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Regional Bosch-Belegschaft will kämpfen
Nachrichten Wirtschaft Regional Bosch-Belegschaft will kämpfen
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16:57 27.09.2016
Von Michael Caspar
260 von 560 Mitarbeitern sollen bis 2020 gehen: Betriebsrat und Gewerkschaft befürchten, dass das Göttinger Bosch-Werk abgewickelt werden soll. Quelle: Alciro Theodoro da Silva
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Göttingen

Von derzeit 560 auf 300 Beschäftigte will die Stuttgarter Robert Bosch GmbH die Zahl ihrer Göttinger Mitarbeiter bis Ende 2020 verringern. Das teilte das Unternehmen im Juni mit (Tageblatt berichtete). Die Geschäftsleitung hatte vor, in 14 Verhandlungsterminen bis Weihnachten mit dem Betriebsrat und der IG Metall Details zur sozialverträglichen Umsetzung festzulegen. Gestern setzten die Arbeitnehmer nach einer Betriebsversammlung, an der 400 Beschäftigte teilnahmen, die Gespräche aus.

„Bei den ersten vier Treffen verlangten die Arbeitgeber zur Sicherung des Standorts einen Lohnverzicht von 28 Prozent ohne jede Gegenleistung“, schimpfte Zaffke. Die Bosch-Beschäftigten seien grundsätzlich zu Abweichungen vom Flächentarifvertrag bereit, erklärte der Betriebsratsvorsitzende Till Pahmeier. So sei es denkbar, dass die Beschäftigen auf eine Million Euro pro Jahr an Erfolgsprämien verzichteten. Dieses Geld müsse aber für Investitionen zur Standortsicherung verwendet werden. Bosch, so Zaffke, müsse sich verpflichten, neue Produktbereiche bevorzugt in Göttingen anzusiedeln. Das sei in einem Tarifabschluss festzulegen.

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„Wird das Göttinger Werk nicht durch Übernahme neuer Aufgaben gestärkt, schwächt der geplante Personalabbau den Standort so stark, dass früher oder später die Schließung droht“, erwartet Zaffke. Schon jetzt sei ein weiterer Personalabbau abzusehen. Göttingen mache 20 Prozent seines Umsatzes mit der Fertigung von Teilen für das Bosch-Werk in Hildesheim. Der entsprechende Geschäftsbereich dort sei jedoch ausgegliedert worden und stehe zum Verkauf. Ob der künftige Eigentümer die Aufträge weiter nach Göttingen gebe, sei offen.

„Es gibt ein klares Statement von Robert Bosch zum Standort Göttingen“, erklärte am Dienstag Pressesprecherin Heiderose Dreiner auf Tageblatt-Anfrage. Aufgrund der hohen Lohnkosten müsse sich das Göttinger Werk aus der Instandsetzung einfacher gebrachter Fahrzeugteile zurückziehen. Es werde sich in Zukunft auf höherwertige Teile, wie Turbolader, konzentrieren. Die Übernahme anderer Aufgaben sei schwierig. Ohne einen „vorübergehenden Lohnverzicht von 20 Prozent“ sei das Werk nicht wettbewerbsfähig, sagte Dreiner.