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Regional Kommt es zur Fusion der Sparkassen Göttingen und Münden?
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16:01 03.12.2019
Die Sparkasse Göttingen und die Sparkasse Münden prüfen eine Fusion zum 1. Januar 2020. Quelle: dpa
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Göttingen

In der von Landkreis, den Städten Göttingen und Hann. Münden sowie den beiden Sparkassen unterzeichneten Mitteilung wird von „intensiven Gesprächen zu einer möglichen Fusion der Sparkassen Göttingen und Münden“ berichtet. Und diese sind angesichts des anvisierten Zeitfensters offensichtlich schon weit fortgeschritten. „Die erforderlichen Beschlüsse der Gremien sind in den kommenden Monaten zu fassen. Ziel ist es, über eine Fusion – rückwirkend zum 1. Januar 2020 – im ersten Halbjahr 2020 zu entscheiden“, so die Unterzeichner.

„Der Zeitplan ist sportlich und arbeitsintensiv, aber aufgrund der guten Vorgespräche der Hauptverwaltungsbeamten und Teilen der Politik absolut machbar. Die Chance ist gegeben, wir sollten sie nutzen, damit Hann. Münden weiterhin eine verlässliche Sparkasse hat“, sagte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) auf Nachfrage. Landrat Bernhard Reuter (SPD) betonte: „Die Analyse der Chancen einer Fusion kann konzentriert und zügig erfolgen. Die beiden Geldhäuser kennen sich, sie fangen nicht bei Null an. Die Trägerkommunen verfügen beim Thema Fusionen über viel Erfahrungswissen. Die Fusion der Sparkassen Osterode und Bad Sachsa zum 1. Januar 2020 ist das jüngste Projekt und nach dem Scheitern der Viererfusion durch das Votum der Stadt Duderstadt ein logischer Schritt. Eine Fusion der Sparkassen Göttingen und Münden wäre ein weiterer Schritt. Langfristiges Ziel bleibt: Eine Sparkasse im Landkreis.“

Mit einer Fusion und der Kombination der jeweiligen Stärken werde ein weiteres Wachstum im dann vereinten Geschäftsgebiet der beiden Sparkassen unterstützt, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Das trage zur Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft bei und sichere die Versorgung der Kunden mit finanzwirtschaftlichen Dienstleistungen. „Im Rahmen einer möglichen Fusion soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben, vielmehr ist eine wesentliche Verstärkung der Vertriebsaktivitäten durch das vorhandene Personal vorgesehen“, betonen die Unterzeichner.

„Sparkassenlandschaft unter erheblichem Veränderungsdruck“

Eine Fusion sei nötig, ist in der Mitteilung zu lesen, da die Banken- und Sparkassenlandschaft in Deutschland unter erheblichem Veränderungsdruck stünden. Digitalisierung, aufsichtsrechtliche Anforderungen und anhaltende Niedrigzinsen zwinge alle Institute, über Anpassungen ihrer Geschäftsmodelle nachzudenken. „Dies trifft kleine Sparkassen ganz besonders und erschwert deren Geschäftsmodell. Um im Wettbewerb zu bestehen und diesen aktiv gestalten zu können, ist eine ausreichende Betriebsgröße von entscheidender Bedeutung“, so die Unterzeichner.

Bereits 2007/2008 Fusionsgespräche

Die Idee ist nicht neu. Bereits 2007 und 2008 hatte es intensive Gespräche über eine Fusion der beiden Institute gegeben. Nach 14 Monaten kam dann allerdings doch recht überraschend das Aus der Pläne. Nach drei Sondersitzungen fällte der Verwaltungsrat der damals finanziell ins Schlingern geratenen Sparkasse Münden im Oktober 2008 den Beschluss, einer Fusion mit der Göttinger Sparkasse eine Absage zu erteilen und das Mündener Institut eigenständig fortzuführen. Nach 14 Monaten der Diskussion über eine Fusion habe trotz des politischen Willens für einen Zusammenschluss "in Einzelfragen mit den Verantwortlichen der Sparkasse Göttingen keine Annäherung erreicht" werden können, erklärte Klaus Burhenne, Mündener CDU-Bürgermeister und Vorsitzender des Verwaltungsrates der Mündener Sparkasse damals. Zwei Wochen später feierte das Institut sein 175-jähriges Bestehen.

Zuletzt Teil der gescheiterten „Vierer-Fusion“

Zuletzt war die Sparkasse Münden Teil einer geplanten Vierer-Fusion im Landkreis gewesen. Im März 2018 wurde damals bekannt, dass gleich vier Sparkassen aus Südniedersachsen eine Fusion prüfen – nämlich die Geldhäuser aus Duderstadt, Münden und Osterode sowie die Stadtsparkasse Bad Sachsa. Im Dezember 2018 scheiterten die Pläne jedoch am ablehnenden Votum des Rates der Stadt Duderstadt, der das Duderstädter Institut eigenständig belassen will.

Von einem Großteil der Belegschaft der Sparkasse Münden waren die damaligen Fusionsverhandlungen kritisch gesehen worden. Mit einer ungewöhnlichen Aktion protestierten die Mitarbeiter im November 2018 dann auch sichtbar gegen die Fusion: Sie setzen 52 alte Stühle symbolisch vor die Tür des Hauptgebäudes. Sie befürchteten vor allem lange Wege zur Arbeit, wenn bestimmte Abteilungen an anderen Standorten zusammengelegt werden sollten.

Fusion Osterode und Bad Sachsa

Aus den Vorbereitungen zur sogenannten Vierer-Fusion ist eine Fusion mittlerweile politisch abgesegnet und auf den Weg gebracht worden. Das Verschmelzen der Sparkassen Osterode und Bad Sachsa. Zum 1. Januar 2020 werden die Institute zusammengelegt.

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Von Mark Bambey

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