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Regional Jugend- und Ausbildungsvertreter der Sparkassen treffen sich in Göttingen
Nachrichten Wirtschaft Regional Jugend- und Ausbildungsvertreter der Sparkassen treffen sich in Göttingen
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18:04 15.09.2013
Von Hanne-Dore Schumacher
Empfangen die JAV-Teilnehmer in Göttingen: Auszubildende, Vorstände, Personalräte der Sparkasse und Verdi-Mitglieder. Quelle: Schumacher
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Göttingen

Im Hotel Freizeit In gingen sie zwei Tage der Frage nach: „Sind die Sparkassen ein attraktiver Arbeitgeber?“

Im Vorfeld der JAV-Tagung hat die Gewerkschaft Verdi eine Umfrage zum Thema in allen Sparkassen durchgeführt. Markus Westermann, Verdi-Fachbereich Finanzdienstleistungen, stellte die Zahlen vor und fasste zusammen: 76 Prozent der jungen Leute arbeiten ein Jahr nach der Übernahme noch in den Sparkassen.

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Dass ein Drittel andere Wege geht, begründeten die Befragten mit mangelnden Perspektiven, einem Studium, befristeten Verträgen, aber auch der Bezahlung. So gebe es Sparkassen, die Bankkaufleute nach Entgelttarif 3 bezahlten (in EG 3 sind etwa Reinigungskräfte eingruppiert). Großbanken zahlten dagegen teils über Tarif.

„Wir übernehmen unsere Azubis zu 100 Prozent“

EG 3 gibt es in Göttingen nicht“, stellt der Sparkassen-Vorsitzende Rainer Hald klar. Für die Sparkassen gelte der Tarif des Öffentlichen Dienstes. Im ersten und zweiten Lehrjahr erhalten Azubis 850, im dritten Lehrjahr 950 Euro brutto.

Die Sparkasse habe eine Ausbildungsquote von 12 Prozent, hebt Hald im Pressegespräch hervor und nennt zum Vergleich den Sparkassen- und Giroverband mit 9 Prozent und die Großbanken mit 6 Prozent. „Wir übernehmen unsere Azubis zu 100 Prozent“, versichert Hald und begründet angesichts des demografischen Wandels: „Wir müssen jetzt investieren.“

Bis zur Finanzkrise galt die Arbeit in Kreditinstituten als Topjob. Danach habe das Ansehen der Finanzwelt gelitten, beschreibt Westermann die Stimmungslage. Was die Sparkasse Göttingen unternimmt, um junge Leute ans Unternehmen zu binden und junge Kunde zu akquirieren, demonstrierte das fünfköpfige Göttinger JAV-Team.

„Wir lassen das mal sprudeln“

Sie luden die Gäste in die neue S-Spot-Filiale ein, die im Juni eröffnet wurde. Zwölf- bis 25-jährige Kunden, Schüler, Studierende, Azubis und Berufseinsteiger werden am Robert-Gernhardt-Platz 1-3 von Sparkassen-Auszubildenden betreut.

Alle 67 Azubis machen acht bis zehn Wochen Station in der S-Spot-Filiale. Sonnabends zu arbeiten, stelle für die meisten kein Problem dar, berichtet Daniel Erfurth, JAV-Vorsitzender. Und Hald stellt klar: S-Spot sei für die Kunden, die Auszubildenden, aber vor allem für die Zukunft der Sparkasse wichtig.

„Der Personalrat war von Anfang an in das Projekt involviert“, berichtet Iris Koch. „Wir lassen das mal sprudeln“, habe man anfangs gesagt. „Mittlerweile stehen wir alle dahinter“, sagt die Personalratsvorsitzende. Alle seien stolz auf die Azubi-Filiale, „die erste und einzige im Bankenwesen.“

Koch bangt nicht um die Attraktivität der Sparkassen als Arbeitgeber. Die Sparkasse sei ein „fairlässlicher“ Arbeitgeber. „Hier arbeitet keiner in prekären Arbeitsverhältnissen.“ Das spreche sich rum. Die Azubis kämen heute aus Lüneburg, Alfeld, sogar aus Castrop-Rauxel.