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Regional Iris Weilands mobile Hühnerställe halten Hühner gesund
Nachrichten Wirtschaft Regional Iris Weilands mobile Hühnerställe halten Hühner gesund
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16:17 12.11.2014
Publikumsmagnet: mobiler Hühnerstall auf dem Bauernhof von Andreas Borchardt in Duderstadt. Quelle: Richter
Bad Sooden-Allendorf

Dass Bauern ihre Hühner gerne Besuchern zeigen, ist nicht selbstverständlich. „Die Eierpreise sind seit Jahrzehnten kaum gestiegen, was sichtbar auf Kosten des Tierwohls gegangen ist“, erklärt Weiland.

Für sie kommt daher nur Freilandhaltung in Frage. Zusammen mit ihrem früheren Ehemann, dem Diplom-Agraringenieur Max Weiland (53), hielt sie früher 300 Hühner. Das Problem: Die Tiere entfernen sich ungern weiter als 30 Meter von ihrem Stall. So steigt die Kotkonzentration im Boden. Darmparasiten verbreiten sich stark. Zudem fressen die Hühner den Boden kahl.

Max Weiland kam daraufhin die Idee, einen voll mobilen Stall zu bauen. Der erste wurde 2002 fertig. Durch 14-tägiges Versetzen auf einer einen Hektar großen Fläche verteilt sich der Kot besser. Das senkt die Tierarztkosten. Sie sind ohnehin geringer als in der Stallhaltung. Die Tiere haben mehr Platz und können sich besser aus dem Weg gehen. Sie sind weniger gestresst, was das Immunsystem stärkt. Und das Grünfutter sorgt für eine schöne Dotterfarbe.

Mehr Platz als die Bodenhaltung vorschreibt

Die Vorteile überzeugen andere Landwirte. Max Weiland baute bis 2010 im Nebenerwerb zur Landwirtschaft 17 Ställe. Dann gründete Iris Weiland ihre Stallbau-Firma. In der 6000 Quadratmeter großen Halle einer ehemaligen Möbelfabrik in der Hilberlachestraße 8 fertigt sie seither Ställe für 225, 800 und 1200 Tiere. Bisher wurden 400 Hühnermobile verkauft, davon zehn Prozent ins Ausland.

Ein Trinkwassertank macht den Anschluss an eine Wasserleitung überflüssig. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Stalldach erzeugt Strom für die Innenbeleuchtung im Winter, was die Eierproduktion hoch hält.

Der Betrieb eines mobilen Stalls ist im Vergleich zu einem stationären allerdings zeitintensiver. Der Habicht schlägt ab und zu ein Huhn. „Manchmal hilft es, die Vögel zusammen mit anderen Tieren zusammenzuhalten“, sagt Weiland. Ist die Vogelgrippe im Vormarsch, lassen sich die Tiere im geschlossenen Hühnermobil halten. „Sie haben drinnen immer noch mehr Platz als es der Gesetzgeber bei der Bodenhaltung vorschreibt“, sagt Weiland.

Die Freilufthaltung hat ihren Preis. Die Eier sind teurer. Weiland: „Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 100 Schaleneier im Jahr, belaufen sich die Mehrkosten auf 20 Euro. „Wer die Hühner allerdings draußen auf der Wiese gesehen hat, will nicht mehr feilschen“, so die Agraringenieurin.

Von Michael Caspar