Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Ideen-Expo 2013 in Hannover mit Göttinger Beteiligung
Nachrichten Wirtschaft Regional Ideen-Expo 2013 in Hannover mit Göttinger Beteiligung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 30.08.2013
Von Hanne-Dore Schumacher
Zeigen, wie sie funktioniert, ihre Lautsprecherwaage: Paula Freiesleben und ihre Mitstreiter aus der Hainberg-Projektgruppe. Quelle: Schumacher
Anzeige
Hannover

Gut 20 Jungen stehen an, um beim VW-Lenken per Joystick mitzumachen. Den Rekord, so verrät eine fleißige Helferin, halte allerdings mit 15 Sekunden ein Mädchen.

Eine Schlange auch bei der Bundeswehr. „Benutzen auf eigene Gefahr“ steht auf dem Flugsimulator, der die Schüler ordentlich durchschüttelt. „Es ist ein bisschen wie Karussellfahren“, erklärt Stabsfeldwebel Michael Dambor und freut sich über das große Interesse von Jungen und Mädchen gleichermaßen. Karriere bei der Bundeswehr, das ist das Thema.

Um Bohren, Sägen und Feilen geht es am riesigen Stand des Handwerks. Dort ist Action angesagt, dort werden unter anderem aus Fahrradschläuchen Handytaschen gefertigt. Die Mädchen sind begeistert und kreieren die tollsten Täschchen aus Gummi, mit Schrauben, Schleifen und Blümchen dran.

Wie schwer ist eine Unterschrift?

Ein paar Stände weiter geht es ums Gewicht. Wie schwer ist eine Unterschrift? Am Sartorius-Stand kann man es erfahren. Mit Hightech-Waagen aus Göttinger Produktion ist es möglich.

Hanne-Dore Schumacher“ etwa wiegt 0,000030 Gramm, das sind 30 My. Moritz Opitz, Mechatroniker im dritten Lehrjahr, zeigt wie es geht: leere Karte wiegen, beschriebene Karte wiegen. Fertig. Die Differenz ist das Gewicht. Das sind Messungen im Nanobereich.

„Es ist ziemlich viel los“, berichten die angehenden Physiklaboranten Steven Männecke und Tim Söcker (Auszubildende im 3. Lehrjahr). Sie gehören zu den elf Azubis, die Sartorius-Experimente, Geschicklichkeitsspiele und Mitmachaktionen auf der Expo betreuen. Gemessen wird etwa die Schusskraft der Schüler.

Die Sensation schlechthin

Eine Wäge-Zelle muss mit dem Fußball getroffen werden, um den kräftigsten Schuss zu ermitteln. 704 Punkte ist der Tagesrekord am Dienstag, das entspricht 211 Kilo. Für den Highscore gibt es einen Lederfußball mit Sartoriuslogo, erklärt Johanna Curdt aus der Ausbildungsabteilung: „Das Schöne an den Exponaten ist, dass sie alle von Azubis gebaut wurden.“

Plötzlich gibt es ein Mordsgeschrei. „Nox, the robot“ ist der Grund. Ein 2,40 Meter großer Roboter stakst durch die Menge. Der Metallkoloss ist die Sensation schlechthin. Niedersachsen-Metall hat den weltgrößten Event-Roboter gebucht, Darth Vader ist nichts dagegen. Die Mädels kreischen, die Jungen filmen, das Chaos ist perfekt.

Schreien darf man auch am Stand des Stader Firma Dow. Da wird perfekte Schallisolierung demonstriert: In einer Box brüllen sich die Schüler die Lunge aus dem Hals, und draußen hört man gar nichts.

Bewegung ohne Bewegung

Zielgenauigkeit ist am Stand der Universität Göttingen gefragt. Dort können die Schüler beim elektronischen Dartspiel Geschick beweisen. Und wer weiß, wofür EU steht (a. Europäische Unterhose, b. Europäischer Unsinn, c. Europäische Union), bekommt von Student Kristian Goletz einen Preis.

Am Stand der Zweiten Physik darf man schaukeln. Zu zweit auf zwei Schaukeln, die miteinander gekoppelt sind. Energie wird von einer zur anderen Schaukel übertragen, erklärt Benjamin Willenberg die Bewegung ohne Bewegung. Cool, findet eine Mädchengruppe.

Zu den Expo-Ausstellern gehören auch zwei Göttinger Gymnasien, die beim Wettbewerb „Ideenfang“ erfolgreich waren. Schüler des Hainberg Gymnasiums stellen die selbst konstruierte „Lautsprecherwaage“ vor, das Max-Planck-Gymnasium zeigt Roboterhände der Zukunft und Roboter mit Zauberwürfeln.

Die Ideen-Expo auf dem Messegelände in Hannover ist noch bis Sonntag, 1. September, geöffnet. Der Eintritt ist frei.