Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Lünemann-Pleite in Göttingen: Waren erfolgreich versteigert
Nachrichten Wirtschaft Regional Lünemann-Pleite in Göttingen: Waren erfolgreich versteigert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:59 18.01.2020
So wie diese allerdings verschmähten Chroniken sind auch alle anderen Artikel auf die Internetseite gestellt worden. Quelle: R
Anzeige
Göttingen

Noch einmal standen Artikel der insolventen Göttinger Lünemann Stahl GmbH zum Verkauf. Alle Handelswaren, die bis zur endgültigen Schließung des Traditionsunternehmens am 20. Dezember 2019 keinen Käufer gefunden hatten, sind am 13. und 14. Januar in einer Online-Auktion angeboten worden. Vom Badmöbel über diverse Tonnen Stahl bis hin zur Kneifzange standen insgesamt 550 Positionen zur Auswahl. Für die Auktion verantwortlich zeichnete die Proventura Industrie-Auktion GmbH Göttingen.

Wer mitbieten wollte, musste sich zuvor anmelden. „Das läuft bei uns so ähnlich wie bei Ebay“, erläutert Marcel Deppe von Proventura. Nach seinen Worten haben mehr als 200 000 Interessenten die Seiten im Internet aufgerufen und sich über die Waren informiert, darunter User aus mehreren europäischen Ländern. Zu den 550 angebotenen Positionen gehörten unter anderem auch Heizkörper, eine Emaille-Badewanne, ein Lüftungsgerät, ein gedämmtes Heizungsrohr, in Grün gehaltene Maschendraht-Pfähle, ein in gleicher Farbe gehaltenes kleines Gartentor, verzinkte Fahrradständer, Ausgussbecken, Sägetische und Alu-Schleifschutzspray. Sogar ein schwergewichtiger Findling, der in seiner Zeit als Lünemann-Accessoire für Demonstrationszwecke mit Bohrhämmern herhielt, ging für fünf Euro weg.

Diese Bierkrüge fanden einen Abnehmer. Quelle: R

Zuschlagpreis plus Aufgeld

Für eine WC-Schüssel ist dann schon deutlich mehr geboten worden, nämlich brutto 150,54 Euro. Zum jeweiligen Preis gehören die Mehrwertsteuer, in dem Fall 24,04 Euro, sowie das sogenannte Aufgeld, hier von 16,50 Euro. Zur Erklärung: Der Zuschlagpreis ist der Nettopreis. Auf ihn wird ein Versteigerungsaufgeld erhoben. Diese Verkaufsprovision wird vom Auktionshaus geltend gemacht. Die Einnahmen aus den Zuschlagpreisen gehen an den Insolvenzverwalter zur Deckung der Forderungen der Gläubiger. Für sämtliche Lünemann-Artikel waren zuvor Fotos erstellt worden, um den Bietern einen optischen Eindruck zu vermitteln. Zudem war vor der Online-Auktion eine Sichtprüfung an Ort und Stelle möglich.

600 Positionen beim Inventar

Am Dienstag, 14. Januar, ist zudem das Inventar der Lünemann Stahlhandel GmbH versteigert worden. Lastwagen, Autos, Gabelstapler, Lagertechnik, Regale, die Ladeneinrichtung und die Büroausstattung wechselten die Besitzer. Insgesamt hatte Proventura beim Inventar 600 Positionen zusammengestellt. Am Montag, 20. Januar, können die erfolgreichen Bieter ihre erstandenen Handelswaren vom Betriebsgelände in der Grätzelstraße abholen, am 21. und 22. Januar sind die Bieter hier willkommen, die einen Zuschlag bei der Betriebsausstattung erhielten. Ein Versand erfolgt nicht. Zur Verladung großer Teile stellt die Göttinger Firma Rathmann zwei Gabelstapler gegen eine Gebühr zur Verfügung. Eine Krananlage in der Stahlhalle der Firma Lünemann kann außerdem genutzt werden.

Dieser Lkw brachte eine mittlere fünfstellige Summe ein. Quelle: R

Die Reste werden entsorgt

Jeder Artikel ist mit der Angabe über einen Mindestpreis offeriert worden. Oft lagen die Gebote deutlich drüber. Was aber, wenn der Mindestpreis nicht erreicht wurde, ist der Verkauf dann hinfällig? „Das hängt immer davon ab, wie gut eine Auktion insgesamt läuft. Im Fall Lünemann ist sie sehr gut gelaufen, sodass die Bieter ihre Objekte auch unterhalb des Mindestpreises bekommen. Andernfalls hätte es eine Nachversteigerung gegeben“, erläutert Deppe. Er schätzt ein, dass knapp 95 Prozent der Handelswaren und des Betriebsinventars unter den digitalen Hammer gekommen sind. „Die Reste, die letztlich unverkäuflich sind, werden wir entsorgen.“

Gabelstapler 700 Mal geklickt

Die Verkäufe erfolgten nach Angaben von Proventura unter Ausschluss von Gewährleistung. Gebote außerhalb der Plattform sind nicht angenommen worden. Nach Erteilung eines Zuschlages erhielten die erfolgreichen Bieter eine Benachrichtigung per Mail. Zu den größten und teuersten Lünemann-Objekten, die versteigert wurden, gehörten ein Sattelzug-Gespann mit Ladekran sowie ein LKW-Ladekran für jeweils eine mittlere fünfstellige Summe brutto. Für einen in die Jahre gekommenen Standmülleimer interessierte sich niemand, ebensowenig für einen Aschenbecher aus Edelstahl und offenbar auch nicht für drei Paletten „Lünemann-Chroniken 1783 – 2008“. Besonders viele Gebote erhielt ein Elektro-Gabelstapler, vermutliches Baujahr 2005. Dieser Artikel ist fast 700 Mal aufgerufen worden.

Von Ulrich Meinhard

Die Firma Sartorius zählt zu den Global Playern in den Bereichen Labor und Biopharmaka. Der Göttinger Konzern ist Mitbegründer des Life-Science-Start-Up-Days. Warum, erläutert Sartorius-Mitarbeiter Sven Wagner.

17.01.2020

Weltmarktführer trifft Unternehmensgründer: Das Duderstädter Unternehmen Ottobock ist beim Life-Science-Start-Up-Day dabei – als Mentor, aber auch kooperationsbereit.

17.01.2020

Kaufleute im E-Commerce sollen den wachsenden Bedarf nach Mitarbeitern decken, die sich mit Online-Marketing und -Vertrieb auskennen. Ab August können sie auch den schulischen Teil ihrer Ausbildung im Landkreis absolvieren.

16.01.2020