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Regional Globalisierungskritiker fordert in Göttingen Gesetze gegen Konzerne
Nachrichten Wirtschaft Regional Globalisierungskritiker fordert in Göttingen Gesetze gegen Konzerne
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18:08 22.11.2019
Klaus Werner-Lobo prangert im Deutschen Theater Strategien multinationaler Konzerne an. Quelle: Epiz Göttingen
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Göttingen

Neben den Gastgebern vom DT zeichneten Mitarbeiter des Entwicklungspolitischen Informationszentrums (Epiz) Göttingenfür Vortrag und Diskussion verantwortlich. Mit der Veranstaltung hätten DT und Epiz ihre Diskussionsreihe „über die Zukunft der Gesellschaft“ fortgesetzt, teilte Epiz-Regionalpromotorin und Organisatorin der Veranstaltung, Noreen Hirschfeld, mit.

„Wieso werden multinationale Konzerne für Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung nicht zur Rechenschaft gezogen? Und was muss sich ändern, um das Wirtschaftssystem ökologisch und sozial gerechter zu gestalten?“ Auf beide zentrale Fragen an diesem Abend habe Werner-Lobo Antworten geliefert. Der Österreicher habe im Deutschen Theater schnörkellos über multinationale Konzerne und deren Missachtung von Menschenrechten und Umweltstandards gesprochen. „Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden mit zivilgesellschaftlichen Initiativen in drei Foren über mögliche Handlungsoptionen“, so Hirschfeld.

„Tief in die Welt der Macht und des Profits eingetaucht“

Werner-Lobo, Mitherausgeber des „Weltbestsellers ,Schwarzbuch Markenfirmen’“ habe von seinen Recherchearbeiten berichtet, „für die er tief in die Welt der Macht und des Profits eingetaucht“ sei. So habe er sich als Rohstoffhändler ausgegeben und deutschen Konzernen wie H.C. Starck das Metall Tantal, das zur Herstellung von Smartphones benötigt wird, zum Kauf angeboten, so Hirschfeld. Als Herkunftsort habe er die Demokratische Republik Kongo angegeben – ein Land, „in dem zu dieser Zeit mit derartigen Bodenschätzen indirekt der ,größte Krieg der Welt nach 1945’ finanziert wurde“.

„Wir wollten mit der Veranstaltung auch schauen, was es politisch und gesellschaftlich braucht, um das Wirtschaftssystem gerechter zu gestalten,“ so Hirschfeld. Deshalb sei in Foren mit dem Publikum diskutiert worden. Im Forum „Unternehmensverantwortung – freiwillig oder per Gesetz?“ sei die Frage behandelt worden, wie Unternehmen zur Verantwortung gezogen werden können. Teilnehmer seien Vertreter des Verbands Entwicklungspolitik Niedersachsen, des Fachforums Konsum und Produktion der Arbeitsgemeinschaft der Eine-Welt-Landesnetzwerke sowie des Inkota-Netzwerks gewesen.

„Unternehmen für Schäden an Mensch und Umwelt haftbar machen“

Die Besucher seien mit Klaus Werner-Lobo einig gewesen: „Es braucht klare Gesetze um die Macht der Unternehmen einzudämmen“. Die aktuelle Kampagne „Initiative Lieferkettengesetz“, so Hirschfeld, fordere auf nationaler Ebene ein Gesetz, „welches Unternehmen für Schäden an Mensch und Umwelt haftbar machen soll“.

Mit der Gruppe Kritische Wirtschaftswissenschaften der Universität habe das Publikum über die „Dezentralisierung wirtschaftlicher Macht und die Chancen der Regionalisierung wirtschaftlicher Kreisläufe für soziale Gerechtigkeit und den Klimaschutz“ diskutiert. Teilnehmer des Forums der lokalen Gruppe „Gemeinwohlökonomie Göttingen“ hätten über „Möglichkeiten unser Wirtschaftssystem mehr am Gemeinwohl auszurichten“ diskutiert. Unternehmen müssten nicht nur eine Gewinn- und Verlustrechnung am Ende des Jahres erstellen, sondern auch ihre Auswirkung auf das Gemeinwohl bilanzieren. Abschließend seien „konkrete nächste Schritte in Göttingen“ besprochen worden.

Von Stefan Kirchhoff

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