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Regional Haese setzt auf Göttinger Bachelor-Absolventen
Nachrichten Wirtschaft Regional Haese setzt auf Göttinger Bachelor-Absolventen
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18:27 07.07.2011
Von Hanne-Dore Schumacher
Hat an der HAWK studiert und arbeitet jetzt bei Kappa in Klein Lengden: Inna Pfaff macht digitale Messungen.
Hat an der HAWK studiert und arbeitet jetzt bei Kappa in Klein Lengden: Inna Pfaff macht digitale Messungen. Quelle: SOZ
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Göttingen

Sie ist froh, dass sie den Job bei der Messtechnik-Firma bekommen hat. Den Master kann sich die 32-jährige Mutter zurzeit nicht leisten. Für Jürgen Haese ist Inna Pfaff ein Glückgriff. Der Kappa-Chef kennt sie aus einem Praktikum, auch ihre Bachelor-Arbeit hat die aus Kasachstan stammende Frau in seinem Unternehmen geschrieben.

Auch Illon Bickel ist seit April neuer Mitarbeiter bei Kappa (100 Beschäftigte, 16 Mio. Euro Umsatz). Der 24-Jährige, der im Eichsfeld aufwuchs und an der Fachhochschule in Esslingen seinen Bachelor of Engineering gemacht hat, fühlt sich bei den Südniedersachsen wohl. Er wollte nach dem sechssemestrigen Studium nicht gleich den Master (früher Diplom) anschließen und bewarb sich bei Kappa. Auch Bickel wurde mit offenen Armen aufgenommen, wurde sofort in Technik, Dokumentation und Kundenakquise involviert.

Beide, Bickel und Pfaff, haben den Masterstudiengang nicht abgeschrieben. Bickel beginnt im Wintersemester an der HAWK den Master im Praxis-Verbund-Studium, berichteten gestern Jürgen Haese und Studiendekan Prof. Dr. Bernd Stock. Ein individuelles Modell habe man entwickelt, das das erste Mal in Göttingen realisiert werde und auch für andere Studierende interessant ist. Während des viersemestrigen Master-Studiums wird Bickel weiter bei Kappa arbeiten. Auch die Finanzierung ist gesichert. „Ich packe da keinen Deckel drauf“, sagt Haese zu den Masterplänen seiner Mitarbeiter. Der Unternehmer will die jungen Leute auf jeden Fall halten. „Das ist kein Selbstläufer“, weiß Haese angesichts des demographischen Wandels und des bevorstehenden Fachkräftemangels. Haese kann Verunsicherungen bezüglich der Bachelor-Absolventen nicht bestätigen, auch wenn es unter den alten Hasen seiner Diplom-Ingenieure noch Skeptiker gibt. Etwa die Hälfte der Bachelor of Engineering in Göttingen sattelt den Master auf, weiß Studiendekan Stock. Diejenigen jedoch, die nach sechs Semestern in den Job wollen, sind bei Kappa gern gesehen. Haese, der mit der HAWK schon seit Jahren als Mitglied des Fördervereins kooperiert, weiß aber auch: „Wir müssen die Absolventen anständig begleiten.“