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Regional Hann. Münden braucht größere Flächen für den Handel
Nachrichten Wirtschaft Regional Hann. Münden braucht größere Flächen für den Handel
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00:17 14.09.2013
Quelle: Hinzmann
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Hann. Münden

Das schwächt den Standort gegenüber den Oberzentren Göttingen und Kassel. Darauf hat Stefan Holl von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH bei einer Veranstaltung der Weserumschlagstelle Hann. Münden Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing (WWS) GmbH zur Zukunft des Einzelhandels hingewiesen.

Nach Holls Erhebungen verfügen die 200 Einzelhändler in der Innenstadt über eine Gesamtverkaufsfläche von 30 000 Quadratmetern. Die Hälfte von ihnen bewirtschafte weniger als 50 Quadratmeter. Das sei der historischen Bausubstanz geschuldet. Rolf Bilstein von der WWS führt derzeit Gespräche mit Immobilienbesitzern über die Zusammenlegung von Flächen. Die Besitzer seien zum Teil offen für solche Ideen, da die Vermietung kleiner Läden immer schwerer werde, berichtete Bilstein. Von „massiven Leerständen“ in den Nebenstraßen sprach Holl.

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Manufakturen und Feinkost-Geschäfte

Michael Kühlewindt, Vorsitzender der Mündener Gilde, lenkte den Blick auf das Desinteresse einiger Erbengemeinschaften an ihren Immobilien. Die Gebäude ließen sich teilweise durch Einsatz von Besen, Wischlappen und Pinsel erheblich aufwerten. Holl regte an, insbesondere in den Nebenstraßen, gezielt kleine Manufakturen und Feinkost-Geschäfte anzusiedeln.

Dafür gebe es in Münden bereits Beispiele. Zur Belebung des Umsatzes machte sich Gilde-Chef Kühlewindt dafür stark, an bestimmten Tagen Kunden die Betreuung der Kinder anzubieten. Bilstein will Kosten für die Anmietung von Räumen und die Beschäftigung einer Sozialpädagogin prüfen.

Verwirrende Beschilderung

Bei der Veranstaltung gab es weitere Ideen zur Stärkung der Innenstadt. Die verwirrende Beschilderung sei zu optimieren. Einzelhandel und Gastronomie könnten gemeinsame Veranstaltungen ausrichten. Die Kommunikation zwischen den Einzelhändlern und der Stadtverwaltung müsse durch Newsletter und regelmäßige Treffen verbessert werden. Jörg Wieland, der Geschäftsführer des Gemeinnützigen Bauvereins, regte Fortbildungsseminare für die Händler an.

Die WWS solle die Zusammenarbeit von Schulen und Wirtschaft fördern, damit nicht unnötig viele junge Leute auf der Suche nach Ausbildungsplätzen abwanderten. Wichtig sei auch die Kooperation der WWS und des Tourismusvereins.

Schließlich forderte er W-Lan in der Innenstadt. Holl mahnte einen Masterplan zur Entwicklung der Innenstadt ein, um Flickschusterei zu vermeiden.

Von Ute Lawrenz