlassen, müsste sie der Betrieb erst einmal wieder einstellen. Das Saison-Kurzarbeitergeld habe auch für Mitarbeiter Vorteile. Würden sie mehrmals in Folge für ein paar Monate entlassen, könnten sie in Hartz IV abrutschen. „Im vergangenen Jahr konnten wir aufgrund des milden Winters durcharbeiten“, betont Grewe.

„Das Saison-Kurzarbeitergeld ist eine sogenannte Lohnersatzleistung, die 60 Prozent – bei kindergeldberechtigten Kindern im Haushalt 67 Prozent – des Nettolohns beträgt“, führt Malk von der Arbeitsagentur aus. Das entspreche der Höhe des Arbeitslosengeldes. Daneben gebe es ergänzende Leistungen, die nicht aus Beitragsmitteln, sondern aus der Winterbeschäftigungsumlage finanziert würden. Dort zahlten Arbeitnehmer monatlich 0,8 Prozent, Arbeitgeber 1,2 Prozent des Bruttoverdienstes ein. Aus der Umlage würden Beiträge zur Sozialversicherung sowie das Mehraufwandswintergeld für im Winter geleistete Arbeitsstunden gezahlt. Außerdem finanziere sich über die Umlage das Zuschuss-Wintergeld. Arbeitnehmer könnten das Jahr über Überstunden ansammeln, die dann im Winter abgebaut würden. Helmut Kagelmann, Geschäftsführer des Bauunternehmens Ziegenhorn in Obernjesa, bringt es auf den Punkt: „Die Lohnabrechnungen im Baugewerbe sind komplex und umfangreich.“

Von Michael Caspar

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