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Regional Klimabeirat spricht sich für Biowärmezentrum aus
Nachrichten Wirtschaft Regional Klimabeirat spricht sich für Biowärmezentrum aus
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17:30 28.11.2017
So könnte das neue Biowärmezentrum der Stadtwerke aussehen. Quelle: Foto: r
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Göttingen

Mit dem „Masterplan 100 % Klimaschutz Göttingen“ habe sich der Rat der Stadt Göttingen selbst verpflichtet, die CO2-Emissionen in Göttingen bis zum Jahr 2050 auf null zu senken und den Energieverbrauch auf 50 Prozent zu reduzieren. Der Restenergiebedarf soll demnach langfristig weitestgehend lokal oder regional aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen werden.

Erhebliche Einsparungen pro Jahr

Mit der Errichtung einer Holzhackschnitzelanlage zur Wärmegewinnung werde es möglich, den Anteil an erneuerbaren Energien in der Fernwärmeversorgung von aktuell 32 auf etwa 55 Prozent zu steigern und gegenüber der bisherigen Produktion jährlich etwa 5000 Tonnen CO2 einzusparen. Die Ergänzung durch eine Holzvergasereinheit biete für die Wärmelieferung die Chance auf eine weitere Einsparung von 2000 Tonnen CO2 pro Jahr. Zusätzlich könnten nach Angaben des Klimaschutzbeirates durch die Nutzung des Holzgases in einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage jährlich sieben Gigawattstunden an regenerativen Strom gewonnen werden.

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Weiterhin argumentiert das Gremium, dass in der waldreichen Region Südniedersachsen jährlich rund 200000 Tonnen Frischholz nachwachsen. „Dagegen existieren regional heute nur noch sehr geringe Holzverarbeitungskapazitäten, sodass die erforderlichen Mengen von circa 8000 Tonnen Frischholz für das Biowärmezentrum ohne Verdrängung anderer Nutzer regional nachhaltig gewonnen werden können“, heißt es in der Erklärung, die von Vorstand Ralph Mederake, seinem Stellvertreter Thomas Münter und Nils König (Vertreter im Umweltausschuss) unterzeichnet wurde. Das benötigte Frischholz soll aus der Region (Entfernung bis maximal 50 Kilometer von Göttingen) bezogen werden und zumindest teilweise aus der städtischen Baumpflege und der regionalen Landschaftspflege stammen. Somit würden nach Ansicht des Beirates auch die Emissionen aus dem Transport der Holzmengen niedrig gehalten werden.

„Keine Gefahren und Zusatzbelastungen zu erwarten“

Es sei davon auszugehen, dass durch den Einsatz unbelasteter Brennstoffe und durch den Einsatz entsprechender Filtertechnik für die Bevölkerung keine Gefahren aus giftigen Emissionen entstehen. Auch sei „keine relevante Zusatzbelastung an Feinstaub oder Ultrafeinstaub gegenüber den aktuellen Emissionswerten zu erwarten“. Daher befürworte der Klimaschutzbeirat die Errichtung des Biowärmezentrums am vorgesehenen Standort als wichtigen Baustein zur Umsetzung des Masterplans und fordere die Verwaltung und die Ratsfraktionen dazu auf, das Projekt ebenfalls zu unterstützen und den Erwerb des dafür erforderlichen Grundstücks von der Stadt Göttingen zu ermöglichen.

Von Markus Riese

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