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19:54 23.02.2016
Von Hauke Rudolph
Es sind fast ausschließlich Frauen, welche die Veranstaltungen besuchen.
Es sind fast ausschließlich Frauen, welche die Veranstaltungen besuchen. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen

Es sind fast ausschließlich Frauen, welche die Veranstaltungen besuchen. Und zwar von Anfang 20 bis Anfang 60, ungelernt oder studiert. Die meisten haben Kinder großgezogen, einige auch Angehörige gepflegt. Jetzt wollen sie wieder arbeiten. Und dafür stehen die Chancen derzeit sehr gut, wie Susanne Wädow betont.

„Für die Arbeitgeber werden die Berufsrückkehrerinnen immer wichtiger“, so die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Arbeitsagentur. Das zeige sowohl die Statistik als auch ihre persönliche Erfahrung: „Immer wieder ziehen Frauen ihre Anmeldung zurück, weil sie einen Job gefunden haben.“

Bei den Veranstaltungen erfahren die Teilnehmerinnen unter anderem, wie sie nach Stellen suchen können, wo sie Hilfe beim Bewerbungsschreiben bekommen und welche Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten bestehen. Wichtig sei auch, den Frauen Selbstbewusstsein zu vermitteln, so Wädow. Viele neigten dazu, sich zu unterschätzen und zum Beispiel ihre Tätigkeiten während der beruflichen Auszeit als irrelevant zu betrachten.

Dabei habe eine Frau, die Kinder großgezogen, den Haushalt gemanagt und einen kranken Elternteil gepflegt habe, bewiesen, dass sie eine Menge mitbringe, beispielsweise Organisationstalent, Stressresistenz und Multitasking. Einer gelernten Kauffrau, die sich für eine Vormittagsstelle in einer Schulkantine bewerben möchte, rät Wädow dann auch dazu, noch andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen.

Die Veranstaltung kommt gut an. „Mir war bewusst, dass ich was kann“, sagt eine 49-jährige Bürokauffrau, die wegen ihrer drei Kinder beruflich 20 Jahre ausgesetzt hat, „aber es bestätigt zu kriegen, bedeutet zusätzliche Motivation“. Eine gelernte Bäckerin (35), die eine Altenpflege-Ausbildung in Teilzeit machen möchte, schätzt die vielen wertvollen Informationen. Und eine 43-jährige Einzelhandelskauffrau berichtet, dass sie zu einer ganz neuen Einsicht gekommen sei: „Meine zehnjährige Tochter ist wirklich schon alt genug, um für ein paar Stunden bei den Nachbarn zu bleiben.“