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Regional Sekundenschnelle Überweisungen
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16:00 09.07.2018
Gebäudekomplex der Sparkasse am Marktplatz. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Geld in Sekundenschnelle von einem Konto auf ein anderes transferieren – dass soll jetzt möglich sein. Instant-Payment oder Echtzeit-Überweisung heißt das Modell, an dem sich die Sparkassen der Region teils ab sofort beteiligen. Andere Geldinstitute wollen nachziehen.

Die Sparkasse Duderstadt bietet die Echtzeit-Überweisung ab Dienstag, 10. Juli, an. „Mit der neuen Echtzeit-Überweisung vervollständigen wir unser hochmodernes Zahlungsverkehrsangebot für alle unsere Kunden“, so Markus Teichert, Vorstandsmitglied der Sparkasse Duderstadt. „Die Zahlungen sind einfach und sicher.“

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Innerhalb von zehn Sekunden übertragen

Bei der Echtzeit-Überweisung handelt es sich um eine deutlich beschleunigte Euro-Überweisung. Dabei wird das Geld innerhalb von zehn Sekunden auf das Konto des Zahlungsempfängers übertragen. Die schnelle Überweisung steht den Kunden rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr für Zahlungen bis zu einem Betrag in Höhe von 15­ 000 Euro zur Verfügung.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Überweisung ist, dass auch das Empfängerinstitut an dem neuen Verfahren teilnimmt, erläutert die Sparkasse Göttingen in einer Pressemitteilung. Wenn ja, werde dem Kunden automatisch die Echtzeit-Überweisung als Alternative zur Standard-Überweisung angeboten.

Hilfreich in vielen Situationen

Der Preis für eine Echtzeit-Überweisung beträgt bei den Sparkassen Göttingen und Duderstadt 0,50 Euro. Die Höhe des Preises lege allerdings jedes Sparkasseninstitut selbst fest, erklärt Andreas Schütte von dem Duderstädter Geldhaus.

Die schnellen Überweisungen könnten in vielen Situationen hilfreich sein: um Vertragsstrafen zu vermeiden, Skontovorteile zu nutzen oder um Geldgeschenke zum perfekten Zeitpunkt zu machen, zitieren die Lübecker Nachrichten den Vorstandsvorsitzende der Sparkasse zu Lübeck, Frank Schumacher. Es biete auch Firmenkunden Vorteile. „Für unsere Gewerbekunden werden Zug-um- Zug-Geschäfte beschleunigt oder Lieferanten und Handwerker können sofort vor Ort bezahlt werden“, erklärt Schumacher.

Gesammelt und geballt verarbeitet

Bislang werden Überweisungen meist gesammelt und dann geballt verarbeitet. Zeitverzögerungen gibt es häufig auch beim Online-Banking. Beim Modell der Echtzeit-Überweisungen müssten die Zahlungsdienstleister 24 Stunden täglich, 365 Tagen im Jahr erreichbar sein, teilt die Bundesbank mit.

Instant Payments befinden sich in einem frühen Stadium, teilt ein Sprecher der Commerzbank mit. Und: „Wir entwickeln aktuell unseren Implementierungsplan, weil wir unseren Kunden diese Bezahlart anbieten möchten.“ Der genaue Zeitpunkt sei jedoch abhängig von dazugehörigen nutzenstiftenden Dienstleistungen, die für die Kunden der Commerzbank über die bestehenden Bezahlarten im Electronic Banking hinausgehen müssten. „Diese Dienstleistungen müssen sich noch weiter herausbilden und an die Zahlungsfunktionen der Kreditinstitute angebunden werden“, so der Commerzbanksprecher.

Die Volks- und Raiffeisenbanken wollen die technischen Voraussetzungen bis Ende November schaffen, 2019 soll es dann für deren Kunden losgehen.Die Deutsche Bank war für eine Stellungnahme am Montag nicht zu erreichen.

22 Institute in zwölf Ländern

Laut einer Übersicht aus dem Juni beteiligen sich bislang 22 Institute in zwölf Ländern innerhalb des Zahlungsverkehrsraums Sepa (Single Euro Payments Area), der Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen grenzüberschreitend standardisieren und so beschleunigen soll. Weitere Institute haben Absichtserklärung abgegeben, sich beteiligen zu wollen. Zählt man sie hinzu, erhöht sich die Zahl auf fast 1100 Zahlungsdienstleiter in 15 Ländern. 34 Länder umfasst der Bereich, in dem Sepa funktioniert. Neben den europäischen Staaten beteiligen sich auch Norwegen, Liechtenstein, Island, die Schweiz, Monaco und San Marino. pek

Von Peter Krüger-Lenz

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