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Regional Northeimer Firma Dr. Demuth entwickelt nachhaltigen Industrielack
Nachrichten Wirtschaft Regional Northeimer Firma Dr. Demuth entwickelt nachhaltigen Industrielack
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00:26 27.06.2019
ADer Lack der Firma Dr. Demuth wird unter anderem im Bereich Maschinenbau eingesetzt. Quelle: Foto: dpa
Northeim

„Zukunftsorientiert – Lösungen, die verändern“: Dieses Motto hat der Landkreis für den Innovationspreis 2019 gewählt. Das Tageblatt stellt die Teilnehmer vor. Heute: Dr. Demuth.

„Mit einem sehr geringen Lösemittelanteil von weniger als 300 Gramm pro Liter kommt ein Einschichtlack für Stahl aus, den wir vor anderthalb Jahren auf den Markt gebracht haben“, berichtet Jan Teuteberg von der Northeimer Dr. Demuth Derisol Lackfarben GmbH Co. KG. Das Produkt, 2K-Derocryl Lack Durapid, unterschreite die gesetzlichen Vorgaben zum Gehalt an flüchtigen organischen Bestandteilen (Volatile Organic Compounds, VOC-Wert) „deutlich“ und erfülle die Anforderungen nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen. Entsprechend hoch sei der Festkörperanteil, was das Produkt „sehr ergiebig“ mache.

Besonderer Korrosionsschutz

„Unser Einschichtlack benötigt aufgrund seiner besonderen Korrosionsschutzleistung keine Grundierung“, führt Teuteberg aus. Das verringere den benötigten Material-, Energie- und Arbeitseinsatz. Ein Teil des Bindemittels werde zudem nicht aus fossilen, sondern aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen. Daher sei das Produkt mit dem biobased-Label zertifiziert worden, „als erster Lack in Deutschland“, so Teuteberg.

„Bei der Entwicklung achteten wir darauf, dass wir die Bedürfnisse unserer Industriekunden abdecken“, so der Mitarbeiter. Viele Kunden könnten zum Beispiel Wasserlacke nicht einsetzen, weil die äußeren Bedingungen – etwa Temperatur, Untergrundvorbehandlung oder das Lackierequipment – dies nicht zuließen.

Keine Trocknung im Ofen erforderlich

Das Demuth-Produkt, so Teuteberg, finde als Industrielack im Stahl-, Maschinen- und Landmaschinenbau Verwendung. Seine Eigenschaften kämen insbesondere dort zur Geltung, wo der Gesetzgeber die Hersteller zur Einhaltung der VOC-Werte verpflichte und wo sich der Untergrund nicht optimal vorbereiten lasse. Der Lack trockne problemlos bei Raumtemperatur aus. Ein Trocknungsofen sei daher nicht notwendig. Der Produktionsprozess werde beschleunigt. Das Produkt biete sich dort an, wo aufgrund von Wettbewerbsdruck ein sehr effizientes Lacksystem erforderlich sei.

Bereits mehr als 100 Tonnen Lack verkauft

„Im vergangenen Jahr haben wir mehr als 100 Tonnen des neuen Lacks verkauft und damit fünf Prozent unseres Gesamtumsatzes erzielt“, berichtet Teuteberg. Demuth habe viele Tonnen fossiler durch nachwachsende Rohstoffe ausgetauscht und so den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid verringern können.

Industrie achtet auf Nachhaltigkeit

„Der Nachhaltigkeitsgedanke ist derzeit einer der großen Innovationstreiber“, erklärt Teuteberg. Die Industrie lege nicht zuletzt aufgrund des Kundendrucks immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit, wolle die Lebenszeitverlängerung ihrer Produkte verlängern, die Ressourcen schonen, die Umwelt schützen und Prozesse effizienter machen.

Exportquote von 40 Prozent

Das Unternehmen Dr. Demuth, das von den Geschäftsführern Klaus Demuth und Ludwig Haring geleitet wird, besteht seit 60 Jahren und beschäftigt heute 52 Mitarbeiter. 40 Prozent des Umsatzes erzielen die Northeimer im Export. „Wir behaupten uns gegenüber den Global Playern mit unserer Flexibilität“, sagt Teuteberg.

Von Michael Caspar

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