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Regional Tauziehen um Pfeiffer Vacuum
Nachrichten Wirtschaft Regional Tauziehen um Pfeiffer Vacuum
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00:17 02.03.2017
Pfeifer Vacuum im Industriegebiet Grone in Göttingen. Quelle: Marks
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Göttingen

Gerade umbenannt in Pfeiffer Vacuum, gerät die ehemalige Trinos Vakuum-Systeme GmbH mit Sitz im Industriegebiet Grone in einen Übernahmepoker. Seit 2010 gehört das Göttinger Unternehmen mit seinen rund 160 Angestellten zur Pfeiffer Vacuum Gruppe. Das im Tec-Dax gelistete Unternehmen, welches im Jahr 450 bis 500 Millionen Euro erwirtschaftet ist derzeit im Fadenkreuz der Busch-Gruppe, die mit 27 Prozent bereits Großaktionär bei Pfeiffer Vacuum ist. Nun will die Busch-Gruppe strategisch ihren Aktienanteil auf über 30 Prozent erhöhen. 

Der Vorstand und der Aufsichtsrat von Pfeiffer Vacuum haben am Montag eine Erklärung zum Übernahmeangebot der Busch-Gruppe veröffentlicht. Sie sind der Auffassung, dass das Angebot der Busch-Gruppe nicht im Interesse von Pfeiffer Vacuum und seiner Aktionäre ist. Manfred Bender, Vorstandsvorsitzender der Pfeiffer Vacuum Technology AG, kommentiert: „Die Busch-Gruppe strebt die aktive Kontrolle von Pfeiffer Vacuum an, ohne eine marktübliche Übernahmeprämie zu zahlen.

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Auch ein schlüssiges strategisches Konzept bezüglich der möglichen Zusammenarbeit hat Busch bisher nicht präsentiert.” Vorstand und Aufsichtsrat haben das Angebot und die Angebotsgegenleistung eingehend geprüft und halten vor allem letztere für nicht angemessen. Diese Position wird durch Bewertungsgutachtenzweier Banken gestützt, die jeweils die Angemessenheit der Angebotsgegenleistung aus finanzieller Sicht untersucht haben. Beide Banken kommen unabhängig voneinander zu dem Ergebnis, dass der von der Busch-Gruppe gebotene Angebotspreis in Höhe von 96,20 Euro je Pfeiffer Vacuum-Aktie aus finanzieller Sicht nicht angemessen ist.

Darüber hinaus reflektiert die angebotene Gegenleistung nach Ansicht des Vorstands und des Aufsichtsrats in keiner Weise die von der Busch-Gruppe selbst genannten Wachstumspotenziale in der Vakuumindustrie und das damit verbundene mittelfristige Wertpotenzial von Pfeiffer Vacuum.

Manfred Bender, Vorstandsvorsitzender der Pfeiffer Vacuum Technology AG, sagt: „Pfeiffer Vacuum ist strategisch, technologisch und finanziell sehr gut aufgestellt, um diese Potenziale im Sinne des Unternehmens und seiner Aktionäre aus eigener Kraft zu realisieren. Wir werden unsere erfolgreiche Strategie von organischem Wachstum in Märkten wie Asien und den USA verbunden mit strategischen Akquisitionen weiterführen und können damit unseren Aktionären eine attraktive Langfristperspektive bieten. Wir müssen daher dieses nicht angemessene Angebot ablehnen und auch unseren Aktionären empfehlen, das Angebot nicht anzunehmen."

Die Vakuumtechnologie ermöglicht die Herstellung von Solarzellen, Halbleitern, Wärmeschutzglas sowie die Beschichtung von extrem belastbaren, mechanischen Werkzeugen. Dies sind nur einige Anwendungsbeispiele für die Produkte von Pfeiffer Vacuum. Auch in der Forschung und Entwicklung, der Analytik, Umwelttechnik sowie Automobilindustrie haben zuverlässige Vakuumprodukte und -systeme eine große Bedeutung.