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Regional Handwerkskammer eröffnet Berufsbildungszentrum in Göttingen
Nachrichten Wirtschaft Regional Handwerkskammer eröffnet Berufsbildungszentrum in Göttingen
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18:01 20.09.2013
Von Hanne-Dore Schumacher
In einer der 16 Schweißer-Kabinen: Philipp Wolter, Azubi im zweiten Lehrjahr. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Das BBZ ist zertifizierte Kursstätte des Deutschen Verbands der Schweißtechnik (DVS). „Schweißen steht nicht mehr im Ausbildungsplan für Anlagenbauer“, berichtet die Unternehmerin, während die „Big Band Gymnasium Eichsfeld“ aufspielt.

Mehrfach fällt der Name Wolfgang Boritzki in den Gesprächen zwischen Handwerkmeistern, Unternehmern und Vertretern der Kreishandwerkerschaft (KH). Boritzki, heute in Rente, war bis zur Schließung der Schweißstätte der Lehrschweißer. „Schweißer-Urgestein“, sagen die Handwerker. Ab jetzt ist Siegbert Brandt der Lehrwerksmeister.

1985 hatte die Kreishandwerkerschaft Göttingen das Gebäude von Tischlermeister Aloysius Schenk erworben, erinnert Katja Thiele-Hann an die Anfänge der Aus-und Fortbildungsstätte, die ab jetzt die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen betreibt.

Insbesondere überbetriebliche Ausbildung im Metallhandwerk habe damals in den Räumen stattgefunden, berichtet die Kreishandwerksmeisterin, die die Gäste im Namen der Vermieterin, der KH, begrüßt. 1987 erfolgte ein Anbau, die Betriebsstätte wurde vom DVS zertifiziert.

Nach Einstellung der überbetrieblichen Lehrgänge (1997) sei die Stätte bis 2007 für Benachteiligten-Maßnahmen genutzt worden, ab 2008 von der Prager-Schule. Sie meldete 2012 Insolvenz an.

Als Beginn einer „neue Ära der Zusammenarbeit zwischen Kammer und Kreishandwerkerschaft“ sieht Thiele-Hann die Eröffnung des BBZ durch die Kammer in der KH-Immobilie. Thiele-Hann will das erste Seminar im BBZ besuchen, am Montag. Das Thema: Energie-Management.

Je 250 000 Euro haben Kammer und KH in die Modernisierung des Gebäudes investiert. Kammerpräsident Delfino Roman erinnert bei der Eröffnung an den Verkauf des „zu großen“ BBZ Duderstadt (20 000 Quadratmeter) für 1,5 Mio. Euro an Ottobock.

Mit Wiedervereinigung, demografischem Wandel, Betriebskosten und Sanierungsstau begründet Roman den Schließungsbeschluss auf der Kammer-Vollversammlung am 14. März. Mit zukunftsorientierten Denkweisen und Lösungen zeige sich das Handwerk flexibel, zeige Verantwortung gegenüber den 8100 Mitgliedsbetrieben mit ihren 44 000 Angestellten.

„Passgenaue Vermittlung“

Sukzessive müsse nun im Göttinger BBZ das Dienstleistungsangebot für die Mitgliedsbetriebe ausgebaut werden. Gemeinsam mit der KH, aber auch mit anderen Akteuren der Wirtschaft gelte es Lehrgänge und Schulungsangebote zu entwickeln.

Schüler der achten Jahrgänge erwartet Claudia Müller im BBZ. Mit dem Projekt „Passgenaue Vermittlung“ will sie Schüler und Betriebe rund um Arbeitsplatzvermittlung beraten.

In der Praxis besuchen 15-köpfige Schülergruppen das BBZ und lernen in einer zweiwöchigen Berufsorientierung „Berufsbilder im Paket“ kennen. Müller nennt ein Beispiel: EDV, Friseur und Maurer. Wer sich für Friseur interessiert, muss auch in EDV und Maurer hineinschnuppern.

Alle Infos im Netz unter hwk-hildesheim.de