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Regional IG Metall will Standort-Bekenntnis von MAN einklagen
Nachrichten Wirtschaft Regional IG Metall will Standort-Bekenntnis von MAN einklagen
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17:35 24.11.2010
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Ziel sei es, das Management zu einer „grundsätzlichen Entscheidung“ über die Einhaltung des Tarifvertrags zu bewegen, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch in Hannover mit. Auch ein Antrag auf einstweilige Verfügung sei bei der Kammer eingereicht worden. Zusammen mit dem Betriebsrat forderte die IG Metall MAN auf, sich zu den bisherigen Regelungen zur Sicherung des Standorts zu bekennen.

In der Salzgitteraner Niederlassung des Münchner Nutzfahrzeug- Spezialisten brodelt es seit Wochen. Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen vor, in einem neuen Logistikzentrum Dumping-Löhne außerhalb des Metall-Tarifvertrages zahlen zu wollen. Ein Schlichtungsversuch scheiterte. Das Zentrum soll im Januar öffnen.

Die rechtlichen Schritte seien nötig, um die MAN-Mitarbeiter gegen zunehmenden Druck aus dem eigenen Haus zu schützen, hieß es. „Darüber hinaus will die IG Metall erreichen, dass der MAN Nutzfahrzeuge AG untersagt wird, Beschäftigte der Ersatzteil-Logistik zu drängen, ein Arbeitsverhältnis bei der neu gegründeten Logistik GmbH einzugehen.“

Auch Betriebsratschef Hilmar Pawel vermutet, dass eine Senkung der Löhne hinter den Ausgliederungsplänen stecken könnte. Laut IG Metall sollen alle neu Eingestellten 40 statt 35 Stunden pro Woche arbeiten. Der Tarifurlaub könnte zudem gekürzt, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld gestrichen werden. Bei den Löhnen soll es massive Einschnitte geben.

Insgesamt arbeiten bei MAN in Salzgitter etwa 2500 Beschäftigte, hauptsächlich im Lkw-Bau. Die Busfertigung wurde bereits im Januar 2008 nach Polen und in die Türkei verlagert. Zugleich hatte MAN ein allgemeines Standort-Versprechen für Salzgitter abgegeben.

dpa