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Regional Göttinger Wirtschaftsförderung ordert 2200 Masken und spendet sie
Nachrichten Wirtschaft Regional Göttinger Wirtschaftsförderung ordert 2200 Masken und spendet sie
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13:36 27.04.2020
„Alles in unserer Macht Stehende tun, um weitere Nothilfemaßnahmen zu realisieren“, will GWG-Geschäftsführerin Ursula Haufe. Quelle: R
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Göttingen

Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG) hat Kontakte in China zur Beschaffung von 2200 Schutzmasken genutzt und sie gespendet. Unter anderem die Gesundheitsregion und die Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen haben Masken erhalten, teilt die GWG mit.

Seit 2018 unterstütze die GWG im Auftrag der Stadt regionale Unternehmen bei deren Geschäftsaufbau mit chinesischen Partnern, so GWG-Pressesprecher Florian Geldmacher. „Über einen Kontakt aus dem hieraus entstandenen ,China Netzwerk Göttinger KMU’ ist es gelungen, eine Lieferung von Schutzmasken des Typs KN95 nach Göttingen zu holen und im Rahmen einer Spendenaktion zu verteilen.“

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GWG: Unterstützung für Solo-Selbtsständige

„Als Folge der umfassenden Beschränkungen des öffentlichen und damit auch wirtschaftlichen Lebens, finden sich viele Unternehmer, insbesondere Solo-Selbstständige, in einer schier unlösbaren finanziellen Zwangslage wieder“, betont GWG-Geschäftsführerin Ursula Haufe. „Wir sehen es daher auch als unsere Aufgabe an, neben den Beratungen zu individuellen Antragsstellungen, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um weitere Nothilfemaßnahmen zu realisieren.“

Die 2200 Schutzmasken seien vergleichbar mit Masken des Typs FFP2, so Geldmacher. Sie würden je nach angemeldetem Bedarf an die Netzwerkpartner und an Mitglieder der Gesundheitsregion Göttingen/Südniedersachsen verteilt. Hierbei entstünden für die Unternehmen keine Kosten. Erste Auslieferungen seien bereits erfolgt.

Arzt: „Ohne Maske zu arbeiten, ist riskant und gefährlich“

„Inzwischen konnten bereits ambulante Pflegedienste, Physiotherapeuten und Hebammen von der Maskenlieferung profitieren. Weiterer Bedarf hat sich bereits angekündigt. Wir streben an, möglichst viele Anfragen, insbesondere von kleinen Einrichtungen zu berücksichtigen“, so Dr. Corinna Morys-Wortmann, Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion. „Wer wie wir täglich an der ,Corona-Virenfront’ arbeitet, braucht dringend wirksamen Schutz. Ohne Maske zu arbeiten, ist riskant und gefährlich für Arzt und Praxisteam“, so Dr. Thomas Carl Stiller, Facharzt für Allgemeinmedizin, Notfallmedizin, Ernährungsmedizin in Adelebsen/Uslar.

Sonja Zwingmann von der Geschäftsführung und Pflegedienstleitung (ambulant) der Blank-Gruppe in Duderstadt habe sich „herzlich für die großzügige Spende der Atemschutzmasken“ bedankt, so Geldmacher. Diese Masken seien „sehr große Mangelware und sind trotz frühzeitiger Intervention für uns auf dem freien Markt nicht verfügbar gewesen“, so Zwingmann. „Daher war die Zustellung der Masken für uns so eine Art ,Weihnachtsgeschenk’. Wir können jetzt beruhigt die aus dem Krankenhaus entlassenen Bewohner in Quarantäne versorgen und den Lieferengpass überbrücken.“

Mitarbeiterinnen der Kreishandwerkerschaft bedanken sich vor ihrer Geschäftsstelle bei der GWG. Quelle: R

Handwerker sind „einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt“

Als Netzwerkpartner habe auch die Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen von dieser ersten Lieferung profitieren können, so Geldmacher. „Die Beschaffung von Schutzausrüstung, insbesondere für die Handwerksbetriebe, die tagtäglich im direkten Kundenkontakt stehen und daher einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, stellt für uns eine große Herausforderung dar. Wir sind der GWG daher dankbar für die schnelle und unbürokratische Unterstützung“, betont Andreas Gliem, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen.

Das Tragen der Schutzmasken ersetze nicht die weiteren Verhaltensrichtlinien, sagt Geldmacher. Bei richtigem Gebrauch einer Maske könne jedoch die Wahrscheinlichkeit einer Virusinfektion verringert werden. „Auf die weiteren Hinweise des Gesundheitsamtes für Stadt und Landkreis Göttingen ist dabei Rücksicht zu nehmen.“

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Von Stefan Kirchhoff