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Regional Knowhow und Herzblut sind Göttingens Plus
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16:44 13.04.2012
An der Filterstation mit Pumpe: Arnold Picot, Wolfgang Meyer, David McAllister und Joachim Kreuzburg (v. l.).
An der Filterstation mit Pumpe: Arnold Picot, Wolfgang Meyer, David McAllister und Joachim Kreuzburg (v. l.). Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Rund 100 Gäste aus Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Verwaltung sowie Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) waren dabei, als Vorstandschef Joachim Kreuzburg und der Aufsichtsratsvorsitzende Prof. Arnold Picot die 25-Millionen-Investition vorstellten.

Es ist das zehnte Gebäude, das der Technologiekonzern auf dem Gelände „Werk 2001“ in Betrieb nimmt. Es ist ein Produktionsgebäude für die Herstellung von Membranen, die zu Spezialfiltern verarbeitet werden. Mit ihnen werden biopharmazeutische Medien steril filtriert oder Wirkstoffe aus Flüssigkeiten gewonnen. Hauptkunden der Göttinger kommen aus der Pharma- und Biotechnologie. Und: Der Markt boomt.

Das neue Gebäude mit 6000 Quadratmetern Nutzfläche wird neben der Ausweitung der Membran-Kapazitäten auch Raum bieten für Forschung und Entwicklung. Über vier Etagen werden die Wissenschaftler an neuen Produkten forschen, erklärte Kreuzburg seinen Gästen aus aller Welt. 44 Mio. Euro hat Sartorius 2011 in F + E investiert, 72 Prozent gehen nach Göttingen.

„Herzblut für Göttingen“

Die Universitätsstadt, daran ließ der Konzernchef keinen Zweifel, sei der „Kopf, der Motor und das Herz des Unternehmens“. Kreuzburg räumte aber ein, dass die Millionen nicht automatisch nach Göttingen geflossen seien. Auch andere Standorte standen zur Diskussion.

Drei Punkte hätten letztlich den Ausschlag für Göttingen gegeben, trotz niedriger Löhne und extrem niedriger Steuern in Puerto Rico: Eingeständnisse der Belegschaft bezüglich der Wochenarbeitszeit in Göttingen (eine Stunde mehr, unbezahlt), das Knowhow „in Köpfen und Händen“ der hiesigen Mitarbeiter und „Herzblut für Göttingen“.

 Göttingen sei mit Abstand der wichtigste Standort des Konzerns, betonte auch der Aufsichtsratsvorsitzende Picot. Man habe sich ganz bewusst für Göttingen entschieden, als sich die Investitionsfrage im Bereich Membran gestellt habe.
Für den Wirtschaftsstandort Göttingen sei Sartorius in der 142-jährigen Geschichte ein leistungsstarker Motor und ein unverzichtbarer Impulsgeber geworden, sagte Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD). 

120 neue Arbeitsplätze

Stadt und Unternehmen seien von jeher eng verbunden, Sartorius sei größter gewerblicher Arbeitgeber. Für die Region sei von besonderer Bedeutung: Sartorius generiere weitere Beschäftigung und Wirtschaftsleistung mit einer Vielzahl von Zulieferbetrieben, sei über unterschiedliche Plattformen wie beispielsweise „Measurement Valley“ auch mit anderen regionalen Unternehmen vernetzt.

Den Ausbau der Produktionskapazitäten für Membranfilter wertete Meyer als Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Göttingen. „Das ist nicht der letzte Meilenstein, den die Sartorius AG in Göttingen setzt“, ist sich Meyer sicher.

Ministerpräsident McAllister würdigte die Erfolgsgeschichte von Sartorius, einem der größten Unternehmen in Niedersachsen (Platz 24) „mit weltweiter Reputation“. Der Ausbau der Betriebsstätte sei ein positives Signal für den Standort Niedersachsen und ein starkes Zeichen für den Hauptsitz des Konzerns mit bald 2000 Beschäftigten.