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Regional Sie bauten das Neue Rathaus
Nachrichten Wirtschaft Regional Sie bauten das Neue Rathaus
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19:40 23.09.2016
Berichteten aus 50 Jahren Firmengeschichte: Matthias Duhm, Jochen Görres, Wolfgang Kraatz, Heinrich Matthies, Peter Görres mit Moderator Max von Düring (v. l.). Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Um die Universität zu entwickeln, kamen die Gründer, die Architekten Gerhard Brütt und Heinrich Matthies, Ende der 50er-Jahre aus Hannover nach Göttingen. Zunächst waren sie als städtische Beamte tätig. Sein Professor, so Matthies, habe ihm den Rat gegeben, erst einmal in den Staatsdienst zu gehen. Der Grund: Da könne er „alles falsch machen“.

1966 wagten Baudirektor Brütt und Baurat Matthies den Schritt in die Selbstständigkeit. Ein halbes Jahr diente Brütts Garage und dessen Keller als Büro. Dann bezog das Unternehmen Räume Am Ebelhof 12, wo es mit seinen heute gut 20 Mitarbeitern noch immer ansässig ist. Das Büro war an der Entwicklung des Nordcampus der Universität beteiligt.

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An zahlreichen Wettbewerben nahmen die Architekten teil. Am Abgabetag hätten sie in der Regel noch morgens um 7 Uhr am Schreibtisch gesessen, erzählte Peter Görres. Er übernahm die Leitung des Büros gemeinsam mit Wolfgang Kraatz 1985. An einen Mitarbeiter, der nach einer durchgearbeiteten Nacht beim gemeinsamen Frühstück einschlief, erinnerte Kraatz.

Die seinerzeit in Handarbeit erstellten Modelle fotografierte Matthies aus allen Blickwinkeln. „Hast Du auch einen Film drin“, sei er immer gefragt worden, nachdem er das einmal vergessen hätte, verriet Görres. Er sprach vom „Quantensprung“ bei der Technik. Früher hätten sie am Zeichentisch gestanden und mit kurbelbetriebenen Rechenmaschinen gearbeitet.

2001 kam Bau-Ingenieur Matthias Duhm als Partner in die Büroleitung, 2006 Görres’ Sohn Bau-Ingenieur Jochen Görres. Der junge Görres kümmert sich heute um die Planung. Duhm betreut die Baustellen.

Mehr als 700 Projekte hat das Büro bis heute abgeschlossen. Nur Flughäfen und Museen hätten sie noch nicht gebaut, sagte Görres. Göttingen wünscht der Unternehmer aus stadtplanerischer Sicht „mehr Selbstbewusstsein“.