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Regional Hunde zu Weihnachten schenken? Besser nicht!
Nachrichten Wirtschaft Regional Hunde zu Weihnachten schenken? Besser nicht!
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16:20 19.12.2017
Die Französische Bulldoggen-Dame Charlotte wartet in einem Geschäft aufs Frauchen. Quelle: dpa
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Göttingen

Die Beziehung zwischen Hund und Mensch ist speziell. Der Blickkontakt zwischen Herrchen und Hund setzt Bindungshormone frei. Japanische Forscher fanden heraus, dass diese Freundschaft von Mensch und Tier auf chemischen Prozessen basiert. Der Hund profitiert dabei von einem menschlichen Urtrieb. Auch für viele Kinder ist der Wunsch nach einem Tier zu Weihnachten groß. Doch Experten warnen: „Ein Tier ist kein Pullover und kein Spielzeug, keine Sache, die ich einfach umtauschen kann, wenn sie nicht passend ist oder nicht gefällt“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbunds. Insbesondere wenn Eltern nach einiger Zeit merken, dass der Großteil der täglichen Aufgaben an ihnen hängenbleibt, wird einigen die Arbeit schnell zu viel. Viele ausgesetzte Tiere landen im Tierheim.

Tiermarkt milliardenschwer

Rund acht Millionen Menschen gaben im Jahr 2016 in Deutschland an, einen Hund zu haben, in 1,8 Millionen Haushalten leben sogar zwei Vierbeiner. Die Tendenz vierbeiniger Einwohner in Deutschland ist steigend, da Hunde zu den beliebtesten Haustieren der Deutschen gehören. Dabei sind unsere Nachbarn in Frankreich viel hundefreundlicher: Dort lebt in mehr als einem Drittel aller Haushalte ein Hund. Rund 69 Prozent aller gehaltenen Hunde in Deutschland sind Rassehunde. Bei 31 Prozent der Hunde handelt es sich um Mischlinge.

Und der Markt ist groß. „Wenn man für den „Markt mit Heimtieren“ nicht nur Tierzucht, Tierfutter und Tierzubehör wie Leinen, Körbchen, Fressnäpfe, Katzenstreu und so weiter betrachtet, sondern auch alle anderen Bereiche, die mit der Heimtierhaltung zusammenhängen, wie Tierärzte, Tierversicherungen, Tierpensionen, Tierbestattungen, Hundeschulen, Tierfriseure, Tierheime oder Tierbücher, dann kommt man mittlerweile auf eine Größenordnung von 9,5 Milliarden Euro. Das sind mehr als 0,3 Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes“, sagt die Göttinger Ökonomin Prof. Renate Ohr. Als Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Georg-August-Universität Göttingen hat sie eine Studie über den Heimtiermarkt Deutschland erstellt. Bei den Hunden nehmen laut ihrer Untersuchung die in Deutschland gezüchteten „Rassehundewelpen“ in den vergangenen Jahren kontinuierlich ab. „Viele Hunde kommen mittlerweile aus dem Ausland mit zum Teil sehr fragwürdiger Herkunft“, sagt Ohr. Schwarze Schafe beobachte sie in Deutschland im Bereich der sogenannten Qualzuchten, wenn Hunde oder Katzen mit großen gesundheitlichen Problemen (zum Beispiel durch Atemnot bei Möpsen oder Bulldoggen oder Katzen mit verkürztem Schwanz) gezüchtet werden, weil diese „niedlicher“ aussehen. Ohr, selber eine bekennende „Hunde-Närrin“, die ihre vierbeinigen Weggefährten stets aus einem Tierheim holt, betont, dass die Preise für Hunde- und Katzenfutter und auch die Preise für das Zubehör steigen – deutlich unterproportional zur durchschnittlichen Entwicklung der deutschen Verbraucherpreise. Die Preise für Heimtierarznei seien seit 2010 allerdings etwas stärker als die durchschnittlichen Verbraucherpreise um rund elf Prozent gestiegen. „Nimmt man den Nutzen, den die Heimtierhaltung den Menschen spendet, wie die Verbesserung der physischen und psychischen Gesundheit, Lebensfreude, soziale Kontakte und vieles mehr, dann sind die Ausgaben unbedingt gerechtfertigt“, erklärt Ohr.

Passen Kosten ins Budget?

Allerdings könne es im Einzelfall natürlich zu einer großen finanziellen Belastung werden, wenn der Hund krank werde, eine teure Behandlung oder Operation benötige und dies das Budget des Besitzers übersteige. Dies gelte es zu bedenken. Ein Anschaffung sollte daher gut überlegt und geplant sein.

Wer ein Tier anschaffen will, müsse also bereit sein, die Verantwortung für das Lebewesen zu tragen – und das, solange es lebt. Dazu gehöre, sich ganz explizit zu fragen, ob die Bedürfnisse des Tieres in der Familie erfüllt werden können. Dazu komme die Planung, wie mögliche Kosten gedeckt werden können, die auf Haustierbesitzer zukommen – für Futter, Impfungen und mögliche Tierarzt-Behandlungen. Und das natürlich nicht nur in der Weihnachtszeit.

Von Bernard Marks

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