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Regional Jens Greiner lässt die Kappen leuchten
Nachrichten Wirtschaft Regional Jens Greiner lässt die Kappen leuchten
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19:04 25.09.2009
Leuchtkraft im Gewebe: J. Greiner hat die Technik erfunden.
Leuchtkraft im Gewebe: J. Greiner hat die Technik erfunden. Quelle: PH
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Jens Greiner hat ein Problem. Er versteht sein Handwerk, steckt voller guter Ideen, kann seine Erfindungen aber im Alleingang nicht vermarkten. So war es jedenfalls bis Mitte vergangenen Jahres, bis er mit Textildesignerin Beate Foit und Schneiderin Sünje Gorkisch ein Projekt in Angriff nahm: Gemeinsam haben sie einen leuchtenden Stoff entwickelt und als Kappen, Schals und Taschen verarbeitet.
Drei Prototypen hat das Handwerkerteam auf der Ideen-Expo vorgestellt und bereits mit den ersten Werkstücken für Furore gesorgt. Vor allem der Chamäleon-Effekt habe die Menschen in Hannover begeistert – auch Ministerpräsident Christian Wulff, erzählt Greiner bei einem Besuch in seiner Lenglerner Werkstatt.
Während der Elektromeister und Inhaber der Firma Crypto (gegründet 1991) versucht, die hochkomplizierte Technik für einen Laien verständlich zu erklären, verändern sich die Farben des Schals, den er um den Hals trägt. Erst blau, dann rot leuchten die in Leinen gewebten Lichtleitfasern. 250 Gramm wiegt der Schal, den Schneiderin Gorkisch aus dem von Textildesignerin Foit gewebtem Stoff genäht hat. Das Gewicht ist denn auch ein großes Problem gewesen, sagt Greiner. 600 Stunden Arbeit hat der 49-Jährige investiert, um winzige Hochleistungs-Leuchtdioden (LED) für die Farb- und Leuchteffekte in den Textilien zu integrieren. Greiner musste die komplette Technik entwickeln. „Es gab nichts.“
Kennengelernt haben sich die drei gestandenen Handwerker über die Werkakademie für Gestaltung des Norddeutschen Handwerks. Greiner, der mit seiner Firma Crypto Anfang der 1990er Jahre zu den Pionieren der Solartechnik gehörte, hatte sich für die Ausbildung zum „Gestalter im Handwerk“ entschieden, um noch kreativer arbeiten zu können.

Licht und Textilien

Nach der Zeit an der Werkakademie, die er neben seiner Berufstätigkeit als Elektromeister absolvierte, entwickelte der Südniedersachse eine eigene Leuchtenserie und gründete die Firma „Jens Greiner Licht gestalten“. Die Vermarktung seiner Arbeiten indes war schwierig. Ein Netzwerk fehlte und die Arbeit im Team. Mit dem Werkakademie-Projekt „Licht und Textilien“ kam die Wende. Die Ziele waren hoch gesteckt. Ein Gewebe, das die Eigenschaft von Licht transportiert (ohne Strahlung), war neu und eine Herausforderung. Dementsprechend groß sei die Aufregung in Hannover gewesen. Die Industrie habe bereits angeklopft. Nachdem die Rechte für Technik und Entwicklung gesichert sind, starten Greiner und seine Mitstreiterinnen nun in die nächste Phase. Die Erfinder hoffen auf finanzielle Unterstützung durch das Land Niedersachen.

Von Hanne-Dore Schumacher

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