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Regional Leinefelder Zahnarzt entwickelt Implantat
Nachrichten Wirtschaft Regional Leinefelder Zahnarzt entwickelt Implantat
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17:41 22.11.2016
Beim Implantieren: Der Leinefelder Zahnarzt Bernd Rupprecht
Beim Implantieren: Der Leinefelder Zahnarzt Bernd Rupprecht Quelle: r
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Leinefelde

„Bei jedem fünften Zahnimplantat gibt es in den ersten sechs Jahren Probleme mit Entzündungen“, schildert Rupprecht das Problem. Sie könnten zu einem Rückgang des Zahnfleischs führen, wodurch sich das Implantat lockere. Eventuell werde das Metall unter dem Aufbau sichtbar. Zum Teil komme es zu einem Verlust des Implantats. Eine Neuversorgung koste Zeit und Geld.

„Verursacht werden solche Entzündungen durch Bakterien und Viren, die sich im Spalt zwischen Implantat und Aufbau ansiedeln“, erläutert der Mediziner. 2005/06 habe er gemeinsam mit einer Gruppe von Wissenschaftlern eine gas- und damit bakteriendichte Verbindung zwischen den Implantatkomponenten entwickelt.

„Wir haben mit der Universität Mailand ein Verfahren zur Nanostrukturierung der Oberfläche unseres Implantats entwickelt“, führt Rupprecht aus. Dadurch würden Knochen- und Bindegewebszellen besser anwachsen. Das Implantat lasse sich aufgrund seiner patentierten Struktur auf unterschiedlichen Höhen platzieren. Das sei bei herkömmlichen Produkten oft nicht gegeben. Zu jedem Implantat gebe es jeweils ein Set eigens entwickelter, steriler und scharfer Einwegbohrer.

„Unser Produkt hat in den vergangenen zehn Jahren zahlreiche Tests durchlaufen“, sagt Rupprecht. Es habe Kooperationen mit dem Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik in Heiligenstadt, der Technischen Universität Clausthal-Zellerfeld sowie den Universitäten Mailand und Jena gegeben. Seit 2016 verfüge das Implantat über die CE-Zulassung als Medizinprodukt. Die Erfindung sei in Europa, Japan und Kanada patentiert.

„Wir haben bisher 800000 Euro investiert“, sagt Cyron, der über jahrelange Vertriebserfahrungen im Bereich der Implantologie verfügt. Gemeinsam mit drei anderen Außendienstmitarbeitern stehe er in den Startlöchern. Für das Crowdfunding auf der Plattform aescuvest.de hätten sie sich entschlossen, weil die Banken kein Geld zur Verfügung stellten. mic