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KWS Saat testet Unkrautroboter bei Zuckerrüben: Ergebnis ist „vielversprechend“

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16:00 12.04.2021
Unkrautroboter könnten den ökologischen Landbau profitabler machen.
Unkrautroboter könnten den ökologischen Landbau profitabler machen. Quelle: r / KWS
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Einbeck

Das Pflanzenzüchtungsunternehmen KWS Saat hat Robotersysteme zur Unkrautbekämpfung bei Zuckerrüben gestestet. Beteiligt waren nach Angaben der KWS das Institut für Zuckerrüberforschung mit Sitz in Göttingen und die Abteilung Agrartechnik der Universität Göttingen.

Zwei mechanische Unkrautroboter hätten die Unkrautdichte in mehreren Durchläufen deutlich reduziert, so die KWS-Pressestelle. Mit einem herbizidbasierten System hätten im Vergleich zur konventionellen Flächenspritze fast 80 Prozent der Menge an Herbiziden eingespart werden können. Das System habe rund 70 Prozent der Unkräuter bekämpft.

Zahl der Unkräuter vor und nach dem Robotereinsatz analysiert

Bei den Feldversuchen sei die Anzahl der Unkräuter vor und nach dem Einsatz der Roboter analysiert worden, heißt es weiter. KWS-Projektleiter Stefan Meldau erklärte, dass das Einbecker Unternehmen den Herstellern von Feldrobotern eine Plattform bieten und Erfahrungen hinsichtlich der Praxistauglichkeit der Systeme sammeln wolle. „Unser erstes Fazit lautet: Kein bisher getestetes System ist schon vollkommen ausgereift, für die Zukunft ist die Kombination mit anderen Maßnahmen oder Technologien jedoch vielversprechend“, so Meldau.

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Im ökologischen Landbau sei die mechanische Unkrautentfernung durch Roboter mit der Handhacke verglichen worden, so die Pressestelle. Ein Feldroboter habe neben der mechanischen Unkrautbekämpfung auch die Präzisionsaussaat erledigt. Die ersten beiden mechanischen Behandlungen seien vor dem Aufgang der Zuckerrüben durchgeführt, um früh entstehende Unkräuter zu beseitigen. Dadurch hätten die Versuchsflächen zum Zeitpunkt des Feldaufgangs rund 40 Prozent weniger Unkräuter als die Kontrollflächen aufgewiesen.

Unkraut direkt an der Zuckerrübe geringer berücksichtigt

Ein zweites System habe in drei Durchgängen jeweils bis zu ein Drittel der Unkräuter pro Durchgang in den Reihen entfernen können, so das Unternehmen KWS. Unkräuter, die direkt an einer Zuckerrübe gestanden hätten, seien von beiden Systemen noch nicht ausreichend berücksichtigt worden. Im Mittelpunkt weiterer Untersuchungen stünden Fragen der Kosten-Nutzen-Analyse: Wie viele Stunden mit der Handhacke könnten eingespart werden – und wie viel Zeit würde die Betreuung der Systeme in Anspruch nehmen?

Mit Projekten wie den Tests von Feldrobotern sollen „Zukunftstechnologien mit Potenzial“ gefördert werden, sagte KWS-Vorstand Peter Hofmann. Die Ergebnisse zeigten, dass die Systeme dazu beitragen könnten, in der konventionellen Landwirtschaft Herbizide einzusparen und den ökologischen Landbau profitabler zu machen, so Hofmann.

Von Stefan Kirchhoff