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Regional Hannover Messe baut Vorstand um
Nachrichten Wirtschaft Regional Hannover Messe baut Vorstand um
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09:45 24.11.2011
Von Jens Heitmann
Im November noch geprägt durch Landmaschinen auf der Agritechnica, steht die Hannover Messe vor einem Konflikt. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Bei der Deutsche Messe zeichnet sich ein Konflikt um die Berufung neuer Vorstandsmitglieder ab. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat plädieren dafür, die Führungsetage nur mit drei Personen zu besetzen – falls man dennoch einen vierten Vorstand ernennen wolle, sollte der Posten mit einer Frau besetzt werden, forderte der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Hannover, Dirk Schulze, am Mittwoch: „Angesichts der berechtigten öffentlichen Diskussion stünde dies einem Unternehmen mit städtischer und Landesbeteiligung gut zu Gesicht.“

In der heutigen Aufsichtsratssitzung sollen die Mitglieder einer Umstrukturierung des Messe-Vorstands zustimmen. Ausgelöst wurde die Rochade durch das Ausscheiden des früheren Finanzchefs Stephan Kühne und den geplanten Abschied von CeBIT-Vorstand Ernst Raue im Frühjahr 2012. Für die beiden Manager sollen der bisherige CeBIT-Geschäftsbereichsleiter Frank Pörschmann und der Vize-Hauptgeschäftsführer der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, Jochen Köckler, nachrücken.

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Schon im Präsidialausschuss des Aufsichtsrats hatte sich Betriebsratschef Karsten Scheibe gegen die geplante Besetzung des Vorstands ausgesprochen. Bei insgesamt mehr als 60 leitenden Angestellten, einer Vielzahl von Bereichsleitern und Geschäftsführern könne ein Unternehmen von der Größe der Deutschen Messe auch mit drei Vorständen auskommen, hieß es von Arbeitnehmerseite. Es reiche aus, wenn ein Manager den Vertrieb im Inland steuere, einer den im Ausland und der Vorstandschef fürs große Ganze zuständig sei.

Das sieht man in der Führungsetage der Messe anders. Vorstandschef Wolfram von Fritsch will künftig zusätzlich die Bereiche Finanzen, Personal und Recht übernehmen und das operative Geschäft auf die anderen drei Vorstände verteilen. Das sei nötig, um die Durchschlagskraft im Vertrieb zu erhöhen, hieß es. Die Erlöse außerhalb Deutschlands sollen bis 2015 auf knapp ein Fünftel vom Gesamtumsatz steigen, zugleich wolle man neue Geschäftsfelder und Messethemen auf dem Gelände in Hannover vorantreiben. Wegen der engen Abfolge der beiden Großveranstaltungen CeBIT und Hannover Messe müsse diese Aufgabe im Vorstand auf zwei Schultern verteilt werden – Andreas Gruchow sei mit dem Auslandsgeschäft gut ausgelastet.

Die Anteilseigner Stadt und Land teilen die Einschätzung der Gewerkschafter nicht. „Das Wohl und Wehe der Messe entscheidet sich im Vertrieb“, sagte ein Beteiligter. Und geeignete Frauen seien im Messegeschäft leider rar gesät.

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