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Regional Helios-Kliniken: Standorte auf dem Land sichern
Nachrichten Wirtschaft Regional Helios-Kliniken: Standorte auf dem Land sichern
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18:36 23.07.2019
Das Krankenhaus in Herzberg am Harz am 16. September 2013. Das Krankenhaus in Herzberg profitiert von einer pauschalen Förderung. Quelle: Mark Haertl
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Herzberg

Auf die medizinische Versorgung auf dem Land wirkt sich der demografische Wandel besonders stark aus: Der Altersdurchschnitt der Bewohner wächst – weil die Lebenserwartung steigt und gleichzeitig weniger Kinder geboren werden – diese brauchen öfter einen Arzt. Gleichzeitig gehen viele Mediziner in den Ruhestand, während junge Ärzte eher in Praxen in der Stadt arbeiten wollen. Umso wichtiger sind Krankenhäuser in ländlichen Gegenden wie zum Beispiel die Helios-Klinik Herzberg/Osterode. Sie gehört zu den zehn Kliniken in Niedersachsen, die ab 2020 jeweils über 400 000 Euro mehr verfügen können.

Die pauschale Förderung ist für Krankenhäuser auf dem Land gedacht, die entweder eine Fachabteilung für Geburtshilfe vorhalten – so wie die Klinik in Herzberg – oder die Notfallversorgung durch Abteilungen für Innere Medizin und Chirurgie sicherstellen. Auf die Herzberger Helios-Klinik als Empfänger des Geldes sowie rund 120 weitere Krankenhäuser in ganz Deutschland haben sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GVK) geeinigt und planen die Vergabe. In der Summe geht es um 48 Millionen Euro, die zusätzlich ausgezahlt werden sollen.

Finanzierung ist komplexes Thema

Die Förderung nennt sich Sicherstellungszuschlag. Hintergrund ist, dass manche Kliniken in schwach besiedelten Gegenden zu wenige Patienten haben, um ihre Betriebskosten zu decken. Das Geld wird laut dem GVK-Spitzenverband auch dann ausgezahlt, wenn ein Standort kein Defizit hat.

„Die Krankenhausfinanzierung ist ein sehr komplexes Thema“, sagt Johannes Richter, Geschäftsführer der Helios-Klinik Herzberg/Osterode. Für den Zuschlag habe die finanzielle Lage der Häuser keine Rolle gespielt, sondern Kriterien wie Bevölkerungsdichte und Anfahrtsweg zum nächst gelegenen Krankenhaus. „Die in Aussicht gestellte Förderung bestätigt uns damit in der Rolle als wichtiger Gesundheitsversorger hier in der Region. Wir verstehen uns als Krankenhaus für die Menschen vor Ort. Im Umkreis von rund 30 Kilometern sind wir das einzige Akutkrankenhaus und damit erster Ansprechpartner bei Notfällen“, berichtet Richter. „Wir möchten den Menschen in der Region als verlässlicher Gesundheitspartner ein modernes Krankenhaus mit einer hohen medizinischen Qualität bieten.“

„Zukunftskonzept fehlt“

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz erklärt, die Finanzhilfe möge kurzfristig unterstützen. „In manchen Krankenhäusern wird sie länger helfen, in anderen ist sie schneller weg“, heißt es auf Nachfrage. Die Stiftung übt Kritik, dass die Summe „ohne wirkliches Zukunftskonzept“ ausgezahlt werde: „Der Schritt danach fehlt.“ Bund und Länder seien gefordert, die Kliniken auf den demografischen Wandel vorzubereiten. „Wir brauchen ein grundsätzliches Konzept für die insgesamt 2 000 Krankenhäuser in Deutschland.“

Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes, ist vom Sicherstellungszuschlag jedoch überzeugt: „Gemeinsam mit den Klinikvertretern haben wir eine gute Entscheidung getroffen, damit die Menschen auch in Zukunft gerade bei Notfällen ein Krankenhaus für die Erstversorgung in ihrer Nähe haben“, so der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen.

Zu den Auswahlkriterien für die Förderung gehört eine Bevölkerungsdichte von weniger als 100 Einwohnern pro Quadratkilometer. Berechnet wird zudem, für wie viele Patienten Fahrtzeiten von mehr als 30 Minuten mit dem Auto zur nächsten Klinik entstehen würden, wenn ein Standort schließt.

Von Kjell Sonnemann

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