Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Große Nachfrage nach Fair Cup
Nachrichten Wirtschaft Regional Große Nachfrage nach Fair Cup
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 18.02.2017
Andreas Hermann (links) und Silvio Dreier bekommen in der Bäckerei Hermann im Kauf Park einen Fair Cup überreicht. foto: Marks Quelle: Marks
Anzeige
Göttingen

In Göttingen gibt es seit Anfang Februar den wiederverwendbaren und recycelbaren To-go-Becher „Fair Cup“. Der niedliche Becher ist derzeit in aller Munde. Nicht nur der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel lobte das Projekt der Schüler der BBS 2. Das Projekt wird mit 10 000 Euro von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert, damit die aktuelle Testphase reibungslos gelingen kann. Auch auf dem Göttinger Berufsinformationstag dem GöBit, waren viele Pappbecher in den Müll gewandert. Schüler der Projektgruppe Fair Cup haben daher Aufklärungsarbeit geleistet und Besucher wie auch Aussteller an den Fair-Cup-Stand gebeten. Vielen Besuchern aber auch Verbrauchern war nicht bewusst, dass es den Fair-Cup gibt.
Dabei ist das Prinzip ganz einfach: Wer in Göttingen bei einem Fair-Cup-Partner den Kaffee im Mehrwegbecher kauft, zahlt den gleichen Preis plus einen Euro Pfand. Den Euro bekommt man wieder, sobald man den Becher bei einem der teilnehmenden Partner wie Feinbäcker Ruch, Ruch-Mannamia, Bäckerei Küster, Bäckerei Hermann, Feinbäckerei Thiele, Bäckerei Kopp, Kaffee Konzept, MyWorx, ifas und der Cafeteria BBS 2 Göttingen zurückgibt, weitere Anlaufstellen sind im Gespräch.
Bei der Göttinger Bäckerei Hermann läuft das Projekt unterdessen sehr gut an. „Vor allem bei Studenten ist der Fair Cup begehrt“, sagt Andreas Hermann, Inhaber der Bäckerei Hermann, die aktuell rund 2000 Becher im Umlauf hat. Pro Tag gehen in den 40 Hermann-Filialen rund 10 Becher über den Tresen. An manchen Tagen seien es sogar bis zu 25 Stück. Normalerweise präsentiere man im Verkaufsbereich keine fremden Produkte oder Informationen. Doch beim Fair Cup hat die Bäckerei eine Ausnahme gemacht. „Wir sind überzeugt von dem Projekt und unterstützen es gerne“, betont Hermann. Auch das Personal zieht mit. „Wir haben das Projekt an die Verkaufsleitungen delegiert“, erzählt Hermann-Geschäftsführer Silvio Dreier. Die Auflagen des Veterinäramtes besagen, dass kein benutzter Becher über den Tresen gereicht werden darf. Deshalb legt der Kunde den alten Fair Cup in den Geschirrwagen. Dann holt er sich am Tresen einen frischen Becher. „Wir haben überlegt, einen ähnlichen Becher anzubieten, aber ein Mehrwegsystem alleine auf die Beine zu stellen ist schwer“, sagt Hermann. Schnell läge ein ähnlicher Becher preislich bei 5 Euro. Für die Kunden ist das zu teuer. „Je mehr Betriebe bei dem Projekt mitziehen desto besser“, so Hermann. Wenn es neue Becher gibt, werde die Bäckerei Hermann nachbestellen.
Doch es gibt auch einige Anregungen. „Das Design könnte etwas ansprechender sein“, findet Dreier. Denn schließlich sollte so ein wiederverwertbarer und recycelbarer Becher auf dem Schreibtisch im Büro eine gewisse Wertigkeit ausstrahlen. Auch die Größe sei ein Problem, denn viele Kaffeespezialitäten wie zum Beispiel ein Latte Macchiato passen nicht in den zu kleinen Fair Cup.

Von Bernard Marks