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Regional Fünf Generationen Dachdecker: Stolberg in Göttingen
Nachrichten Wirtschaft Regional Fünf Generationen Dachdecker: Stolberg in Göttingen
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22:40 24.04.2014
Von Hanne-Dore Schumacher
Würdigen die 100-jährige Geschichte der Firma: Wolfgang Stolberg, Hans-Jürgen und Melanie Kahle sowie Christa Stolberg (von links). Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

In der Unteren Maschstraße 9 in Göttingen begann die Firmengeschichte, in der seit Gründung die Söhne in die Fußstapfen des Firmeninhabers traten.

Bis auf die fünfte Generation. Wolfgang Stolberg hat den Betrieb seiner Tochter Melanie (40) überschrieben, deren Ehemann, der Dachdeckermeister  Hans-Jürgen Kahle (47), den Betrieb in der Groner Landstraße 32 (seit 1937 ist Stolberg dort) leitet. Auch in fünfter Generation bleibt der Handwerksbetrieb also in Familienhand.

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Das kann so bleiben, wenn sich die Kahle-Söhne Kai (14) und Niko (11) auch für das Handwerk entscheiden. Bis dahin ist allerdings noch Zeit. Zwei Kriege hat die Firma überstanden und Höhen und Tiefen erlebt, erzählt Wolfgang Stolberg (66). Dass man alle Zeiten gut überstanden hat und dass der Betrieb nie auf der Kippe stand, verbindet der Seniorchef auch mit den weiblichen Familienmitgliedern.

"Wir können auch rund"

„Ohne Frauen funktioniert es nicht“, betont der Dachdecker- und Klemptnermeister mit Blick auch auf seine Frau Christa. Die 59-Jährige hilft natürlich in der Firma mit. Das ist Tradition im Hause Stolberg ebenso wie die auffällige Werbung der Firma. Bereits der Gründer Heinrich hatte den in Göttingen und Umgebung bekannten Schriftzug über seinem Geschäft, der ankündigte: „Ich steige Ihnen aufs Dach.“

Das ist wörtlich zu nehmen und beschreibt das Handwerk früher wie heute. Stolberg übernimmt sämtliche Dacharbeiten,  kümmert sich um Schornsteine und Fassaden, um Dachentwässerung, Wärmedämmung und Abdichtungen. Mit Tonziegeln werden die Häuser gedeckt, aber auch mit Aluminium-Stehfalz verziert.

Die Kuppel der Ditib-Moschee im Königsstieg zeigt, was der Betrieb 100 Jahre nach Gründung leisten kann. „Wir können auch rund“, kommentiert der Senior. Traditionelles bewahren, aber auch neue Wege gehen will Hans-Jürgen Kahle. Marktnischen finden und ein bisschen personell wachsen, so plant der Chef, dessen Aufträge zu 90 Prozent von Privatkunden kommen.

Ganze Dächer decken er und seine zurzeit zwei Mitarbeiter ein, kommen aber auch bei defekten Fallrohren oder verrutschten Dachziegeln. Wichtig sei: „Auf den Markt reagieren und das möglichst schnell.“