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Regional GGP gibt auf – 95 Mitarbeiter stehen vor Jobverlust
Nachrichten Wirtschaft Regional GGP gibt auf – 95 Mitarbeiter stehen vor Jobverlust
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16:55 06.08.2019
95 Arbeitsplätze gehen verloren: GGP Osterode macht dicht. Quelle: Michael Paetzold
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Osterode

Für die Mitarbeiter war es vermutlich ein schwerer Schlag, als sie am vergangenen Montag über die geplante Schließung des Unternehmens und den Verlust ihrer Arbeitsplätze informiert wurden: Die GGP Electronics GmbH mit Sitz in der Leege wird im November dieses Jahres geschlossen. Bereits seit Dezember 2018 hatte man durch Kurzarbeit versucht, die konjunkturelle Delle auszugleichen – ohne Erfolg. Auch andere Kostensenkungsmaßnahmen zahlten sich nicht aus.

Es ist ziemlich genau drei Jahre her, dass der Osteroder Leiterplattenhersteller nach einer Phase der Ungewissheit, wie und ob es mit dem Betrieb weitergeht, von der European Electronics Systems (EES) aus der Insolvenz erworben wurde. Rund 100 Arbeitsplätze wurden damals gerettet. Die Hoffnung war groß, dass es nach der Insolvenz mit einem finanzkräftigen Investor im Rücken dauerhaft weitergeht.

Mangelnde Wirtschaftlichkeit

Jetzt kommt das endgültige Aus, denn die Gesellschafter von European Electronics Systems haben beschlossen, den Betrieb ihrer Tochtergesellschaft in Osterode einzustellen. Nach derzeitigem Stand soll die Schließung und Einstellung der Eigenproduktion Ende November 2019 vollzogen werden. Allerdings muss dieser Termin noch mit dem Betriebsrat in Osterode abgestimmt werden, da insgesamt 95 Mitarbeiter – einschließlich Teilzeitkräfte und Auszubildende – von der Entscheidung betroffen sind. „Hauptgrund ist die mangelnde Wirtschaftlichkeit“, begründet Thomas Peters, Prokurist des Osteroder Werks, den endgültigen Schritt. Die Leiterplatten-Konjunktur schwächele langanhaltend, die wirtschaftlichen Prognosen seien schlecht. „Es handelt sich um gesamtwirtschaftliche Probleme, sie sind nicht hausgemacht“, sagt Peters und verweist auf Mitbewerber, die ebenfalls von der negativen Entwicklung betroffen sind.

Dazu komme in Osterode ein erheblicher Investitionsbedarf von etwa einer Million Euro; es fehlten ferner kompetente Mitarbeiter in Führungspositionen. Derzeit wird mit dem Betriebsart ein Sozialplan erarbeitet. Produziert werden soll noch bis zum 30. November.

Laut Peters werde den Mitarbeitern angeboten, in die Tochtergesellschaften Schoeller Elektronics Systems GmbH (Hessen) und Hans Brockstedt GmbH (Schleswig-Holstein) zu wechseln. Beide Standorte sind allerdings mehrere Hundert Kilometer entfernt. „Alle haben die letzten Monate sauber performt“, lobt Peters die Belegschaft, die in schwieriger Lage nicht resigniert habe.

Keine Rettungsmaßnahme fruchtete

Die Geschäftsleitung der EES betont derweil, dass „alle möglichen Maßnahmen ergriffen wurden“, um den Betrieb in Osterode fortzusetzen – aber dass letztlich keine davon fruchtete. „Die Aktionäre der EES verpflichteten sich zur Weiterführung der erfolgreichen Aktivitäten ihrer beiden verbleibenden Tochtergesellschaften Schoeller Electronics Systems GmbH und Hans Brockstedt GmbH. Jedes dieser Unternehmen nutzt hochentwickelte Leiterplattentechnologien, um seine marktführenden Kunden zu beliefern und wird weiter ein zuverlässiger Partner bei komplexen Verbindungslösungen rund um die Leiterplatten sein“, heißt es in einer Erklärung von Lawrence W. Schwoeri, Vorstandsmitglied von EES. Die beiden anderen Gesellschaften seien von der Schließung ausdrücklich nicht betroffen.

Osterodes Bürgermeister Klaus Becker (parteilos) bedauerte die Entscheidung zur Werksschließung, weil dadurch „wichtige Arbeits- und Ausbildungsplätze verloren“ gehen würden. Gleichwohl laufe die Wirtschaft in Osterode rund, wie die Expansion großer Unternehmen belege.

Von Michael Paetzold

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