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Regional „Meisterprämie hat großen Anteil an positiver Entwicklung“
Nachrichten Wirtschaft Regional „Meisterprämie hat großen Anteil an positiver Entwicklung“
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15:27 25.01.2019
Im Landkreis Göttingen haben bisher 54 Meister einen Antrag auf die Meisterprämie gestellt. Quelle: dpa
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Göttingen

Der Wirtschaftsausschuss im Niedersächsischen Landtag hat sich am 11. Januar für eine Verlängerung der Meisterprämie über das Jahr 2019 hinaus ausgesprochen. Auch wenn der Niedersächsische Landtag voraussichtlich erst im Februar abschließend darüber entscheiden wird, sehen Institutionen wie die Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen darin ein wichtiges Zeichen.

„Die Entscheidung des Wirtschaftsausschusses, eine Erstattung der Meisterprämie über das Jahr 2019 hinweg vorzusehen, ist richtig, erforderlich und nachhaltig“, sagt Karl-Wilhelm Steinmann, Vorsitzender der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen.

Zahl der Meisterabschlüsse hat sich halbiert

Seit Anfang der Neunzigerjahre habe sich die Zahl der Meisterabschlüsse in Niedersachsen halbiert. Das sei eine Entwicklung, die das Handwerk besonders hart treffe. Als Grund nennt Steinmann eine „über viele Jahre einseitige Ausrichtung auf die Akademisierung“ und „die politische Abwertung des Meisterabschlusses“ durch die Novelle der Handwerksordnung.

Die rückläufigen Meisterzahlen hätten erhebliche Auswirkungen auf die Ausbildungsleistung und die Bestandsfestigkeit der Betriebe. Mit der Meisterprämie habe das Land Niedersachsen „dem politischen Handlungsbedarf im Handwerk Rechnung getragen“.

Meister kostet 10000 bis 15000 Euro

Eine ähnliche Kritik äußert auch Kreishandwerksmeister Christian Frölich. „Die Meisterprämie muss verstetigt werden als klares Signal, was die Wertigkeit einer betrieblichen Ausbildung im Vergleich zu einer akademischen Ausbildung angeht“, sagt Frölich. Denn anders als bei einem Bachelor an einer Fachhochschule oder Universität sei eine kostenlose Ausbildung im gewerblichen Bereich nicht gegeben.

10000 bis 15000 Euro koste es, seinen Meister zu machen. Gerade für Kollegen, die gleich nach Abschluss ihrer Gesellenprüfung in die Meisterausbildung gehen wollten und daher noch nicht viel Geld durch ihre Arbeit hätten sparen können, könne die Meisterprämie den Ausschlag geben. „Das macht die Entscheidung leichter, ganz klar“, sagt Frölich.

Gestiegene Teilnehmerzahl in den Meisterkursen

Eine Einschätzung, von der die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen sagt, dass sie sich bereits erkennbar in Zahlen niederschlägt. So gebe es im Kammerbezirk Hildesheim-Südniedersachsen deutlich „spürbare erhöhte Teilnehmerzahlen in allen angebotenen Meisterkursen“ in den Berufsbildungszentren Hildesheim und Göttingen. „Es ist bei rückläufigen Ausbildungszahlen in unserem Kammerbezirk mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Meisterprämie einen großen Anteil an dieser positiven Entwicklung hat“, sagt Pressesprecher Stefan Pietsch.

Nach Angaben der NBank liegen im Hinblick auf die Meisterprämie 190 bewilligte beziehungsweise ausgezahlte Anträge im Kammerbezirk Hildesheim-Südniedersachsen vor. Diese verteilten sich in den Landkreisen wie folgt: Im Landkreis Göttingen sind es 54 Anträge, in Holzminden 15, in Hildesheim 76 und im Landkreis Northeim 45 Anträge.

Prämie könne Anreiz sein

Andreas Gliem, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen begrüßt die Entscheidung des Wirtschaftsausschusses, weil der Meister unverzichtbar für die Ausbildung im Handwerk sei. Die Meisterprämie könne ein Anreiz sein, denn der Meister sei der „Grundstein für ein erfolgreiches Unternehmertum im Handwerk“, so Gliem.

Doch noch handele es sich bei dem Beschluss, die Meisterprämie fortzuführen, nur um eine Empfehlung des Ausschusses, gibt Frölich zu bedenken. Seiner Einschätzung nach mache sich die Landesregierung derzeit „einen schlanken Fuß“, weil sie wolle, dass der Bund die Meisterprämie finanziere. „Eine gute Maßnahme droht so daran zu scheitern, dass keiner die Kosten übernehmen will“, befürchtet er.

Meisterprämie in Niedersachsen

Seit dem 14. Mai 2018 können alle Meister, die ihre Prüfung nach dem 1. September 2017 erfolgreich abgelegt haben und seit mindestens sechs Monaten ihren Hauptwohnsitz oder ihren Arbeitsplatz in Niedersachsen haben, die Meisterprämie in Höhe von 4000 Euro bei der NBank beantragen. Nach Angaben der Handwerkskammer Südniedersachsen haben seit Einführung der Prämie 2200 niedersächsische Meisterabsolventen von dem Angebot Gebrauch gemacht. Die Förderung wird komplett über die NBank abgewickelt. Die Antragstellung erfolgt online, dazu ist eine Registrierung auf der Website unter https://kundenportal.nbank.de/irj/portal erforder­lich. Die NBank prüft die Anträge und ist für Bewilligung und Auszahlung zuständig. Laut dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann soll die Prämie die Meister­ausbildung attraktiver machen und zugleich eine Anerkennung für die bestandene Prü­fung sein.

Von Nora Garben

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