Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Kleingeld: In Real-Märkten in Göttingen gegen Scheine tauschen
Nachrichten Wirtschaft Regional Kleingeld: In Real-Märkten in Göttingen gegen Scheine tauschen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:06 27.07.2018
Rund 15 bis 20 Euro pro Bon: Kassiererin Tanja Walorski am Münzzählautomaten im Real-Markt im „Kauf Park“. Quelle: Foto: r
Göttingen

Bürger sammeln Ein-, Zwei-, Fünf- und Zehn-Cent-Münzen in Gefäßen aller Art. Lange galt die Hausbank als einzige Möglichkeit, das Kleingeld nutzbringend abzuladen. In Göttingen bieten die beiden Real-Märkte offensichtlich eine attraktive Alternative: Sie schütten Euro-Geldstücke auf das Tablett eines Automaten, entnehmen einen Wert-Bon, mit dem sie im Real-Markt anteilig ihren Einkauf bezahlen können – oder sie lassen sich den Betrag an der Kasse in bar auszahlen. Für diesen Service nehmen sie eine Gebühr von 9,9 Prozent des Gesamtwerts in Kauf.

Im Schnitt acht bis zehn Kunden pro Tag mit Bon

Seit Ende 2017, so Manuela Koch, Kassiererin im Real-Markt im „Kauf Park“, stehe den Kunden der Münzautomat zur Verfügung. „Im Schnitt etwa acht bis zehn Kunden pro Tag“, schätzt Koch, würden Bons an den Kassen abgeben, „das ist unterschiedlich.“ Der Wert der Bons betrage mittlerweile durchschnittlich 15 bis 20 Euro. Die Kunden hätten „keine Probleme mit den 9,9 Prozent Gebühr“.

Im November 2016 seien die ersten Münzzählautomaten als „Pilotprojekt in ausgewählten Märkten aufgestellt worden“, sagt Alja-Claire Dufhues, Pressesprecherin Unternehmenskommunikation der Real-Konzernzentrale. Im vergangenen Jahr „gab es einen bundesweiten Roll-out, sodass jetzt alle unsere 280 Märkte mit einem Automaten bestückt sind.“ Kosten und Gewinn würden zu „verschiedenen Anteilen“ zwischen Real und dem Anbieter „Coinstar“ aufgeteilt. Über finanzielle Einzelheiten des Geschäfts möchte sich Dufhues nicht äußern. Eine „erste Bilanz ist durchweg positiv“. Bisher seien die Kunden „sehr zufrieden“ und hätten sich „über das zusätzliche Angebot gefreut. Bei „vielen Banken“ falle „eine Gebühr“ an – und „wir bieten serviceorientierte Öffnungszeiten“, meist von 7 bis 22 Uhr.

„Extrem viele Kunden bringen Münzen in Beuteln“

Manuela Koch und Kollegen des Kassenteams haben seit „etwa zwei Monaten“ eine Erhöhung des Zuspruchs registriert: „Extrem viele Kunden bringen Münzen in Beuteln. Manche schütten zu viele Geldstücke auf das Tablett, da hat der Automat schon mal gestreikt.“ Je nach Menge sei etwas Geduld gefragt. Apropos: Unlängst habe ein Kunde sie mit einer Tragetasche „wirklich überrascht“; Koch deutet mit Händen die Größe an – entsprechend ihrer Geste hätte das Behältnis ein Fassungsvermögen von etwa vier Litern haben müssen. „Ich hatte mal Kunden, die aus Kassel nach Göttingen fuhren, weil der Automat in ihrem Markt gerade nicht funktionierte.“ Ihr bisheriger Höchstwert: „Etwas über 400 Euro.“

Sparkassen und Banken: Service meist kostenlos /Safebags, Einzahlautomaten und Münzzähler stehen zur Verfügung

Sparer lassen Kleingeld in der Regel bei ihren Hausbanken persönlichen Konten gutschreiben. Eine Dienstleistung, die oft kostenlos ist. In der Sparkasse Göttingen „stehen für Kleingeldsammler diverse Services bereit“, so André Kaufmann, Direktionsleiter Kommunikation. Sie können in allen Filialen sogenannte Safebags mit Münzen füllen und Sparkassenmitarbeitern zur Auszählung überreichen; die Gutschrift erfolge kurzfristig – „selbstverständlich gebührenfrei“. In der Sparkassen-Zentrale am Markt stehe ein Selbstbedienungs-Münzzähler zur Verfügung. „Bis zu einem Betrag von 400 Euro sind die Münzeinzahlungen gebührenfrei“, so Kaufmann. „Für Münzbeträge, die darüber hinausgehen, erheben wir eine geringe Gebühr. Der Anteil der gebührenfreien Transaktionen liegt bei derzeit 97 Prozent.“

Die Volksbank Kassel Göttingen hat „Münzzähler in den größeren Stellen“ – noch: „Wir werden diese demnächst nicht mehr einsetzen“, so Peter Mühlhaus vom Bereich Kommunikation. Mitarbeiter würden jedoch Münzen annehmen, die „an zentraler Stelle gezählt und dem Kundenkonto gutgeschrieben“ werden: „Aktuell nehmen wir für diesen Service keine Gebühr.“

Die Sparda-Bank biete ihren Kunden „moderne Hartgeld-Einzahlungsgeräte“ an; der Service für Sparda-Kunden sei kostenlos, so Ariane Rehbein von der Unternehmenskommunikation in Hannover. Der Betrag werde dem Konto gutgeschrieben. Der nächste Münzzähler stehe in Hildesheim zur Verfügung.

In der Commerzbank könnten Münzen in den Trichter von Einzahlungs- und Auszahlungsautomaten gesteckt werden, „so viel wie man möchte“, so Jasmin Lippka vom Commerz Direkt-Service. Kostenlos. Händler, die einen Safebag nutzen möchten, zahlen 7,50 Euro pro Stück. Die Summe wird dem Girokonto des Kunden gutgeschrieben.

Die Deutsche Bank nimmt Münzgeld „in gerollter Form; oder lose in Safebags an“. Die Zählung erfolge zentral, das Geld werde dem Konto des Kunden gutgeschrieben. „In haushaltsüblichen Mengen bis zu 50 Münzen am Tag kostenfrei.“ Gleiches gelte für bis zu fünf Münzrollen pro Monat – „darüber hinaus fallen 30 Cent je Münzrolle an.“ Pro Safebag werde eine Gebühr in Höhe von fünf Euro erhoben. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren könnten Münzgeld kostenfrei einzahlen.

Von Stefan Kirchhoff

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

„Mehr als eine Idee!“ – unter diesem Motto steht der Innovationspreis 2018 des Landkreises. Das Tageblatt stellt die Teilnehmer und deren Innovationen vor. Heute: Michael Sander.

27.07.2018

„Mehr als eine Idee!“ – unter diesem Motto steht der Innovationspreis 2018 des Landkreises. Das Tageblatt stellt die Teilnehmer und deren Innovationen vor. Heute: Die Firma my.worx.

26.07.2018

Das „Café Neustart“ soll Studienabbrechern die Möglichkeit geben, ihre Fragen im öffentlichen Raum zu stellen. Sie erhalten beim Café, das von der Beschäftigungsförderung Göttingen angeboten wird, auch erste Informationen an welchen Stellen sie Hilfe bekommen können.

31.07.2018