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Regional Kassel: Höffner investiert 70 Millionen Euro
Nachrichten Wirtschaft Regional Kassel: Höffner investiert 70 Millionen Euro
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16:00 08.07.2019
Das Gelände des ehemaligen Einrichtungshauses Finke - hier entsteht bis Ende September ein neues Höffner-Möbelhaus mit zusätzlichem Hochregal-Lager. Quelle: Markus Riese
Kassel/Fuldabrück

Auf dem Gelände des ehemaligen Einrichtungshauses Finke in Fuldabrück bei Kassel lässt die Möbelhaus-Kette Höffner derzeit eine neue Filiale und ein großes Hochregal-Lager bauen. Die Eröffnung ist für den 26. September geplant – ein ambitioniertes Ziel, denn momentan ist gerade einmal die Hälfte des früheren Finke-Komplexes abgerissen.

„Der Zeitplan wird auf jeden Fall eingehalten“, sagt Hausleiter Andreas Meier-Funke. Seit März werde mit Hochdruck an dem neuen Einrichtungshaus gearbeitet; 400 Bauarbeiter und etwa 40 Firmen sind auf der Großbaustelle im Einsatz. „Das Eröffnungsdatum ist in Stein gemeißelt“, betont auch Höffner-Geschäftsführer Thomas Dankert. „Wir sind zwar Berliner, aber wir bauen hier ja keinen Flughafen“, scherzt er bei einem Pressetermin.

Dachterrasse mit Herkulesblick

35 000 Quadratmeter Verkaufsfläche soll das neue Möbelhaus ab Ende September bieten, und damit 5000 mehr als bisher. Allein 11 000 Quadratmeter werden der Wohnzimmer-Abteilung vorbehalten sein, rund 150 Küchen sollen gleichzeitig ausgestellt werden können.

Auf dem ehemaligen Finke-Areal entsteht derzeit ein neues Höffner-Einrichtungshaus – die Bauarbeiten liegen nach Angaben der Höffner-Geschäftsführung im Zeitplan.

Das nebenan entstehende Hochregal-Lager soll eine schnelle Auslieferung ermöglichen. „Wir wollen unsere Monteure nicht Hunderte Kilometer quer durch Deutschland schicken“, erklärt Dankert – und verweist auf die eigenen Ansprüche: „Unser Alleinstellungsmerkmal ist die Beratungsqualität unserer Verkäufer“, sagt er. Dazu kämen die Produktvielfalt, eine „klare Service-Ansage“ sowie die handwerkliche Qualität. „Lieferung und Montage, da liegen unsere Wurzeln, da sind wir kompetent. Und das werden wir auch in Kassel durchsetzen“, kündigt der Geschäftsführer an. „Wir werden uns sehr schnell mit den Menschen hier anfreunden“, prognostiziert Dankert. Geplant seien neben den klassischen Haupt- und Nebensortimenten eines Möbelhauses unter anderem ein Kinderland namens „Grimms Märchen“ und eine hauseigene Gastronomie mit 250 Quadratmeter großer Dachterrasse, Herkules-Blick inklusive. Etwa 70 Millionen Euro investiert Höffner in die neue Immobilie in Kassel.

„Man muss uns wollen“

Auch für den Standort Göttingen hatte sich Höffner interessiert, als klar war, dass die XXXL-Gruppe nicht kommen würde. Statt Höffner wird nun Porta ein Möbelhaus nahe der Autobahn errichten. „Man muss uns wollen“, kommentiert Dankert die Entwicklung in Göttingen. „Da, wo wir mit offenen Armen aufgenommen werden, investieren wir gern“, so der Geschäftsführer. Und er schiebt noch hinterher: „In Kassel habe ich das Gefühl, dass man uns mag.“ Trotzdem hat Höffner weiterhin auch Göttingen im Blick: als Einzugsgebiet für Kunden und Mitarbeiter. „Hier in der Region werden wir sehr schnell der Marktführer werden“, so Dankerts Ansage in Richtung Wettbewerb.

Keine Probleme mit Personal befürchtet

Mindestens 260 Mitarbeiter – das neue Lager eingerechnet – will Höffner in Fuldabrück beschäftigen; dies sei aber „eher der untere Deckel“. Finke hatte an diesem Standort 160 Mitarbeiter, darunter zwei Azubis. „Gerade bei den Auszubildenden wollen wir das deutlich ausbauen“, verrät Meier-Funke.

Video: Die Höffner-Baustelle in Kassel aus der Vogelperspektive

Dass es bei der Übernahme der bisherigen Beschäftigten ein paar Probleme gegeben hat, weil die Gewerkschaft Verdi mit der Gestaltung der neuen Arbeitsverträge zunächst nicht einverstanden war, räumen die Höffner-Chefs ein. „Es ist doch ganz normal, dass bei Veränderungen erst einmal Ängste aufkommen“, beschwichtigt Dankert. Er sei zuversichtlich, dass alle Übernommenen den neuen Arbeitgeber schätzen werden. „Mehr als die Hälfte aller Höffner-Mitarbeiter sind länger als 20 Jahre im Unternehmen, was ein Beleg für die hohe Mitarbeiter-Zufriedenheit ist“, so Dankert weiter. Er sei davon überzeugt, dass zufriedene Kunden nur zu erreichen seien, wenn auch die Beschäftigten mit ihrer Arbeit zufrieden und glücklich sind. Während der Umbauphase gebe es für die übernommenen Mitarbeiter Schulungen vor Ort sowie Trainings an anderen Standorten, aber auch besondere Urlaubs- und Freistellungs-Regelungen.

Moderne Standards für das neue Haus

19 Standorte betreibt Höffner derzeit in Deutschland, weitere sollen in den kommenden Monaten und Jahren folgen. Insgesamt beschäftigt der Konzern rund 6000 Mitarbeiter. In Kassel legen Inhaber Kurt Krieger und seine Geschäftsführer viel Wert auf Nachhaltigkeit: So soll die gesamte Fassade des neuen Gebäudes mit einer Fläche von 11 059 Quadratmetern nach der aktuellen Energieeinsparverordnung gedämmt werden. Außerdem soll an diesem Standort eine Raumlufttechnik mit Wärmerückgewinnung zum Einsatz kommen. Allein für ein neues Trennsystem von Schmutz- und Regenwasser im Außenbereich werden 3500 Meter neue Rohre verlegt. Die Brandmeldeanlage, ein Regenwasserspeicher, die Sicherheitsbeleuchtung und die Entrauchungsanlage sollen nach Unternehmensangaben ebenfalls auf dem „neuesten Stand der Technik“ sein. In den kommenden Wochen und Monaten werden auf der Baustelle noch 50 000 Quadratmeter Boden ausgehoben und abtransportiert. Danach werden 1350 Fertigbauteile (jedes davon wiegt zwischen fünf und 50 Tonnen), 5000 Kubikmeter Beton, 150 000 Steine Mauerwerk und 45 Kilometer Elektroleitungen verbaut. Zur Eröffnung am 26. September soll alles fertig sein. Das Kernsortiment von Höffner umfasst etwa 100 000 Produkte – neben Möbeln unter anderem Haushaltswaren, Teppiche und Wohnaccessoires.

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Von Markus Riese

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