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Regional Hohe Zinsen für Kontoüberziehung verärgern Bankunden
Nachrichten Wirtschaft Regional Hohe Zinsen für Kontoüberziehung verärgern Bankunden
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19:38 12.08.2010
Wer am Automaten zu viel Geld abhebt und sein Konto überzieht, muss hohe Zinsen zahlen. Quelle: Kris Finn
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Bankkunde Hans S. wählt harte Worte. „Das ist aus meiner Sicht Wucher“, kommentiert der Laatzener die Zinsgestaltung der Hannoverschen Volksbank. Er meint damit den derzeit rekordgroßen Abstand zwischen den Einlagenzinsen auf der einen Seite und den Kreditzinsen auf der anderen.

So verlangt die Volksbank für eingeräumte Kredite auf dem Privatgirokonto 13,5 Prozent, bei Überziehung des eingeräumten Kreditspielraums werden sogar stolze 18,5 Prozent fällig. Demgegenüber zahlt die Bank ihren Kunden etwa für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist nur 0,25 Prozent Zinsen. Selbst bei längeren Festlegungsfristen und größeren Beträgen bleibt der Zins für Spar- oder Termingelder in der Regel deutlich unter einem Prozent.

Damit steht die Hannoversche Volksbank jedoch nicht allein. Auch andere Banken und Sparkassen zahlen ähnlich wenig Zins für Einlagen, kassieren aber happige Zinsen – besonders für Kredite auf dem laufenden Konto. Ein Volksbank-Sprecher erklärt zu dieser gewaltigen Diskrepanz, dass der Dispositionskredit ein schlechter Maßstab sei. Schließlich diene dieser Kredit nur „der kurzfristigen Überbrückung von Liquiditätsengpässen, er räumt dem Nutzer höchstmögliche Flexibilität, meist ohne Sicherheiten, ein und wird dementsprechend verzinst“.

Wer dagegen einen längerfristigen Liqudidätätsbedarf habe, sollte lieber einen Ratenkredit aufnehmen, den die Volksbank schon ab knapp 7 Prozent vergibt. Und noch viel günstiger seien derzeit Baukredite mit effektiven Zinssätzen von teils unter 3 Prozent. „Der Zinssatz allein sagt also nicht alles, der Sinn und Zweck aus Sicht des Kunden ist entscheidend“, heißt es bei der Bank.

Allerdings zeigt auch die offizielle Statistik der Bundesbank, dass der Abstand zwischen gezahlten und verlangten Zinsen ungewöhnlich groß geworden ist. So lag im Geschäft mit Privatkunden der durchschnittliche Effektivzins für Einlagen bis zwei Jahre Laufzeit zuletzt bei 1,70 Prozent, während der durchschnittliche Effektivzins für Ausleihungen im Laufzeit-Bereich von einem bis fünf Jahre 6,82 Prozent erreichte. Damit beträgt die Differenz in diesem Beispiel mehr als 5 Prozent. Ende 2009 waren es weniger als 4 Prozent, und in den beiden Jahren davor sogar weniger als 3 Prozent.

Der durchschnittliche Zinssatz für Kredite auf dem laufenden Konto betrug laut Bundesbank zuletzt 10,13 Prozent – und war damit nur etwa 1,5 Prozentpunkte niedriger als Mitte 2007. Damals jedoch mussten die Banken selbst noch 4 Prozent bezahlen, wenn sie sich bei der Europäischen Notenbank über die so genannte Hauptrefinanzierungsfazilität Geld beschaffen wollten oder mussten. Heute liegt dieser Zinssatz jedoch voll drei Punkte niedriger bei einem Prozent.

Und Kundeneinlagen im Laufzeitbereich bis zu zwei Jahren verzinsten die Geldhäuser laut Bundesbank-Erhebung noch vor drei Jahren mit mehr als 3,7 Prozent, vor zwei Jahren waren es etwa 4,4 Prozent, 2009 immer noch rund 3 Prozent.

Albrecht Scheuermann

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