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Regional Heckenbeck meistert demografischen Wandel
Nachrichten Wirtschaft Regional Heckenbeck meistert demografischen Wandel
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20:43 04.03.2019
Carsharing ist auch auf dem Lande ein attraktives und nachgefragtes Angebot. Quelle: dpa
Heckenbeck

Das Dorf Heckenbeck mit seinen 500 Seelen ist zu einem Forschungsobjekt der Universität Göttingen geworden. Wissenschaftler haben anhand des kleinen Ortes bei Bad Gandersheim untersucht, welche Faktoren Dörfer aufweisen müssen, um das Zusammenleben im ländlichen Raum gemeinsam und nachhaltig zu meistern. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Sustainability erschienen, heißt es in einer Mitteilung der Universität Göttingen. Heckenbeck liegt in einer wirtschaftlich schwachen Region und ist vom demografischen Wandel stark betroffen. Dennoch ist es geprägt von einer nachhaltigen Infrastruktur. „Häufig sind solche Potenziale von Dörfern auf die persönlichen Netzwerke von Pionieren und räumlich auf einzelne, isolierte Orte beschränkt, die kaum Bezüge zu den Bewohnern in ihrer Umgebung aufweisen“, sagt Dr. Markus Keck vom Geographischen Institut der Universität Göttingen. Er und seine Kollegen haben untersucht, wie es in Heckenbeck gelang, diesen Inselstatus zu überwinden.

Formen von Mobilität

In Heckenbeck seien viele Projekte, Organisationen und ländliche Infrastrukturen aufgebaut worden, die nicht nur die lokale Lebensqualität verbessern, sondern auch die Rahmenbedingungen für nachhaltigere Formen von Konsum, Mobilität und Bildung schufen, heißt es als Erklärung. „Viele dieser Projekte sind zu einem festen Bestandteil der Dorfgemeinschaft geworden“, so Keck. Dazu gehören unter anderem die Freie Schule Heckenbeck, der Kindergarten, das Kulturzentrum Weltbühne sowie eine medizinische Grundversorgung und Hebammenpraxis. Organisiert würden die Projekte meist gemeinsam. „Der Verein Heckenrose unterstützt nachhaltige Formen der Mobilität im Dorf, wie zum Beispiel Carsharing und ein Leihsystem für Fahrräder“, berichtet Keck.

Pioniere und Alteingesessene

„Unsere Fallstudie zeigt eindrücklich, wie sich nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweisen auch im ländlichen Raum erfolgreich verbreiten können“, sagt Janes Grewer, Ko-Autor der Studie. „Die Verbreitungschancen alternativer Lebensstile erhöhen sich, je sichtbarer diese gelebt werden. Die Grundvoraussetzung sind regelmäßige Begegnungen zwischen Pionieren und alteingesessenen Bürgern auf Augenhöhe. Dies gelingt etwa durch den Aufbau von Begegnungsstätten oder durch das Umsetzen gemeinsamer Projekte.“

Von Ulrich Meinhard

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