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Regional Göttinger nehmen 64 Millionen Euro mehr ein
Nachrichten Wirtschaft Regional Göttinger nehmen 64 Millionen Euro mehr ein
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19:13 26.01.2011
Von Hanne-Dore Schumacher
Fachmänner für Finanzen im Göttinger Amt: Regierungsdirektor Hermann Büschen (l.) und Minister Hartmut Möllring.
Fachmänner für Finanzen im Göttinger Amt: Regierungsdirektor Hermann Büschen (l.) und Minister Hartmut Möllring. Quelle: Hinzmann
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Rund 340 Menschen kümmern sich in Göttingen offiziell um die Finanzen. 59 davon haben mit den üblichen Steuererklärungen nichts zu tun, sie schauen den ganz Großen in die Bücher. 980 Großbetriebe werden von Göttingen aus steuerlich überprüft – Handel, Produktion, Freiberufler, Kreditinstitute, Versicherungen, land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Nach Umsätzen und steuerlichen Gewinnen, bei Versicherungen nach Einnahmen auf die Jahresprämien kommt es an, ob man in das Aufgabengebiet von Regierungsdirektor Hermann Büschen und seine knapp 60 Kollegen fällt.

Die Grenze ist nicht so einfach zu ziehen, weiß auch Minister Möllring, der sich gestern bei leitenden Angestellten und dem Personalrat über den Göttinger Standort informierte. Es sei ein im Vergleich kleines Amt, das aber im vergangenen Jahr 64 Millionen Euro Mehrsteuern eingebracht habe. Der Minister wollte auch Sorgen nehmen bezüglich des Standortes Göttingen: „Auf absehbare Zeit wird es keine Fusion geben.“ Eine Zusammenlegung von Göttingen und Braunschweig habe man vor fünf Jahren schon abgehakt. Für Möllring macht eine Fusion der Sonderfinanzämter keinen Sinn, da die Unternehmen und die Arbeit nicht weniger werden, es also kaum Synergien, sicher aber viel Unmut durch eine Fusion gebe.

Die Großbetriebsprüfer, die in Göttingen, Northeim, Holzminden, Alfeld, Hildesheim, Herzberg und Bad Gandersheim unterwegs sind, liefern ausschließlich steuerlich relevante Daten an die örtlichen Finanzämter. „Die Finanzämter für Großbetriebsprüfungen sind unverzichtbar, weil dort der Sach- und Fachverstand für die Geschäftsfelder von großen Unternehmen gebündelt ist“, betonte Möllring in Göttingen. So könnten die Firmen in kurzer Zeit geprüft werden und hätten dadurch relativ schnell die Gewissheit, welche Beträge sie nachzuzahlen beziehungsweise mit welchen Steuererstattungen sie kalkulieren könnten. Das wiederum sei für die Planungen der Unternehmen wichtig. Die örtlichen Finanzämter indes würden durch die Verlagerung der Prüfungen entlastet und könnten sich auf die Berechnungen der Steuern konzentrieren.

Für Henning Lüders ist der Erhalt des Spezialamtes in Göttingen wichtiger als über Besoldungsfragen mit dem Minister zu sprechen. Der Personalratsvorsitzende sieht den Bestand nun gesichert, eine Fusion mit einem anderen Amt stehe aktuell nicht zur Debatte.

Amt Göttingen

Das Finanzamt für Großbetriebsprüfungen in Göttingen ist zuständig für den Raum Südniedersachsen. 687 Prüfungen hat das Amt 2010 vorgenommen. Dabei ergab sich ein Steuermehrergebnis von 64,7 Mio. Euro. Zum Vergleich: 2009 waren es 601 Prüffälle mit Steuermehreinnahmen in Höhe von 51,7 Mio. Euro.