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Regional Hans Georg Näder: „Kinder in Not – Hilfe für Syrien“ gegründet
Nachrichten Wirtschaft Regional Hans Georg Näder: „Kinder in Not – Hilfe für Syrien“ gegründet
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13:53 16.12.2013
Von Hanne-Dore Schumacher
Millionen auf der Flucht: Besonders für die Kinder will sich die Otto Bock Stiftung einsetzen.
Millionen auf der Flucht: Besonders für die Kinder will sich die Otto Bock Stiftung einsetzen. Quelle: EF
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Duderstadt/Berlin

Den Betrag spendet der Privatmann Näder, nicht der Inhaber des Ottobock-Konzerns. Gestern hat er in Berlin den Startschuss für die Hilfsaktion zugunsten syrischer Flüchtlinge gegeben.

Nach UN-Angaben sind sieben Millionen Syrer auf der Flucht, zwei Millionen Menschen haben das Land verlassen. 48 Prozent davon sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Näder: „Die Kinder haben echte Not.“ Deshalb habe die Otto Bock Stiftung die Spendenaktion ins Leben gerufen.

Die Erlöse sollen in die medizintechnische Versorgung sowie die Unterbringung von betroffenen Familien im Tabaluga-Haus in Duderstadt genutzt werden, erklärt Stiftungsvorstand Karl-Heinz-Burghardt. „Jeder Cent geht in das Projekt“, versichert Näder und verweist auf Hilfsaktionen der Stiftung wie etwa in Haiti.

Näder

Religiöse und ethnische Konflikte

Immer mehr verschärften sich die religiösen und ethnischen Konflikte in Syrien, begründet Näder sein Engagement: „Dort wird weiter gemordet.“ Mit knapp 15 Prozent der syrischen Gesamtbevölkerung gehörten die Christen zur religiösen Minderheit, die zunehmend aus dem Land vertrieben werde. Damit spitze sich auch die Situation in den überfüllten Notquartieren immer mehr zu.

Es fehle den Flüchtlingen an Nahrungsmitteln und an der nötigen medizinischen Versorgung. Viele Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen seien im Krieg zerstört worden. Der Mangel an Zelten, Decken und Matratzen verschärfe die Bedingungen zum Wintereinbruch.

„Kinder und Jugendliche wachsen ohne Schutz und Bildung auf, sind häufig traumatisiert und stark verletzt“, berichtet Näder, der nicht länger tatenlos zusehen will. Die Otto Bock Stiftung wolle dabei helfen, Kriegserlebnisse zu verarbeiten. Mit den Spendenerlösen soll unter anderem eine mobile Orthopädiewerkstatt finanziert werden, erklärt Burghardt die Pläne.

Prothesen, Orthesen oder Rollstühle

Gliedmaßenverletzte Kinder müssten schnellstmöglich mit Prothesen, Orthesen oder Rollstühlen versorgt werden. 350 Rollstühle seien bereits über die Organisation „Luftfahrt ohne Grenzen“ in die Flüchtlingslager in der Südtürkei gebracht worden. Mit der deutschen Botschaft in Ankara arbeite man eng zusammen, alles müsse ganz offiziell laufen.

Im Frühjahr, so rechnet Näder, könnten die mobilen Werkstätten und die Techniker aus Duderstadt Richtung Türkei starten. Bis dahin werden die Konvois zusammengestellt und kräftig Spenden gesammelt. „Für manchen ist es wichtig, in der Weihnachtszeit mal etwas Gutes zu tun“, begründet Näder seinen Optimismus bezüglich des Spendenaufkommens.

Spenden: Otto Bock Stiftung,

Volksbank Mitte, Konto: 178 004 0, Bankleitzahl: 260 612 91. Stichwort „Kinder in Not – Hilfe für Syrien“.

Stiftung Otto Bock

1987 gründete Max Näder die Otto Bock Stiftung, um die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Ärzten, Therapeuten und Orthopädietechnikern zu fördern.

Seit 2002 engagiert sich die Stiftung auch für internationale Hilfsprojekte im mildtätigen Bereich.

„Im Mittelpunkt steht die Versorgung von Kindern und Jugendlichen, die durch Katastrophen verletzt worden sind“, erklärt der Kuratoriumsvorsitzende Hans Georg Näder.

Diese Ziele hat die Otto Bock Stiftung bereits mit zahlreichen Hilfsaktionen verwirklicht, wie bei dem Elbhochwasser in Ostdeutschland, dem Tsunami in Südostasien oder dem Erdbeben in Haiti.

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