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16:46 18.02.2020
Sartorius hat seine vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 und seinen starken Wachstumskurs bestätigt. Quelle: Pförtner
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Göttingen

„Die erneut sehr erfreuliche Entwicklung des Konzerns zeigt, dass wir mit der Ausrichtung auf die dynamische Biopharmabranche in beiden Sparten eine gute Basis für nachhaltig profitables Wachstum gelegt haben“, sagt der Vorstandsvorsitzende Joachim Kreuzburg über das abgelaufene Geschäftsjahr. Während der Bilanzpressekonferenz am Dienstagvormittag, 18. Februar, belegte der Vorstand die Ende Januar 2020 veröffentlichten vorläufigen Zahlen des Geschäftsjahrs 2019.

Wie Kreuzburg betonte, sei der Konzernumsatz auf Basis konstanter Wechselkurse um 14,8 Prozent auf 1,827 Milliarden Euro gestiegen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um gut 22 Prozent auf 495,8 Millionen Euro. Das Wachstum sei dabei praktisch vollständig organisch erzielt worden, da die Mitte Dezember 2019 abgeschlossene Akquisition des Zellkulturmedien-Spezialisten Biological Industries nur marginal zum Wachstum beigetragen habe. Erfreulich sei auch, dass sich der Auftragseingang wechselkursbereinigt um ebenfalls 14,8 Prozent auf 1,936 Milliarden Euro erhöht habe. „Wir sind also mit einem guten Polster ins neue Geschäftsjahr gestartet“, sagt Kreuzburg.

Der Wachstumskurs werde, so der Vorstandsvorsitzende, auch weiterhin durch Neubauten auf dem Konzern-Areal im Groner Industriegebiet sichtbar werden. Mehr als 500 Millionen Euro hat Sartorius bisher in den neuen Firmensitz investiert. Und auch aktuell wird am Standort weiter fleißig gebaut. Es entsteht ein weiteres Verwaltungsgebäude. Der „die vier Finger“ genannte Verwaltungstrakt, in dem auch die Vorstände ihre Büros haben, bekommen einen fünften hinzu. Dieser soll im Herbst fertiggestellt sein. „Der Sartorius Campus wächst“, sagt Kreuzburg sichtlich gut gelaunt. Derzeit entsteht das Visitor-Center, die Eröffnung ist im Frühsommer geplant. Begonnen haben auch die Bauarbeiten zur Erweiterung der Labore für Forschung und Entwicklung (F&E).

Kritik am Image Göttingens

Kritische und sehr deutliche Worte wählt Kreuzburg hinsichtlich der Nachfrage zur Mitarbeiter-Rekrutierung. Wiederholt unterstrich er, dass es nicht einfach sei, kreative Köpfe und Experten davon zu überzeugen, nach Göttingen zu kommen. Ein Teil der Probleme sei dabei selbst gemacht: „In Bayern oder Baden-Württemberg hätte eine Stadt dieser Größe ein anderes Image“, betonte Kreuzburg. Dies zu ändern, könne nur gemeinsam mit den Entscheidungsträgern der Region gelingen, sei aber enorm wichtig, um konkurrenzfähig zu bleiben. Nicht nur Sartorius konkurriere mit großen Unternehmen, die Arbeitsplätze in beliebten Metropolen anböten.

Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzender Sartorius AG. Foto: Swen Pförtner Quelle: Swen Pförtner

Aktuell seien in Göttingen etwa 3000 Mitarbeiter beschäftigt. Für den Standort plant der Konzern einen Anstieg auf 3500 Mitarbeiter. „Auch wenn die bisherigen Gebäude fertiggestellt sind, haben wir noch Flächen auf unserem Areal zur Verfügung. Es werden weitere Gebäude erstellt, um den Standort auf 3500 Mitarbeiter auszulegen“, kündigte Kreuzburg an.

Weltweit seien zum Jahresende 2019 im Konzern 9016 Beschäftigte mit 77 Nationalitäten tätig, teilt Sartorius mit. Das entspräche einem Anstieg von 11 Prozent (Plus 900 Menschen gegenüber dem Vorjahr). Zuwächse verzeichneten insbesondere die kundennahen Bereiche, Forschung und Entwicklung sowie die Produktion.

Kanzlerin Merkel kommt zum Gratulieren

Das Jahr 2020 werde für Sartorius auch aufgrund des 150. Firmengeburtstages ein Besonderes, so Kreuzburg. Der Vorstandsvorsitzende kündigte an, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Vormittag des 4. Juni persönlich in Göttingen anwesend sein werde, um zu gratulieren. Denn am 3./4. Juni plant der Konzern mit dem Life-Science-Festival ein großes und mit renommierten Experten gespicktes Event für Kunden und Partner. Mehr als 300 Experten und kreative Köpfe würden erwartet, skizziert Kreuzburg.

Einen Monat später solle dann mit Mitarbeitern und Interessierten gefeiert werden, führte Kreuzburg weiter aus. Am 11. und 12. Juli gibt es einen Tag der offenen Tür. Dann werde unter anderem auch der Mitarbeiter-Familientag gefeiert.

2020 erstmals 2 Milliarden Euro Umsatz angepeilt

Bei all den Feierlichkeiten will Sartorius seine wirtschaftlichen Ziele nicht aus den Augen verlieren. „Unsere bereits gute Positionierung werden wir durch die Fokussierung auf Zukunftsfelder wie etwa biopharmazeutische Nachahmerprodukte sowie Gen- und Zelltherapien ausbauen. Auch in technologischer Hinsicht haben wir wichtige Schritte unternommen, um die Relevanz unseres Produktportfolios für Kunden weiter zu erhöhen. Im Jahr 2020 wollen wir unseren Umsatz um 10 bis 13 Prozent steigern und unsere Profitabilität weiter ausbauen. Wir sind auf Kurs, unsere bereits 2011 mitgeteilten mittelfristigen Ziele zu erreichen“, blickt Kreuzburg voraus.

Zum prognostizierten Wachstum solle die Ende 2019 vollzogene Akquisition von Biological Industries mit etwa 1,5 Prozentpunkten beitragen. Bei der Profitabilität rechne Sartorius mit einem Anstieg der operativen Ebitda-Marge auf etwa 27,5 Prozent nach 27,1 Prozent im Vorjahr. Die auf den Umsatz bezogene Investitionsquote solle bei rund 10 Prozent liegen, teilte Sartorius mit.

Die Ende Oktober 2019 angekündigte Akquisition von Teilen des Life-Science-Portfolios von Danaher, die sich derzeit in kartellrechtlichen Prüfungen befindet, sei in der vorgenannten Prognose nicht berücksichtigt. Nach dem derzeit gegen Ende des ersten Quartals 2020 erwarteten Abschluss der Transaktion werde die Unternehmensleitung ihre Prognose für das Gesamtjahr 2020 entsprechend aktualisieren.

Von Mark Bambey

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