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Regional „Gigantischer digitaler Optimierungsprozess“
Nachrichten Wirtschaft Regional „Gigantischer digitaler Optimierungsprozess“
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00:20 25.11.2017
Die Landwirtschaftsmaschinen auf der Agritechnica sind teilweise riesig, der Digitalisierungsprozess sogar gigantisch. Quelle: dpa
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Göttingen

Alle zwei Jahre zieht es jedoch nicht nur Landwirte aus der Region, sondern aus aller Welt nach Hannover, um auf der weltweit größten Agrartechnik-Messe die neuesten Landwirtschaftsmaschinen zu bestaunen und die aktuellsten Trends in der Agrartechnik kennenzulernen. Nach wie vor ein großes Thema war auch bei der Sonntag zu Ende gegangenen Agritechnica die Digitalisierung. „In der Landwirtschaft ist ein gigantischer digitaler Optimierungsprozess in vollem Gang“, betont der Landvolk-Chef. Dabei spricht Hübner offen den beinahe nicht zu bewältigenden Spagat an, den die Bauern derzeit vollziehen sollen. „Auf der einen Seite wird immer davon gesprochen, dass die Landwirte ihre Scholle unmittelbar bearbeiten sollen, also den Boden beim Bearbeiten und Bestellen förmlich riechen und fühlen. Dann kommt auf der anderen Seite zum Beispiel Satelliten-Technologie zum Einsatz.“ So sei es inzwischen möglich, mithilfe von Infrarot-Bildern eine sich anbahnende Pilzinfektion im Zuckerrüben-Anbau drei Tage vor Ausbruch zu erkennen. „Da rollt eine gigantische Technisierungswelle auf uns zu. Ich bin gespannt, wie Digitalisierung und Automatisierung unsere Branche noch verändern wird.

Mit dem Geoinformationsdienst (GID) aus Rosdorf präsentierte sich unter anderem ein Unternehmen aus Rosdorf auf der Agritechnica, das voll auf die Digitalisierung setzt. Die Rosdorfer haben sich in den vergangenen 15 Jahren den Ruf als Software-Spezialist im landwirtschaftlichen Sektor erarbeitet.

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 Dass die Agritechnica allerdings auch besonders von den imposanten Landwirtschaftsmaschinen lebt, bestreitet Hübner nicht. Technik-Enthusiasten kommen bei den Ernte-Giganten voll auf ihre Kosten. Wer glaube, dass sich die Technisierung am Ende befinde, der irre sich gewaltig, so Hübner, der betont: „Es ging auf der Agritechnica immer noch größer, noch schneller und noch breiter.“ Für die Landwirte biete sich in Hannover die Chance, sich umfangreich zu informieren. „So eine Anschaffung eines neuen Traktors oder Mähdreschers ist eine erhebliche Investition. Wir haben in Göttingen eine gute Händler-Struktur“, sagt Hübner. Das sei enorm wichtig, denn ein Ausfall in der Erntezeit bedeute für die Landwirte den „Super-Gau“. Da sei schnelle Hilfe nötig und diese ist nur durch eine gute Händler-Struktur zu gewährleisten. Die Agritechnica diene vor allem zur Information, und für Hübner ist klar: „Gekauft wird bei den Händlern vor Ort.“

Agritechnica 2017 in Hannover

Von Mark Bambey