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Regional Göttinger Konditoren erhalten Gesellenbriefe
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19:19 26.06.2019
Zwei Konditorinnen und eine Fachverkäuferin Konditorei haben ihre Abschlusszeugnisse erhalten.V.l.: Denise Walter, Tanja Bema und Kristin Wandelt.
Zwei Konditorinnen und eine Fachverkäuferin Konditorei haben ihre Abschlusszeugnisse erhalten.V.l.: Denise Walter, Tanja Bema und Kristin Wandelt. Quelle: Markus_Hartwig
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Göttingen

Drei Lehrlinge im Konditoren-Handwerk haben am Mittwoch ihre Gesellenbriefe überreicht bekommen. Die jungen Frauen können sich freuen: Alle haben bereits eine Anstellung in der Tasche.„Wer heute Konditor lernt weiß, dass er ein Luxusgut herstellt. Deshalb haben unsere Gesellen so ein hohes Niveau“, weiß Thomas Hellmich, Teamleiter im Backhandwerk an den Berufsschulen am Ritterplan (BBS 3). Gemeinsam mit seinem Kollegen Georg Bögershausen hat er nach langer Tätigkeit als Prüfer sein Amt abgegeben. Ihre letzte Prüfung haben sie Dienstag und Mittwoch abgenommen – leider mit der geringsten Zahl an Absolventen seit 40 Jahren, so Hellmich. Dennoch: „Es war eine kleine und feine Gruppe.“ Die Gesellenbriefe wurden am Mittwoch in den Räumen der Göttinger Konditorei Cron & Lanz überreicht.

Vier neue Gesellinnen

Dass sie beim Herstellen süßer Kreationen top sind, haben unter Beweis gestellt: Kristin Wandelt (Ausbildungsbetrieb: Bäckerei Hermann, Göttingen) und Tanja Bema (Feinbäckerei Ruch, Göttingen). Denise Walter (Café Confiserie Mangold, Bad Lauterberg) hat eine Ausbildung zur Fachverkäuferin Konditorei erfolgreich abgeschlossen.

Prüfung an Alltag anpassen

Kreativität beweisen und eigene Ideen spielen lassen, hieß es in der praktischen Prüfung. Und so hatten die Prüflöinge nach ihrer dreijährigen Lehrzeit die Aufgabe, als Gesellenstück eine Formtorte mit Aufsatz aus Marzipan und Zucker zu erstellen. Eigentlich gehöre zur Prüfung von Konditoren auch ein Dreigangmenü. Auf diesen Part hab man jedoch verzichtet, und die komplette Prüfung dem Konditoren-Alltag angepasst, erläuterte Thomas Hellmich. Mit der Formtorte alleine war die Prüfung nicht bewältigt. Zusätzlich hieß es, eine Mischung aus Teegebäck sowie mehrere Sorten Pralinen herzustellen.

Prüfer verabschieden sich

Mit der Freisprechung am Mittwoch hat für Thomas Hellmich und Georg Bögershausen eine 35- beziehungsweise 40-jährige Tätigkeit im Prüfungsausschuss der Handwerkskammer Hannover geendet. Alle drei Jahre werden Prüfer vorgeschlagen und neu ins Amt gewählt, so Hellmich (Lehrerbeisitzer) und Bögershausen (Gesellenbeisitzer). Aber so lange wie sie, hätten noch keine Prüfer ihr Amt ausgeübt.

Es sei eine zusätzliche Verpflichtung gewesen, auf die das berufliche wie private Leben abgestimmt werden musste. Außerdem habe die Bürokratie über die Jahre stark zugenommen, sagen die beiden Prüfer, die sich bald über mehr Freizeit freuen können. Georg Bögershausen, ehemals Abteilungsleiter Pralinen bei Cron Lanz, hat jetzt mehr Zeit für sein Hobby Oldtimer, und Thomas Hellmich wird weiter der Berufsschule treu bleiben, und, wie er sagt, Posten nach und nach abgeben.

Das Amt als Prüfer habe selbstverständlich nicht nur belastende Seiten gehabt. Nach vier Jahrzehnten sei es aber an der Zeit, Neuen die Aufgabe zu überlassen, so Hellmich und Bögershausen. „Für unsere Nachfolger heißt es, die Prüfungen der Konditoren in Göttingen zu halten.“ Hier haben sie besonders die zusätzliche Belastung für die Absolventen im Blick, würde der Prüfungsort wechseln.

Von Markus Hartwig