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Regional Lektion im „Klüngeln“ für Frauen
Nachrichten Wirtschaft Regional Lektion im „Klüngeln“ für Frauen
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06:17 02.04.2012
Initiatorinnen und die Autorin: Bärbel Okatz, Anni Hausladen, Sabine Osmanovic, Isabella Wolter, Britta Skaliks (von links).
Initiatorinnen und die Autorin: Bärbel Okatz, Anni Hausladen, Sabine Osmanovic, Isabella Wolter, Britta Skaliks (von links). Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Während der Fachtagung zum Thema „Netzwerken. Doping für die Karriere“ stellte die selbsternannte Klüngel-Expertin vor rund 70 Teilnehmern im Tagungsraum der Firma Novelis ihre Tipps vor. Initiiert hatte die Tagung die Volkshochschule und der Verein Business and Professional Women (BPW) Göttingen.

Klüngeln weckt Unbehagen

Klüngeln – das Wort weckt zumindest im niedersächsischen Sprachraum Unbehagen. Aber Hausladen kommt aus Köln und dort, so die Autorin, unterscheide man zwischen „negativem“ und „positivem“ Klüngeln. Und Hausladen meint natürlich das positive Klüngeln. „Netzwerken“ klinge außerdem so technisch, sagt sie, und ihr gehe es um die persönliche Begegnung.

Frauen klüngeln am Arbeitsplatz zu wenig, lautet der Standpunkt der Autorin und auch die Initiatorinnen der Fachtagung sehen das so. Die Orientierung an Inhalten und der Selbstanspruch der Frauen seien hoch, die Kontakte zu Mitarbeitern und Präsentation der eigenen Leistung würden dagegen vernachlässigt: das ist bei den Organisatorinnen der Tagung Konsens (und eine These, für die es offenbar keine Belege oder Zahlen bedarf).

Leistung nur zu zehn Prozent ausschlaggebend

Laut einer Studie der IBM (International Business Machines Corperation), die Hausladen während ihres Vortrags vorstellt, ist bei einer Beförderung die Leistung nur zu zehn Prozent ausschlaggebend. Beziehungen dagegen spielten zu 60 Prozent hinein. Ein gutes „Image“ trägt laut Untersuchung immerhin  noch 30 Prozent zum Fortkommen bei.

Hausladens Empfehlung vor diesem Hintergund: Frauen sollten ihren Perfektionsanspruch aufgeben, dafür öfter „Klüngelorte“ aufsuchen und bitte auch die „Klüngelzeiten“ nicht aus dem Blick verlieren. Frauen, das wisse sie aus ihrer Erfahrung als Businnescoach, sitzen in der Mittagspause oft weiterhin hinter dem Schreibtisch. Laut Hausladen ein schwerer Fehler.

Übung im Small-Talk

Während des Vortrags stößt der Coach darum gleich eine Übung im Small-Talk an. Jeder ist aufgerufen, sich zum Nachbarn umzudrehen und ein gemeinsames Gesprächsthema zu finden. Das klappt ganz gut, der Geräuschkulisse nach zu urteilen. Aber Britta Skaliks von der VHS sagt: „Viele Frauen wenden ihre Netzwerk-Kompetenz nicht für die berufliche Karriere an.“ Skaliks ist Koordinatorin der Veranstaltung, die Teil des Projekts „Frauen in Führung 2.0“ ist. Im Januar des vergangenen Jahres ist es angelaufen, drei Jahre soll es dauern. Ziel sei es, Frauen über Mentoring-Angebote und Tagungen wie die im Novelis-Gebäude „fit zu machen für Führungspositionen“, sagt Isabella Wolter vom BPW.

Von Telse Wenzel